Nasser Al-Attiyah erobert bei der Rallye Dakar 2022 seinen vierten Gesamtsieg

Vierter Dakar-Sieg für Nasser Al-Attiyah und zweiter für Toyota - Sebastien Loeb wird in Saudi-Arabien Zweiter - Audi feiert mit dem neuen e-tron vier Etappensiege

Nasser Al-Attiyah erobert bei der Rallye Dakar 2022 seinen vierten Gesamtsieg

Nasser Al-Attiyah hat zum vierten Mal die Rallye Dakar gewonnen. Es war sein erster Triumph in Saudi-Arabien. Für Toyota war es der zweite Sieg bei diesem Marathonklassiker. Nach zwölf Etappen hatte Al-Attiyah 27:46 Minuten Vorsprung auf Sebastien Loeb (BRX). Lokalmatador Yazeed Al-Rajhi (Toyota) wurde Dritter.

Die zwölfte und letzte gewertete Etappe von Bischa nach Dschidda war 164 Kilometer kurz. Henk Lategan (Toyota) sicherte sich den Tagessieg. Al-Attiyah büßte zwar fünfeinhalb Minuten auf Loeb ein. Am Endergebnis änderte das nichts mehr.

Eine Vorentscheidung war bereits im Laufe der ersten langen Etappe gefallen. Während viele Fahrer an einem Punkt lange nach dem richtigen Weg suchten, kamen Al-Attiyah und Loeb problemlos durch und setzten sich so vom Rest des Feldes ab.

Al-Attiyah führte die Gesamtwertung nach allen zwölf Tagen an. Lediglich in der achten Etappe gab es technische Probleme. Das Differenzial hatte einen Schaden und Al-Attiyah musste nur mit Vorderradantrieb fahren. Ansonsten managte der Routinier souverän seinen Vorsprung.

Nasser Al-Attiyah

Nasser Al-Attiyah hat nun so wie Ari Vatanen vier Dakar-Siege

Foto: Red Bull Contentpool

Loeb hatte an zwei Tagen Schwierigkeiten. In Etappe drei war bei ihm das Differenzial gebrochen. Und auch in der sechsten Etappe verlor der Franzose viel Zeit. Bei Halbzeit der Rallye betrug sein Rückstand bereits 50 Minuten.

In der zweiten Dakar-Woche kam Loeb Al-Attiyah kontinuierlich näher, aber nicht nahe genug, um Druck auszuüben. Al-Attiyah verwaltete die Führung und musste kein Risiko eingehen. Nach 2011 mit Volkswagen, 2015 mit X-raid Mini und 2019 mit Toyota eroberte er seinen vierten Sieg.

"Es ist ein tolles Gefühl. Danke an alle, die uns weltweit unterstützen. Wir sind sehr glücklich. Es war unglaublich", lauten Al-Attiyahs erste Worte. Er ist nun mit Ari Vatanen gleichgezogen. Nur Stephane Peterhansel ist mit acht Siegen bei den Autos erfolgreicher.

"Es war sehr schwierig zu managen. Die zweite Woche war nicht einfach. Normalerweise fahre ich am Maximum. Diesmal musste ich langsamer fahren. Man muss die Dakar respektieren. Ich hatte einen guten Vorsprung. Schon vor der Rallye habe ich gesagt, dass es ein Duell mit Seb wird."

Sebastien Loeb mit seiner Performance zufrieden

Für Rallye-Rekordweltmeister Loeb war Rang zwei sein dritter Podestplatz bei der Rallye Dakar. Prodrive hat es gleich beim zweiten Versuch auf das Podium geschafft. Für Loeb geht es nun zurück nach Europa. Nächstes Wochenende fährt er mit M-Sport Ford die Rallye Monte Carlo.

Sebastien Loeb

Wieder hat es für Sebastien Loeb nicht mit dem ersten Dakar-Sieg geklappt

Foto: Red Bull Contentpool

"Ich fühle mich gut und denke, wir sind eine sehr gute Rallye gefahren", sagt Loeb. "Zu Beginn hatten wir Probleme, aber dann war es eine gute Rallye. Keine Fehler, gute Navigation und wir haben immer attackiert. Wir hätten es nicht besser machen können. Der Rückstand war zu groß."

Für viel Jubel sorgte Al-Rajhi mit seinem dritten Platz. Zum ersten Mal stand ein einheimischer Fahrer in Saudi-Arabien auf dem Podest. Es war das bisher beste Ergebnis für Al-Rajhi, der ebenfalls eine WRC-Vergangenheit hat.

