Marcel Fässler: "Viel mehr kann nicht mehr schiefgehen..."

Das Pech klebt dem Schweizer momentan an den Fersen. In Le Mans und in Le Castellet verhinderten Unfälle ein Top-Resultat. "Es kann nur noch besser werden..."

Bei den 24 Stunden von Le Mans befanden sich Marcel Fässler, Oliver Gavin und Tommy Milner in den Abendstunden bestens im Fahrplan. Fässlers Name blitzte bei Sonnenuntergang an zweiter und dritter Position in der hartumkämpften Klasse GTE-LM Pro auf.

Genau zum Ende des ersten Renndrittels verpufften die Hoffnungen auf das Podium. In der Runde nach der Übernahme der Corvette C7.R drehte sich Milner in die Mauer. Grund: Das linke Hinterrad war beim Reifenwechsel nicht richtig befestigt worden. Beim Zurückfahren auf drei Rädern rutschte der Amerikaner noch ins Kiesbett...

Alles in allem gingen vier Runden verloren, das Trio fiel nach 111 Runden auf P47 und den letzten Platz in der Klasse zurück. Danach hatte das Team #64 ein problemfreies Rennen und kam auf Gesamtrang 25 und P8 in der Klasse ins Ziel.

 

"Ein kleiner Fehler, der entscheidend war", bedauert Fässler. "Es sollte nicht passieren. Aber auch die Mechaniker stehen unter Stress. Ein solcher Rückstand war in der GT-Klasse, anders als in der LMP1, nicht mehr wettzumachen."

Der Schwyzer bedauert die verpasste Chance, nach drei Gesamtsiegen mit Audi auch in der GT-Klasse einmal auf dem Podium zu stehen. "Unser Schwesterteam hat gezeigt, was für uns möglich gewesen wäre. Wir waren sicher konkurrenzfähig. Ich hatte trotzdem viel Spass und habe dieses Rennen richtig genossen", beteuert Fässler.

Praktisch gar nicht zum Fahren kam der Schweizer sechs Tage später bei den 1000 km Paul Ricard, dem dritten Lauf zum Blancpain GT Series Endurance Cup in Le Castellet.

 

#64 Corvette Racing Corvette C7.R: Oliver Gavin, Tommy Milner, Marcel Fassler
#64 Corvette Racing Corvette C7.R: Oliver Gavin, Tommy Milner, Marcel Fassler

Foto Rainier Ehrhardt

 


Startfahrer Dries Vanthoor erhielt kurz vor dem Fahrerwechsel an Fässler vom Lamborghini von Christian Engelhart einen Schlag aufs Hinterrad. Dabei ging die Aufhängung des WRT-Audi kaputt, was das Team beim Routinestopp nicht bemerkte.

"Ich habe dann gleich gespürt, dass etwas nicht mehr stimmt und den Audi nach einer Runde wieder an den Boxen abgestellt", seufzt Fässler. "In drei Blancpain-Rennen bin ich nun insgesamt nur eine Runde weit gekommen... "
Kein Wunder, dass der Schwyzer momentan mit dem Schicksal hadert. "Manchmal gibt es solche Jahre, in denen es einfach nicht läuft. Es ist nicht immer einfach, dies zu akzeptieren."
Vielleicht endet die Serie ja beim nächsten Rennen, den 24 Stunden von Spa? "Nach allem, was passiert ist, kann nicht viel mehr schief gehen. Wichtig wäre, einmal ohne Probleme durchzukommen. Dann sehe ich unsere Chance in Belgien für eine Top-5-Platzierung."

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Über diesen Artikel
Rennserien BES
Veranstaltung Le Castellet
Rennstrecke Circuit Paul Ricard
Fahrer Marcel Fässler
Teams Audi Sport Team WRT
Artikelsorte Interview
Tags marcel fassler, schweiz