Die Motorsport.com-Awards 2016, Teil 2

Willkommen zum 2. Teil der Motorsport.com-Awards. Wir blicken zurück auf die besten Fahrer, Rennen, Serien und Teams, um zu sehen, wer eine Auszeichnung verdient hat.

Das Team des Jahres

(Sieger 2015: Porsche)

Mercedes (Formel 1): Zum 3. Mal in Folge konnte kein Team Mercedes stoppen. Ferraris Chancen schmolzen bereits früh im Jahr dahin und Red Bull Racing verlor aufgrund des schwächeren Renault-Motors in der 1. Saisonfhälfte den Anschluss auf Mercedes. Auch wenn die Rennen nicht immer schön anzusehen waren, muss man dem Team den Erfolg aufgrund der hervorragenden Leistungen gönnen. Trotzdem hoffen wir im Jahr 2017 auf einen engeren Kampf um die Spitze. 

Force India (Formel 1): In der Regel legen die sportlichen Leistungen eines Teams die Höhe des Budgets fest. Deshalb war es erfrischend zu sehen, dass ein Team wie Force India mit relativ kleinem Budget mit den großen Stars in der Serie mithalten konnte. Der 4. Platz in der Konstrukteurswertung war das beste Ergebnis in der jungen Teamgeschichte. Es bleibt abzuwarten, ob man die Form in der kommenden Saison bestätigen kann. Alle Teammitglieder sowie die Fahrer Nico Hülkenberg und Sergio Perez können mit der Leistung im Jahr 2016 sehr zufrieden sein. 

Penske (IndyCar): In der IndyCar-Serie gibt es wenig Spielraum, um die gegnerische Teams zu überbieten. Penske gelang das mit 10 Siegen in 16 Rennen außergewöhnlich gut. Die Autos waren genauso schnell wie im Jahr 2015, in welchem sie aber nur 3 Rennen gewannen. In diesem Jahr landeten die Penske-Piloten auf den Meisterschaftsrängen 1 bis 3. Dabei ließen sie ihren Rivalen Chip Ganassi Racing, der mit dem gleichen Motor an den Start ging, deutlich hinter sich. 

Prema (GP2): Das neue GP2-Team gewann 7 von 11 Saisonrennen und holte ebenso viele Pole-Positions. Sie haben zudem einen spannenden Titelkampf zwischen Pierre Gasly und Antonio Giovinazzi kreiert. Der GP2-Einstieg ging nicht zu Lasten der Leistung in anderen Serien. Mit Lance Stroll dominierte das Team die Formel-3-EM. Mit Mick Schumacher holte man beinahe den deutschen und italienischen Formel-4-Titel. 

Triple Eight (Supercars): Im Jahr 2015 musste sich Triple Eight im Meisterschaftskampf knapp gegen Prodrive Racing geschlagen geben. Im folgenden Jahr schoss Triple Eight aber aus allen Kanonen. Das Team überzeugte mit einer fantastischen Fahrerbesetzung, bestehend aus Shane van Girsbergen, Jamie Whincup und Craig Lowndes. Damit traf Triple Eight genau ins Schwarze. Van Girsbergen und Whincup sicherten sich die Plätze 1 und 2 in der Meisterschaft. Lowndes landete hinter Scott McLaughlin auf Rang 4. 

Joe Gibbs Racing (NASCAR Cup): Keiner der Joe-Gibbs-Piloten holte in diesem Jahr den Titel. Sie landeten in der Meisterschaft aber auf den Plätzen 3 bis 6. Beeindruckend ist, dass Kyle Busch, Carl Edwards, Matt Kenseth und Denny Hamlin ein Drittel der 36 Saisonrennen gewannen. Hamlim siegte zudem im prestigeträchtigen Daytona 500. Aufgrund der technischen Unterstützung seitens Joe Gibbs für Furniture Row Racing ist das Team zudem an den 4 Siegen von Martin Truex Jr. beteiligt. 

