Dakar 2018: Al-Attiyah gewinnt Etappe 13 - Crash von Peterhansel

Nasser Al-Attiyah mit Bestzeit auf turbulenter vorletzter Dakar-Etappe - Carlos Sainz baut Führung aus, weil Stephane Peterhansel einen Baum erwischt.

Die Teilnehmer der Rallye Dakar 2018 haben am Freitag die 13. von insgesamt 14 Etappen und damit die letzte längere Etappe zurückgelegt. In Argentinien stand auf dem Weg von San Juan nach Cordoba eine 369 Kilometer lange Wertungsprüfung auf dem Programm, die es in sich hatte. Am Schlusstag (Samstag) gilt es rund um Cordoba nur noch 120 Kilometer auf Zeit zu absolvieren, bevor sich die Sieger in den einzelnen Kategorien feiern lassen dürfen.

Peterhansel erwischt Baum und verliert viel Zeit

In der Auto-Wertung steht Carlos Sainz (Peugeot) kurz vor seinem zweiten Dakar-Sieg nach 2010. Der Spanier beendete die 13. Etappe am Freitag zwar mit knapp 20 Minuten Rückstand auf Tagessieger Nasser Al-Attiyah (Toyota) nur als Sechster, vermied dabei aber jedes Risiko. Sainz' zuvor schärfster Verfolger, Peugeot-Teamkollege Stephane Peterhansel, erging es indes deutlich schlechter.

Peterhansel knallte bei Kilometer 78 gegen einen Baum und beschädigte sich dabei eine Spurstange seines Peugeot 3008 DKR. Die Reparatur nahm eine Stunde in Anspruch, bevor die Fahrt weitergehen konnte. Beim Schlag gegen den Baum verletzte sich Peterhansel nach ersten Informationen leicht an der Hand. Nach Auskunft des Peugeot-Teams besteht der Verdacht auf einen gestauchten Daumen.

Bildergalerie: Rallye Dakar 2018

Aufgrund des immenses Zeitverlusts hat Peterhansel bei normalem Verlauf der Dinge die letzte kleine Chance auf seinen 14. Dakar-Sieg verloren. Mehr noch: Vor der Schlussetappe liegt Peterhansel nun sogar nur noch auf Rang vier im Klassement und muss damit sogar um einen Podestplatz bangen. Der Franzose war aber längst nicht der einzige, der auf der schwierigen 13. Etappe Probleme hatte.

Tagessieg für Al-Attiyah nach Motorschaden bei ten Brinke

Noch bevor Peterhansel in Schwierigkeiten geriet, hatte sein direkter Verfolger Al-Attiyah große Probleme. Der Katarer blieb mit seinem allradgetriebenen Toyota Hilux in einer schlammigen Passage hängen, die insbesondere auch einigen der Quad-Piloten zu schaffen machte. Nach einem Zeitverlust von mehr als zehn Minuten konnte Al-Attiyah schließlich weiterfahren - und stürmte sogar noch zum Tagessieg, mit dem er Peterhansel vom zweiten Gesamtrang verdrängt hat.

 

Dabei schien sich den Tagessieg eigentlich Al-Attiyahs Toyota-Teamkollege Bernhard ten Brinke sichern zu können. Der Niederländer hatte den ersten Teil der Etappe nach Belieben dominiert, musste dann aber mit Motorschaden an seinem Hilux die Segel streichen. Damit ist für ten Brinke der Traum von einem Podestplatz, der ihm nach Peterhansels Zeitverlust schon sicher schien, ausgeträumt. Die Rallye ist für den Toyota-Fahrer beendet.

Hinter dem überraschenden Tagessieger Al-Attiyah ging Platz zwei schließlich mindestens genauso überraschend an den argentinischen Lokalmatador Lucio Alvarez im privat eingesetzten Toyota Hilux. Den dritten Platz in der Tageswertung holte sich in Person von Giniel de Villiers ein weiterer Toyota-Fahrer. Der Südafrikaner war trotz des vorübergehendes Stillstands von Al-Attiyah 13:06 Minuten langsamer als der Katarer und zudem 1:50 Minuten langsamer als Überraschungsmann Alvarez.

In der Gesamtwertung hat Spitzenreiter Sainz vor der 120 Kilometer kurzen Schlussprüfung am Samstag nun einen Vorsprung von 46:18 Minuten auf Al-Attiyah, dessen Aufholjagd und damit Jagd auf seinen dritten Dakar-Sieg nach 2011 und 2015 etwas zu spät kam.

Trucks: Drama um Villagra - Nikolaev vor drittem Dakar-Sieg

In der Truck-Wertung ging es nicht weniger dramatisch zu als in der Auto-Wertung. Eduard Nikolaev (Kamaz) und Federico Villagra (Iveco) gingen nach zwölf Etappen durch nur eine Sekunde (!) getrennt in den vorletzten Tag. Doch Villagra brachte die 13 kein Glück. Der Argentinier verlor die große Chance auf den Gesamtsieg vor heimischem Publikum, als er seinen Iveco Powerstar nach anfänglicher Führung auf der Etappe mit technischen Problemen abstellen musste.

Nach dem Aus des Lokalmatadors kämpften Ayrat Mardeev (Kamaz), Tom van Genugten (Iveco) und der Gesamtführende Nikolaev um den Tagessieg. Van Genugten aber verlor aufgrund einer notwendig gewordenen Reparatur viel Zeit. So ging der Etappensieg schließlich an Nikolaev, der seinen dritten Dakar-Sieg nach 2013 und 2017 nun so gut wie sicher hat. Der Vorsprung des Russen auf Siarhei Viazovich (MAZ) beträgt vor der kurzen Schlussetappe satte 3:54 Stunden.

Top 10 der Auto-Wertung nach Etappe 13 von 14

Pos. Fahrer / Beifahrer Auto Zeit / Abstand
1

 Carlos Sainz

 Lucas Cruz

Peugeot 45:28:52 Stunden
2

 Nasser Al-Attiyah

 Matthieu Baumel

Toyota +55:18 Minuten
3

 Giniel de Villiers

 Dirk von Zitzewitz

Toyota +1:24:20 Stunden
4

 Stephane Peterhansel

 Jean Paul Cottret

Peugeot +1:28:08
5

 Jakub Przygonski

 Tim Colsoul

Mini +2:46:32
6

 Khalid Al Qassimi

 Xavier Panseri

Peugeot +4:20:40
7

 Martin Prokop

 Jan Tomanek

Ford +7:21:55
8

 Peter van Merkstejin

 Maciej Marton

Toyota +7:42:41
9

 Sebastian Halpern

 Edu Pulenta

Toyota +9:09:04
10

 Lucio Alvarez

 Robert Howie

Toyota +9:21:22
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Über diesen Artikel
Rennserien Dakar
Veranstaltung Dakar 2018
Fahrer Nasser Al-Attiyah
Teams Toyota Racing
Artikelsorte Etappenbericht
Tags argentinien, auto, dakar, dakar 2018, etappe 13, rallye dakar, rallye dakar 2018, san juan-cordoba