Fahrer-AG Nordschleife veröffentlicht Empfehlungen für 2016

Die vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) installierte Fahrer-Arbeitsgruppe Nordschleife hat die Ergebnisse ihrer Tätigkeit und ihre Empfehlungen für die Rennsaison 2016 vorgestellt.

Der Arbeitsgruppe, die unter der Leitung von Nordschleifen-Routinier Dirk Adorf stand, gehörten mit Altfrid Heger, Arno Klasen, Marc Lieb und Markus Oestreich allesamt sehr erfahrene Rennfahrer und Nordschleifen-Experten an.

Das Quintett war nach dem schweren Unfall beim Saisonauftakt zur VLN Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring vom DMSB damit beauftragt worden, neue Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf der legendären Rennstrecke zu erarbeiten.

Und nun liegt der Ball beim DMSB: „Die Fahrer-AG geht davon aus, dass ihre Empfehlungen erwartungsgemäß in unveränderter und nicht abgewandelter Form in das Regelwerk des DMSB übernommen und umgesetzt werden.“

Wir stellen im Folgenden die einzelnen Ansätze der Fahrer-AG vor.

DMSB-Permit Nordschleife

In einem ersten Schritt empfiehlt die Fahrer-AG eine „erhebliche Entbürokratisierung und Vereinfachung zur Erlangung der DMSB-Permit für die Nordschleife (DPN) und schlägt vor, die Gültigkeit der Nordschleifen-Permit an die der Fahrerlizenz (5 Jahre) zu koppeln.

Allerdings, so gibt die Fahrer-AG in einer Presseaussendung bekannt, sei die DPN nur bei VLN-Veranstaltungen und beim berühmten 24-Stunden-Rennen notwendig. Die Begründung: „Nur dann kommt der besondere Einsatz von Flaggen und Regeln des DMSB zur Anwendung.“

Für Veranstaltungen wie Porsche-Cup, Tourenwagen-WM (WTCC) und weitere Rahmenserien des 24-Stunden-Rennen sowie für Rundstrecken-Challenge (RCN) und Youngtimer-Trophy sieht die Fahrer-AG hingegen „keinen Handlungsbedarf“ in Sachen DPN.

Code-60-Regelung

Das Fahrer-Gremium hat sich darüber hinaus mit den Code-60-Regeln auf der Nordschleife befasst und bringt nun einen Verbesserungsvorschlag ein. Dieser sieht – gestaffelt nach dem Gefahrenpotenzial auf der Strecke – einfach Gelb, doppelt Gelb (bei maximal 120 km/h) und Gelb mit Code-60-Flagge (bei maximal 60 km/h) vor.

„Mit diesem Vorschlag wird gewährleistet, dass die Streckensicherung durch das Schwenken von doppelt gelben Flaggen zunächst ausreichend Zeit erhält, die Situation korrekt einzuschätzen, und zugleich eine deutliche Verlangsamung des Teilnehmerfeldes zu erreichen“, erklärt die Fahrer-AG.

Bislang obliegt es den Sportwarten an der jeweiligen Stelle des Kurses, eine Entscheidung pro oder contra Safety-Car/Code 60 zu treffen. Den Sportwarten der Streckensicherung eine solche Entscheidung aufzubürden, hält die Fahrer-AG jedoch für „nicht zumutbar“.

Ein positiver Nebeneffekt des neuen Ansatzes sei „eine stufenweise Verlangsamung der Teilnehmer, weil keine abrupten Bremsmanöver auf 60 km/h mehr eingeleitet müssen“, so das Fahrergremium weiter.

Die bisherigen Regeln hätten zu „teilweise heftigen Folgeunfällen“ sowie etlichen Code-60- oder Safety-Car-Phasen geführt, die sich künftig vermeiden ließen.

Eine Code-60-Phase soll künftig auch nicht mehr durch das Schwenken zweier gelber Flaggen erfolgen. „Denn das bedeutet in allen anderen Rennserien weder den Einsatz eines Safety-Cars noch Code 60“, erklärt die Fahrer-AG. Deshalb: Gelb und Code-60-Flagge.

Eben diesen Ansatz hat die Fahrer-AG bei der Fahrerbesprechung zum 6-Stunden-Rennen der VLN im September ihren Fahrerkollegen zur Abstimmung vorgelegt. Und der Vorschlag sei „ohne Gegenstimme“ angenommen worden.

Neues „E-Learning-Tool“

Die Fahrer-AG hat sich auch mit einer elektronischen Einführung in das spezielle Nordschleifen-Reglement befasst und ein sogenanntes E-Learning-Tool für den DMSB entwickelt.

Damit kann sich künftig jeder Fahrer online mit den Regeln und Besonderheiten der legendären Rennstrecke vertraut machen. Anschließend folgt ein persönlich zu absolvierender Abschlusstest vor Ort.

„Auf diese Weise wird gewährleistet, dass sich jeder Fahrer mit den Besonderheiten der Strecke in Verbindung mit den durch den DMSB installierten Regelungen auseinandersetzen muss“, erklärt die Fahrer-AG. Damit sollen auch Missverständnisse vermieden werden.

An der Nürburgring-Nordschleife wird übrigens derzeit gebaut, damit die 2015 an einigen Stellen eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung wieder wegfallen kann. Die Verantwortlichen versprechen „Vollgas“ für die 40. Jubiläumssaison der VLN. Erste Eindrücke von den Bauarbeiten an der Nordschleife finden Sie hier!

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien ALLGEMEINES , Langstrecke , VLN
Fahrer Marc Lieb , Arno Klasen , Markus Oestreich , Altfrid Heger , Dirk Adorf
Artikelsorte News
Tags deutscher motor sport bund, dmsb, dpn, nordschleife