Rallye Dakar 2022: Al-Attiyah dominiert 1. Etappe, Peterhansels Audi steht

Nasser Al-Attiyah (Toyota) gewinnt die erste Etappe vor Sebastien Loeb (BRX) - Alle drei Audi verlieren viel Zeit, Stephane Peterhansel reißt sich ein Hinterrad ab

Rallye Dakar 2022: Al-Attiyah dominiert 1. Etappe, Peterhansels Audi steht

Die Rallye Dakar startete in Saudi-Arabien mit einer harten ersten Etappe. Mehrere Topfahrer hatten Navigationsprobleme, Defekte oder andere Schwierigkeiten. Keine Probleme hatte Toyota-Speerspitze Nasser Al-Attiyah, der sich den Tagessieg sicherte.

Stephane Peterhansel (Audi) hat keine Chance mehr auf seine Titelverteidigung. Der Franzose verlor durch einen Achsbruch mehrere Stunden. Auch der deutsche Beifahrer Dirk von Zitzewitz musste sich nach Getriebeproblemen im Peugeot von einem Spitzenergebnis verabschieden.

Am Sonntag stand die erste richtige Etappe auf dem Programm. Es wurde eine Schleife nördlich von Ha'il gefahren. Die Gesamtdistanz betrug 514 Kilometer. 333 davon wurden gezeitet. Das Terrain war abwechslungsreich. Zunächst war es bis zum ersten Checkpunkt sandig.

Etwa bei Kilometer 130 änderte sich die Landschaft und es wurde hügeliger. Die Untergrund wurde härter und steiniger. Es ging zwischen den Bergen auch durch kleine Schluchten. Der letzte Teil umfasste Dünen, die Abhänge von 200 bis 200 Metern haben konnten.

Kein guter Tag für Audi

Bereits bei den Motorrädern hatte ich gezeigt, dass die Navigation sehr knifflig war. Es gab aber auch andere Probleme. Audi ist mit allen drei Fahrzeugen bereits nicht mehr Kandidat für Spitzenplätze. Zunächst traf es Titelverteidiger Peterhansel.

 

Beim Auto des Dakar-Rekordsiegers brach die Hinterachse, das linke Hinterrad war abgerissen. Der Audi stand ungefähr bei Kilometer 153. Peterhansel und Co-Pilot Edoard Boulanger mussten auf den Assistenztruck warten - mehrere Stunden verstrichen.

Insgesamt war es für die deutsche Marke, die mit einem komplexen, neuen Hybridantrieb antritt, ein schwieriger Tag. Matthias Ekström erreichte das Tagesziel mit eineinhalb Stunden Rückstand. Carlos Sainz büßte etwas mehr als zwei Stunden ein.

Auch Khalid Al-Qassimi und sein deutscher Beifahrer von Zitzewitz steckten in Schwierigkeiten. Ab Kilometer 68 gab es einen Defekt beim Getriebe des Peugeot 3008 DKR Buggy. Der vierte, fünfte und sechste Gang waren gebrochen und funktionierten nicht mehr.

Mit Henk Lategan traf es einen weiteren Top-10-Faher. Der Südafrikaner strandete mit seinem Toyota ebenfalls mit einer gebrochenen Hinterachse. Auch er hatte ein Hinterrad verloren. Das passierte bei Kilometer 142, nicht weit von Peterhansels Stelle entfernt.

Al-Attiyah lobt neuen Toyota Hilux T1+

Am besten meisterten Al-Attiyah und Sebastien Loeb (BRX) die Etappe. Sie erreichten als Erste das Ziel. Nach einer Fahrtzeit von dreieinhalb Stunden sicherte sich Al-Attiyah knapp 13 Minuten vor Loeb den Tagessieg.

"Es war unglaublich, weil es eine wirklich knifflige Etappe war", berichtet Al-Attiyah und gibt zu: "Ich dachte, dass es einfacher sein würde. Matthieu hat vor allem im zweiten Abschnitt sehr gut navigiert. Einmal sahen wir zu weit rechts eine Spur und er sagte, ich solle links bleiben."

Nasser Al-Attiyah, Matthieu Baumel

Co-Pilot Matthieu Baumel und Nasser Al-Attiyah

Foto: Red Bull Contentpool

"Beim nächsten Wegpunkt sahen wir, dass wir richtig waren. Dann sind wir mit Seb zu Ende gefahren. Der Toyota funktioniert perfekt, ich habe mit dem T1+ viel Spaß. Für uns war es ein guter Tag. Es bleibt keine Zeit, um konservativ zu fahren."

Privatier Martin Prokop (Ford) nutzte seine spätere Startposition und kam mit der drittbesten Zeit ins Ziel. Mit Lucio Alvarez (Toyota) und Wladimir Wasiljew (BMW) sind zwei weitere Außenseiter im Spitzenfeld zu finden. Das Tagesergebnis wurde auch von den Startpositionen beeinflusst.

Timo Gottschalk büßt als vorderer Starter Zeit ein

Timo Gottschalk, der Beifahrer von Jakub Przygonski im Mini Buggy, ist weiterhin in den Top 10 zu finden. Sie zählten heute zu jenen Autos, die die Strecke eröffnen mussten, während sich die Verfolger an den Spuren orientieren konnten. Przygonski/Gottschalk büßten rund 42 Minuten ein.

Timo Gottschalk

Co-Pilot Timo Gottschalk ist weiterhin in den Top 10

Foto: X-raid

"An einer Stelle ging es bei der Navigation eher um Raten als ums Wissen, wo es langgeht", schildert Navigator Gottschalk. "Dort haben viele Teams gesucht. Wir haben lange gebraucht, den Wegpunkt zu finden und haben damit viel Zeit eingebüßt. Schade, aber wir schauen nach vorn."

Morgen geht es von Ha'il weiter nach Al-Artawiyah. Ursprünglich hätte es der erste Teil einer Marathonetappe sein sollen. Diese Pläne wurden kurzfristig geändert. Starke Regenfälle haben das Biwak überflutet, in dem die Teilnehmer die Nacht von Montag auf Dienstag verbringen hätten sollen. Die Etappen zwei und drei werden normale Etappen mit gewohnter Unterstützung der Teams.

Ergebnis der 1. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota

3:30.53 Stunden

2

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +12:44 Minuten
3

Czech Republic Martin Prokop

Czech Republic Viktor Chytka

Ford +22:39
4

Argentina Lucio Alvarez

Spain Armand Monleon

Toyota +27:42
           5

Russian Federation Wladimir Wasiljew

Latvia Oleg Uperenko

BMW

+28:58

6

Argentina Sebastian Halpern

Argentina Bernardo Graue

Mini Buggy +29:37
7

South Africa Giniel de Villiers

South Africa Dennis Murphy

Toyota +33:33
8

Poland Jakub Przygonski

Germany Timo Gottschalk 

Mini Buggy +41:51
9

Saudi Arabia Yazeed Al-Rajhi

United Kingdom Michael Orr

Toyota +43:40
10

France Cyril Despres

South Africa Taye Perry

Peugeot +48:53

Mit Bildmaterial von Red Bull Contentpool.

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