Neues Motorrad, personelle Verstärkung: KTM will Dakar-Sieg zurückerobern

Nach zwei Niederlagen hat KTM viel verändert - Das Dakar-Motorrad ist eine Neuentwicklung - Kevin Benavides und Berater Marc Coma verstärken das Team

Neues Motorrad, personelle Verstärkung: KTM will Dakar-Sieg zurückerobern

KTM hat sich bei den ersten beiden Ausgaben der Rallye Dakar in Saudi-Arabien Konkurrent Honda geschlagen geben müssen. Um den Sieg wieder nach Österreich zu holen, wurden technische und personelle Veränderungen vorgenommen.

In den vergangenen zwei Jahren wurde die KTM 450 Rally grundlegend neu entwickelt. Der Stahlrahmen orientiert sich jetzt mehr an Chassis für Motocross-Motorräder. "Der Unterschied ist riesig", sagt Matthias Walkner über sein neues Arbeitsgerät.

"Der Rahmen, die Schwinge, die Dämpfer, die Tanks, die Form - alles! Es ist wirklich ein komplett neues Motorrad. Wir werden sehen, ob das neue Motorrad gut genug für den Sieg ist." Die WM-Saison wurde noch nicht mit dem neuen Bike bestritten.

Trotzdem wurde Walkner zum zweiten Mal nach 2015 Cross-Country-Weltmeister. Seine Bilanz war beeindruckend: Platz zwei in Kasachstan, Sieg bei der Seidenstraßen-Rallye, Rang zwei in Marokko und Sieg bei der Abu Dhabi Desert-Challenge.

"Dass ich in allen vier Rennen, an denen wir teilgenommen haben, in den Top 2 war und zwei Siege gefeiert habe, zeigt, dass meine Leidenschaft so groß wie immer ist", sagt Walkner. Der Dakar-Sieger von 2018 wurde in Österreich auch zum Motorsportler Motorrad des Jahres gewählt.

Wie schätzt er seine Erfolgschancen für den Januar ein? "Marokko ist eines der wichtigsten Rennen im Vorfeld der Dakar. Das liegt am Terrain. Außerdem waren alle Topfahrer dort. Mit nur zwei Minuten Rückstand wurde ich Zweiter. Ich fühle mich gut und bin bereit!"

Kevin Benavides: Honda-Sieger neu bei KTM

Neben Walkner tritt das KTM-Werksteam mit Toby Price (Dakar-Sieger 2016 und 2019) sowie mit Kevin Benavides an. Letzterer ist amtierender Titelverteidiger. Im Januar 2021 gewann Benavides mit Honda und wechselte dann im Frühling zu KTM.

Der Argentinier hat eine schwierige und von Verletzungen geprägte Saison hinter sich. Er hätte im Juni bei der Rallye Kasachstan erstmals für KTM antreten sollen. Das musste aber abgesagt werden, weil sich Benavides bei einem Trainingssturz eine Schulter verletzt hatte.

Im Spätsommer stieg der 32-Jährige wieder ins Training ein. Bei der Marokko-Rallye wurde Benavides Siebter. "Es war ein hartes Jahr für mich", sagt der Dakar-Titelverteidiger. "Just nachdem ich für KTM unterschrieben hatte, habe ich mir meine Schulter verletzt."

Kevin Benavides

Nach Honda will Kevin Benavides die Dakar auch mit KTM gewinnen

Foto: KTM

"Genau zu dem Zeitpunkt, als ich so viel wie möglich hätte fahren sollen, war ich monatelang nicht auf dem Motorrad. Schließlich war das Test- und Trainingsprogramm intensiv. Das Team kam nach Amerika, wo wir viel mit dem neuen Motorrad gearbeitet haben."

Die Vorbereitung für die Rallye Dakar war nicht ganz optimal. Benavides hat aber ein langfristiges Ziel: "Obwohl ich mich bei Honda zu Hause gefühlt habe und ich ihnen für alle Möglichkeiten danke, habe ich aufgrund der Zielsetzung gewechselt."

"Ich habe die Chance bekommen, für die beiden besten Rally-Raid-Konstrukteure zu fahren. Ich habe mir das Ziel gesetzt, die Dakar noch einmal mit einem anderen Team zu gewinnen. Das hat [bei den Motorrädern] noch niemand geschafft."

Marc Coma zurück als Berater

Benavides ist aber nicht die einzige personelle Verstärkung bei KTM. Marc Coma ist zurückgekehrt. Der Spanier hat die Dakar fünfmal gewonnen. Zwischen 2016 und 2018 war Coma Sportdirektor der Rallye und ist in die Routenplanung (damals in Südamerika) involviert gewesen.

Marc Coma

Fünfmal hat Marc Coma die Rallye Dakar mit KTM gewonnen

Foto: KTM

"Einmal bin ich sogar als Beifahrer in einem Auto angetreten", sagt Coma, der KTM in Saudi-Arabien als Berater zur Seite stehen wird. "Ich habe das Gefühl, dass ich Erfahrung aus verschiedenen Sichtweisen einbringen und den Fahrern und dem Team helfen kann."

Neu im KTM-Rallye-Team ist Danilo Petrucci. Der langjährige MotoGP-Fahrer erfüllt sich mit der Rallye Dakar einen großen Traum. Sein vorrangiges Ziel lautet, die Distanz zu schaffen und nach zwei Wochen wohlbehalten über die Zielrampe in Dschidda zu fahren.

Auch GasGas und Husqvarna mit starkem Aufgebot

Auch die anderen beiden Marken der Pierer Mobility AG sind mit starker Besetzung in Saudi-Arabien am Start. Für GasGas treten Sam Sunderland (Dakar-Sieger 2017) und Shootingstar Daniel Sanders an. Letzterer steht vor seiner zweiten Rallye Dakar.

Sam Sunderland

Sam Sunderland tritt nun in den Farben von GasGas an

Foto: GasGas

Bei seiner Premiere 2021 überraschte Sanders, der als Australier ein enger Kumpel von Price ist, die Rallye-Szene und wurde Vierter. Die WM-Saison schloss Sanders außerdem auf Platz drei ab. Er wird als künftiger Dakar-Sieger gehandelt.

Husqvarna schickt Luciano Benavides, den jüngeren Bruder von Kevin, und Skyler Howes an den Start. Während Luciano Benavides schon länger Teil der KTM-Familie ist, zählt Howes ähnlich wie Sanders zu den Aufsteigern der vergangenen zwölf Monate.

2021 war Howes als Privatier bei der Dakar am Start. Der US-Amerikaner beeindruckte mit Platz fünf. Das brachte ihm den Werksvertrag bei Husqvarna. Bereits im Jahr 2019 hatte Howes als Privatfahrer mit Rang neun sein Talent gezeigt.

Mit Bildmaterial von KTM.

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