Nico Hulkenberg, Sahara Force India F1 VJM09 leads team mate Sergio Perez, Sahara Force India F1 VJM09

Sieger: Force India

Der Pilot, mit der größten Entwicklung

(Sieger 2015: Sergio Perez)

Carlos Sainz Jr. (Formel 1): In den 1. 4 Rennen der Saison hielt Sainz Jr. mit seinem Teamkollegen Max Verstappen mit. Nach dem Tausch von Daniil Kvyaat und Verstappen wurde Sainz Jr. noch besser. Der Spanier punktete seit dem Großen Preis von Spanien in den nächsten 6 von 7 Rennen. Obwohl Toro Rosso in Sachen Leistung hinter einige Teams zurückfiel, landete Sainz Jr. 2 Mal auf Rang 6. Es war ein kleines Wunder, als er mit der Nachfolge des zurückgetretenen Weltmeister Nico Rosberg in Verbindung gebracht wurde. 

Norman Nato (GP2): Nato saß in seiner Karriere des Öfteren in Formelautos. Daher hatten die Experten bereits ein Auge auf den Franzosen geworfen. In seiner Rookie-Saison enttäuschte er jedoch und landete nur auf Platz 18. Nach seinem Wechsel von Arden zu Racing Engineering im Winter siegte Nato in Spanien. In Monaco verpasste er Platz 1 nur knapp. Anschließend hatte er viel Pech und konnte somit seine Form nicht bestätigten.

Maverick Vinales (MotoGP): Im Jahr 2015 war Vinales meist auf demselben Niveau wie sein erfahrenerer Teamkollegen Aleix Espargaro. Im Jahr 2016 schaffte es der 21-Jährige jedoch meist, vor Espargaro über die Ziellinie zu fahren. Das ist auch daran zu sehen, auf welchen Plätzen die beiden Suzuki-Piloten die Meisterschaft beendet haben. Vinales landete auf Platz 4 mit fast doppelt so vielen Punkten wie Espargaro, für den es nur für Rang 11 reichte. In Silverstone fuhr Vinales einen beeindruckenden Sieg ein. Nur einmal musste der Spanier ein Rennen frühzeitig aufgeben. Er hätte kaum mehr machen können, um sich den Platz neben Valentino Rossi bei Yamaha zu verdienen. 

Brad Binder (Moto3): In seiner 1. Moto3-Saison hatte Binder konstant gute Leistungen erbracht, ohne den Eindruck zu hinterlassen, ein zukünftiger Meister zu sein. Das änderte sich im Jahr 2016, als der Südafrikaner eine perfekte Saison hinlegte. In Jerez gewann er erstmals und holte anschließend weitere 6 Siege. Den Titel sicherte er sich im September, als noch 4 Rennen zu fahren waren. 

Kyle Larson (NASCAR Cup): Nach seinem 1. Truck-Sieg im Jahr 2013 und seinem 1. Xfinity-Sieg im Jahr 2014 schien es, also würde Larson eine Ewigkeit warten, um im NASCAR-Oberhaus zu gewinnen. In Michigan gelang es dem jungen Talent endlich, zum 1. Mal in einem Sprint-Cup-Rennen auf Platz 1 zu stehen. Der junge US-Amerikaner wurde immer reifer und landete 7 Mal in den Top 3. Die Meisterschaft beendete Larson auf Rang 9. 

Ott Tänak (WRC): Als Tänak sein M-Sport-Cockpit verlor, war es für ihn Glück im Unglück. Der Este saß im folgendem Jahr in einem nahezu gleichen Fahrzeug, mit dem einzigen Unterschied, DMACK-Reifen zu nutzen. Er wurde eine führende Kraft in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Er hat sich als einer der schnellsten Fahrer auf losem Untergrund etabliert. Seinen 1. Sieg in der Serie verpasste er in Polen nur aufgrund eines Reifenschadens. Es reichte letztendlich nur für Platz 2. Auch in Wales landete er auf Position 2, als er sich mit Sebastien Ogier einen spannenden Kampf lieferte. 