Auf den ersten fünf Plätzen waren ausschließlich Toyota und BRX zu finden. Orlando Terranova (BRX) eroberte mit Rang vier sein bestes Karriereergebnis. Giniel de Villiers (Toyota) fuhr als Fünfter über die Zielrampe.

Beifahrer Timo Gottschalk der beste Deutsche

Der beste Deutsche war Timo Gottschalk. Der Beifahrer von Jakub Przygonski durfte sich über Platz sechs freuen. Das Duo fuhr den Mini Buggy, der in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hat. Gegenüber dem neuen Reglement von T1+ und T1U ist das Auto nicht mehr konkurrenzfähig.

Timo Gottschalk

Der Mini Buggy von X-raid konnte nicht gegen die neuen Autos kämpfen

Foto: X-raid

"Nach dem vierten Platz im Vorjahr konnte es nur ein Ziel geben: das Podium", sagt Gottschalk. "Bei der Weichenstellung mussten wir früh entscheiden, auf welches Material wir setzen - also auf welches Auto."

"Im Nachhinein müssen wir aber erkennen, dass die neuen Autos nach T1+-Reglement im großen Tempo-Vorteil waren. So blieb uns nur die Möglichkeit, jeden einzelnen Tag konstant und fehlerfrei zu bleiben und ein solides Ergebnis abzuliefern. Das ist uns im Großen und Ganzen auch geglückt."

"Wir haben uns Zug um Zug vorgearbeitet, zeitweilig bis auf Position vier im Gesamtklassement. Am Ende haben wir ein bisschen Pech gehabt, aber - Hand aufs Herz - unsere direkten Konkurrenten waren aufgrund des Materials überlegen, dagegen konnten wir nichts ausrichten."

Audi mit insgesamt vier Etappensiegen

Bester Audi-Fahrer im Ziel war schlussendlich Mattias Ekström, der es als Neunter in die Top 10 schaffte. Audi hat mit dem neuen Hybridfahrzeug insgesamt vier Etappensiege erobert und damit das Potenzial dieses Fahrzeugs mit revolutionärem Antrieb bewiesen.

Emil Bergkvist, Mattias Ekström

Matthias Ekström schaffte es als bester Audi-Fahrer in die Top 10

Foto: Audi

In der ersten Woche hatte es allerdings bei den Fahrzeugen von Peterhansel und Carlos Sainz Dämpferprobleme gegeben. Die zweite Woche lief dann für Audi deutlich besser.

Ergebnis der 12. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

South Africa Henk Lategan

South Africa Brett Cummings

Toyota

1:35:19 Stunden

2

France Stephane Peterhansel

France Edouard Boulanger

Audi +0:49 Minuten
3

South Africa Brian Baragwanath

South Africa Leonard Cremer

Century +1:51
4

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +2:20
           5

Lithuania Vaidotas Zala

Portugal Paulo Fiuza

Mini 4x4

+3:25

6

Argentina Orlando Terranova

Spain Daniel Oliveras

BRX +3:47
7

Brazil Marcelo Tiglia Gastaldi

Brazil Cadu Sachs

Century +4:16
8

Netherlands Bernhard ten Brinke

France Sebastien Delaunay

Toyota +4:27
9

United Arab Emirates Khalid Al-Qassimi

Germany Dirk von Zitzewitz

Peugeot +5:03
10

Argentina Sebastian Halpern

Argentina Bernardo Graue

Mini Buggy +5:19

Endergebnis nach 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota

38:33:03 Stunden

2

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +27:46 Minuten
3

Saudi Arabia Yazeed Al-Rajhi

United Kingdom Michael Orr

Toyota +1:01:13 Stunden
4

Argentina Orlando Terranova

Spain Daniel Oliveras

BRX +1:27:23
           5

South Africa Giniel de Villiers

South Africa Fabian Murphy

Toyota

+1:41:48

6

Poland Jakub Przygonski

Germany Timo Gottschalk

Mini Buggy +1:53:06
7

France Mathieu Serradori

France Loic Minaudier

Century +2:32:05
8

Argentina Sebastian Halpern

Argentina Bernardo Graue 

Mini Buggy +2:38:26
9

Sweden Mattias Ekström

Sweden Emil Bergkvist 

Audi +2:42:11
10

Russian Federation Wladimir Wasiljew

Latvia Oleg Uperenko

BMW +3:02:21

Mit Bildmaterial von Red Bull Contentpool.

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