Nach vier Tageserfolgen beim Debüt: Audi peilt 2023 den Dakar-Sieg an

Als erste Marke hat Audi mit einem Hybridkonzept Etappen der Rallye Dakar gewonnen - Julius Seebach nennt den Gesamtsieg 2023 als nächstes Ziel

Nach vier Tageserfolgen beim Debüt: Audi peilt 2023 den Dakar-Sieg an

Der bislang komplexeste Rennwagen in der Geschichte von Audi hat seine Feuertaufe bei der Rallye Dakar bestanden. Alle drei Audi RS Q e-tron bewältigten bei ihrem Debüt in Saudi-Arabien die Distanz.

Dank des elektrischen Antriebsstrangs starten die drei Rennwagen in der neuen T1-Ultimate-Klasse für emissionsarme Fahrzeuge. Die Prototypen von Audi haben als erste Vertreter dieser neuen Klasse Geschichte geschrieben und Bestzeiten erzielt.

In der Summe haben sie rund 24.000 Wüstenkilometer hinter sich gebracht - fast das Dreifache jener 8.700 Testkilometer, die Audi zuvor absolviert hat. Mattias Ekström belegte im Ziel in Dschidda als bester Audi-Fahrer im Endergebnis den neunten Platz.

Stephane Peterhansel verlor schon früh jegliche Chance auf ein Spitzenergebnis. Der versierte Pilot traf auf der ersten langen Etappe einen Stein, der die Felge zerstörte und zu Folgeschäden am Fahrwerk führte.

Nach der Reparatur erhielt er eine Zeitstrafe wegen Überschreitung der maximalen Etappenzeit, die Peterhansel ans Ende des Feldes zurückwarf. Ab diesem Zeitpunkt stellte sich der Rekordsieger konsequent in den Dienst der Mannschaft und half den Teamkollegen.

Carlos Sainz profitierte davon unmittelbar, etwa beim wiederholten Stoßdämpferwechsel auf den Etappen vier bis sechs. Der Spanier hatte bereits auf der dritten Etappe Geschichte geschrieben. Sainz errang den ersten Tagessieg des Audi RS Q e-tron.

Acht Tage später gelang ihm sein zweiter Prüfungssieg. "Vor allem in der zweiten Hälfte waren die Strecken typisch Dakar, nämlich sehr vielseitig und fordernd mit einer Mischung aus Offroad-Pisten, kleinen und großen Dünen und schwieriger Orientierung", sagt Sainz.

"Mit unseren Ingenieuren haben wir das Auto im Lauf der Rallye immer besser abgestimmt." Der Spanier blieb trotz der guten Einzelergebnisse diesmal ohne Chance in der Gesamtwertung. Bereits am zweiten Tag führte ein ungenaues Roadbook zu vielen Navigationsfehlern im gesamten Feld.

Ekström arbeitet sich in die Top 10

Sainz verlor deshalb über zwei Stunden und kam am Ende auf Platz zwölf ins Ziel. An derselben Stelle büßte auch Ekström auf der Suche nach dem richtigen Weg 1:45 Stunden ein. Der Schwede fuhr seine zweite Dakar und seine erste in der Automobilklasse.

Mattias Ekström

Mattias Ekström hat sich Schritt für Schritt nach vorne gearbeitet

Foto: Audi

"Meine Teamkollegen haben mir viele Tipps gegeben", sagt der zweimalige DTM-Champion und Rallycross-Weltmeister. "Ich habe einen immer besseren Rhythmus gefunden. Die Dünen bleiben meine große Herausforderung. Dort haben Stephane und Carlos viele Jahre Erfahrungsvorsprung."

"Ich bin immer auf der sicheren Seite geblieben und habe nicht zu hart attackiert." Tag für Tag verbesserte sich Ekström von Platz 23 bis auf die neunte Position. Er gewann Etappe acht. Peterhansel holte in Etappe zehn den Tagessieg.

Im nächsten Jahr will Audi die Rallye gewinnen

Somit hat Audi vier der zwölf Etappen für sich entschieden und das Potenzial des neuen Antriebs gezeigt. Das Team Audi Sport hat die Vorbereitung und den Einsatz in Zusammenarbeit mit Q-Motorsport verwirklicht.

Die Mannschaft von Sven Quandt bringt mehrere Jahrzehnte Dakar-Erfahrung mit. "Ich bin Audi dankbar dafür, dass wir dieses ehrgeizige Projekt verwirklichen können und auf Anhieb gemeinsam diese Ergebnisse erzielt haben", sagt Quandt, Geschäftsführer und Teamchef von Q-Motorsport.

"Unsere Fahrerteams haben vier Etappen gewonnen und insgesamt 14 Podiumsergebnisse in den Tageswertungen eingefahren", sagt Julius Seebach, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH. "Das übertrifft unsere Erwartungen bei der ersten Dakar-Teilnahme deutlich."

"Der historische Sieg von Carlos bereits am dritten Wertungstag ist der Lohn dieser harten Arbeit. Das unterstreicht die Siegfähigkeit des Konzepts. Das ist das Ergebnis einer exzellenten Teamleistung. Nach dieser Performance bereits im ersten Jahr ist der Gesamtsieg bei der nächsten Dakar ganz klar unser Ziel."

Mit Bildmaterial von Audi.

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