Maverick Viñales, Team Suzuki MotoGP

Sieger: Maverick Vinales

Der Rookie des Jahres

(Sieger: Max Verstappen)

Pascal Wehrlein (Formel 1): Im Vergleich zu Rio Haryanto zeigte Wehrlein das Potenzial von Manor mit dem neuen Mercedes-Motor. Neben dem großartigen 10. Platz in Österreich, kämpfte der junge Deutsche oftmals mit Piloten in besseren Boliden. Zudem musste er erst einmal einen Großteil der Formel-1-Kurse kennenlernen, weil er direkt aus der DTM in die Formel 1 gewechselt war. Esteban Ocon entpuppte sich als ein stärkerer Teamkollege, als dieser Haryanto im Laufe des Jahres ersetzte. Wehrlein schaffte es dennoch, sich 7 Mal vor Ocon zu qualifizieren. Nur 2 Mal startete der Franzose vor Wehrlein. Der 22-Jährige blieb im Jahr 2016 der einzige Manor-Pilot, der Punkte sammelte. 

Antonio Giovinazzi (GP2): Giovinazzi zeigte im Jahr 2016 das komplette Gegenteil einer gewöhnlichen Rookie-Saison. Er war schnell, fehlerfrei und selbstbewusst bei Überholmanövern und gut im Reifenmanagement. Er hat seinen Prema-Teamkollegen Gasly stärker unter Druck gesetzt, als erwartet. Das zeigt, dass er den Platz als Ferrari-Reservepilot mehr als verdient hat. 

Charles Leclerc (GP3): Nach seinem Wechsel von der Formel 3 in die GP3 war der Monegasse besser als er es im Jahr 2015 gewesen war. Er begann die Saison sehr stark und ließ auch gegen Ende des Jahres nicht nach. Der Ferrari-Juniorfahrer brach auch unter dem Druck des Titelkampfes nicht ein. Trotz seines jungen Alters von 19 Jahren scheint Leclerc alles mitzubringen, was ein erfolgreicher Rennfahrer benötigt. 

Robin Frijns (Formel E): Robin Frijns, der meist sehr freundlich und humorvoll ist, wurde im Sommer 2015 von Andretti rekrutiert und hatte nur wenige Stunden Vorlaufzeit auf seinen 1. Formel-E-Einsatz. Wenn man das beachtet, waren seine Leistungen in der 2. Formel-E-Saison sensationell. Der Niederländer fuhr seine Linie und zeigte ein großartiges Gespür für Gelegenheiten, um einen Kontrahenten zu überholen. Wenn es um Rad-an-Rad-Duelle geht, gibt es nur wenige Rennfahrer, die so gut sind wie Frijns. 

Alexander Rossi (IndyCar): In dieser Nominierung geht es nicht nur um den überraschenden Indy-500-Sieg von Rossi, sondern auch um seine 2. Saisonhälfte, in der er gezeigt hat, was er kann. Er glänzte mit einer großen Selbstbeherrschung und einer großen Lernbereitschaft. Es geht auch nicht darum, der beste der wenigen IndyCar-Rookies zu sein. Er zeigte im vergangenen Jahr, dass er alle IndyCar-Disziplinen beherrscht. Sollten die Andretti-Autosport-Boliden im kommenden Jahr schnell sein, wird Rossi Siege einfahren. 

Chase Elliott (NASCAR Cup): Der Sohn der NASCAR-Legende Bill Elliott musste als Nachfolger von Jeff Gordon in große Fußstapfen treten. Statt nervös zu werden, behielt er einen kühlen Kopf, holte die Daytona-500-Pole-Position und führte die meisten Runden in seinem 1. Pocono-Rennen an. 10 Mal landete er innerhalb der Top 5. Letztendlich beendete er die Saison auf einem starken 10. Meisterschaftsrang und ließ Fahrer wie Martin Truex Jr., Brad Keselowski oder Tony Stewart hinter sich. 

Race winner Antonio Giovinazzi, PREMA Racing

Sieger: Antonio Giovinazzi

Der Fahrer des Jahres

(Sieger 2015: Kyle Busch)

Nico Rosberg (Formel 1): Im Jahr 2016 war Rosberg auf demselben Niveau wie Teamkollege Lewis Hamilton. Er war gut im Qualifying und holte so viele Siege wie noch nie zuvor – insgesamt 9. Man könnte meinen, wäre der Motor von Hamilton in Malaysia nicht geplatzt, wäre der Titelkampf anders ausgegangen. Wäre sie das wirklich? Hat Rosberg in den letzten 4 Rennen wirklich alles gegeben? Oder hat er nur das geleistet, was er musste, um den Titel zu sichern? Es bleiben Spekulationen. Letztlich holte er den langersehnten WM-Titel und schlug seinen Erzrivalen. Zudem vollzog Rosberg einen fulminanten Rückzug aus dem Motorsportgeschäft. 

