Dakar-Zukunft: Rückkehr nach Afrika steht nicht zur Debatte

Die Rallye Dakar wird auch in Zukunft in Südamerika ausgetragen werden - Das Ziel könnte allerdings künftig sogar nördlich des Äquators liegen

Die Frage ist so alt wie der Umzug der Rallye Dakar nach Südamerika im Jahre 2009: Wann kehrt die Mutter aller Rallyes zurück in ihre Heimat? Die Antwort lautet: Vorerst nicht. Nicht nur ist die Terrorgefahr in vielen nordafrikanischen Staaten nicht geringer geworden, zum zweiten wird die "Dakar" mit jeder südamerikanischen Ausgabe auf der Südhalbkugel heimischer. Etienne Lavigne macht jedenfalls deutlich: Afrika ist für ihn vorerst gestorben.

"Wir haben eine Reihe von Projekten hier im Kopf, was die Zukunft der Rallye betrifft", so der Dakar-Organisator. "Wir haben zahlreiche Perspektiven (in Südamerika; Anm. d. Red.), weshalb wir momentan nicht auf der Suche nach anderen Austragungsorten sind - weder in Afrika, noch sonst wo." Auch X-Raid-Chef Sven Quandt sieht kaum Gründe für einen Wechsel: "Südamerika ist richtig cool. Klar würden wir gerne auch wieder in Afrika fahren, aber Dünen haben wir auch hier genug", sagt er gegenüber 'Motorsport.com'.

Bildergalerie: Rallye Dakar 2018

Die Begeisterung der einheimischen Bevölkerung für die Rallye Dakar hat eine Rückkehr nach Afrika immer weniger wahrscheinlich gemacht. Stattdessen gibt es Planungen, die Rallye in Südamerika noch auszudehnen: "Wir sind glücklich über unsere Rückkehr nach Peru in diesem Jahr. Außerdem erwarte ich eine Rückkehr nach Chile. Darüber hinaus haben wir Kontakte nach Ecuador. Dort können wir uns einige Dinge in der Zukunft vorstellen." Lavigne betont, dass er auf die Unterstützung der Staaten angewiesen ist, zum Beispiel durch Polizeischutz. Die Rallye Dakar ist daher ein Politikum, was sich auch in einzelnen Protesten in Bolivien manifestierte.

Chile und Ecuador auf dem Radar

In Chile ist eine Austragung stark von der jeweiligen Regierung abhängig. Bei den ersten sieben Ausgaben in Südamerika bis 2015 war das langgezogene Land an der Pazifikküste ein Fixpunkt der Rallye Dakar, unter der sozialistischen Regierung Michelle Bachelets zog es sich jedoch von der Rallye Dakar zurück. Bei der Präsidentschaftswahl von 2017 setzte sich nun wieder der konservative Sebastian Pinera durch, der bereits von 2010 bis 2014 das Präsidentenamt bekleidet hatte. "Wir haben gute Kontakte zu der neuen Regierung Chiles", verspricht Lavigne.

 

Immer wieder gerne erinnert er sich an die erste Südamerika-Auflage im Jahre 2009 zurück, an der auch Chile beteiligt war: "Es war eine große Herausforderung für uns, die erste Edition der 'Dakar' in Argentinien und Chile zu veranstalten, ohne irgendwas über diese Länder zu wissen. Wir wussten nicht, wie man uns empfangen würde. Und da wurden wir positiv von der riesigen Begeisterung und Millionen von Menschen an den Straßen überrascht. Es war eine Wiedergeburt für die Rallye Dakar."

In Zukunft über den ganzen Kontinent?

Seine Vision für die Zukunft geht noch weiter: Gerne würde er auch den tropischen Teil des südamerikanischen Kontinents mit einbeziehen. "Wir haben in zehn Jahren mit Argentinien, Chile, Paraguay, Peru und Bolivien zusammengearbeitet. Wenn wir Staaten wie Ecuador oder Kolumbien mit einbeziehen können, könnte es richtig interessant werden. Dann kann man eine Reise durch den gesamten Kontinent unternehmen, etwa Buenos Aires - Cartagena mit noch mehr Wettbewerbstagen. 1992 hatten wir schon einmal eine solche Edition in Afrika (Paris - Kapstadt; Anm. d. Red)."

"Es ist eine große Herausforderung, aber auch sehr interessant, jedes Jahr etwas Neues zu bieten", sagt er weiter. "Es liegt in der DNA dieser Rallye, jedes Jahr mit einer neuen Route aufzuwarten mit unterschiedlichen Ländern, unterschiedlicher Geografie und neuen Abläufen. Es ist ein Event, das sich immer wieder ändert. Deshalb bieten wir immer neue Landschaften und neue Herausforderungen. Man braucht das einfach, um das Interesse zu erwecken." Quandt hätte da schon einen Wunsch: "Brasilien wäre wirklich schön."

Mit Material von Gerald Dirnbeck

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Tags afrika, etienne lavigne, rallye dakar, südamerika, zukunft