Daniel Ricciardo (Formel 1): Ricciardos Sieg über seinen Teamkollegen Sebastian Vettel im Jahr 2014 galt als Ausnahmejahr für den viermaligen Weltmeister. Doch in dieser Saison musste es Ricciardo mit einem noch härteren Gegner aufnehmen: Max Verstappen. Er warf das Auto aber nicht weg, um mit Mercedes mitzuhalten und ließ sich nicht davon runterziehen, wenn die Reifenstrategie zum Vorteil des Niederländers festgelegt wurde. Er ließ sich auch nicht davon beirren, als sein Team die Reifen bei einem Boxenstopp nicht parat hatte und ihm so die Chancen auf den Sieg nahm. Er machte alles richtig und blieb fehlerfrei. 

Max Verstappen (Formel 1): Die Vergleiche zwischen Max Verstappen und Michael Schumacher haben nichts mit faulem Journalismus zu tun. Verstappen holte seinen 1. Sieg, als die dominanten Mercedes-Piloten aneinander gerieten. Schumacher siegte im Jahr 1992 in Spa, weil die Williams-Renault-Fahrer in Probleme geraten waren. Verstappen holte in 17 Rennen für Red Bull Racing 6 Podiumsplätze. Schumacher stieg 1992 in 16 Rennen für Benetton ebenfalls 6 Mal aufs Podest. Keiner von ihnen kümmerte sich um die Beschwerden der etablierten Topstars. 

Marc Marquez (MotoGP): Marquez war wie gewöhnlich schnell. Das beweist sein Vorsprung auf seinen Honda-Teamkollegen Dani Pedrosa. Diesmal reichte es, um den MotoGP-Titel zu gewinnen. Er präsentierte sich im Jahr 2016 aus einer neuen Perspektive, zeigte aber einige brillante Manöver, die er bereits in den Vorjahren durchgeführt hatte. Er stürzte auch einige Male, rappelte sich aber wieder auf und sicherte sich frühzeitig den Titel. 5 Siege und 7 andere Podiumsplätze sind das Ergebnis seiner tollen Leistung. Dabei hatte er sicherlich nicht das beste Bike im Feld. 

Simon Pagenaud (IndyCar): Kaum ein Fahrer startete mit 2 Rennen auf Platz 2 und 3 Siegen in eine Saison. Aber genau das schaffte Pagenaud im Jahr 2016. Auch wenn seine Glückssträhne beim Indy 500 endete, zeigte er, dass er der beste der talentierten Penske-Piloten ist. Später im Jahr besiegte er seinen Rivalen Will Power in einen spannenden Kampf in Mid-Ohio, zeigte es allen in Sonoma und beendete die Saison mit 5 Siegen und 7 Pole-Positions. Er hat sich den Titel verdient. 

Sebastien Ogier (WRC): Ogier hatte zuerst mit der neuen Startreihenfolge zu kämpfen, in der die Piloten in die Etappen gingen. Diese Regel sollte die Dominanz einiger weniger Piloten dämpfen. Trotzdem holte der Franzose 6 Siege und hielt seine Konkurrenz auf Distanz. Am Ende der Saison hatte er über 100 Punkte Vorsprung auf seinen Volkswagen-Teamkollegen Andreas Mikkelsen. Aufgrund des Rückzuges von Volkswagen aus der WRC, wechselt Ogier für die Saison 2017 zu M-Sport. Deshalb wird er im kommenden Jahr sicher mehr zu tun haben als in der vergangenen Saison. 

Marc Marquez, Repsol Honda Team

Sieger: Marc Marquez

Die Inhalte wurden von Pablo Elizalde, Jamie Klein, Valentin Khorounzhiy, David Gruz, David Malsher, Sam Smith und Andrew van Leeuwen zsuammengestellt.

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