Rallye Dakar 2022: Erster Etappensieg für Audi-Fahrer Mattias Ekström

Audi feiert in der achten Etappe mit Mattias Ekström und Stephane Peterhansel einen Doppelsieg - Sebastien Loeb nimmt Nasser Al-Attiyah sieben Minuten ab

Rallye Dakar 2022: Erster Etappensieg für Audi-Fahrer Mattias Ekström

Audi hat die achte Etappe der Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien bestimmt. Mattias Ekström eroberte vor seinem Teamkollegen Stephane Peterhansel den Tagessieg. Für Ekström, den zweimaligen DTM-Champion und ehemaligen Rallycross-Weltmeister, war es der erste große Erfolg bei der Rallye Dakar.

Im Kampf um den Gesamtsieg machte Sebastien Loeb (BRX) sieben Minuten auf Nasser Al-Attiyah (Toyota) gut. Das bedeutet, dass Al-Attiyah, der heute technische Probleme hatte, in der Gesamtwertung einen Vorsprung von 38 Minuten verteidigt hat.

Am Montag mussten in südlicher Richtung 830 Kilometer von ad-Dawidimi nach Wadi Ad-Dawasir zurückgelegt werden. Die Speziale betrug 394,90 Kilometer. Sand und Dünen prägten das Terrain. Die Navigation war einmal mehr eine Herausforderung.

Fernduell Sebastien Loeb gegen die drei Audis

Loeb eröffnete die Etappe, aber schon nach 28 Kilometern hatte der Franzose einen Reifenschaden. Beim ersten Checkpunkt zeigte sich, dass Loeb dadurch fünf Minuten auf Al-Attiyah verloren hatte. Der Vorteil lag bei den hinteren Startern. Audi ritt eine Attacke.

Bei der Zwischenwertung nach 42 Kilometern führte Ekström vor Peterhansel und Carlos Sainz. In dieser Gegend musste Nani Roma wegen eines technischen Defekts an seinem BRX Hunter anhalten. Er stellte sich auf eine lange Reparaturzeit ein.

Sebastien Loeb

Sebastien Loeb probierte eine weitere Attacke auf Nasser Al-Attiyah

Foto: Red Bull Contentpool

Loeb steckte nicht auf und fuhr volle Attacke. Auf den nächsten 40 Kilometern machte er wieder zwei Minuten auf Al-Attiyah gut. In der Folge verkürzte Loeb im virtuellen Klassement den Rückstand auf das Audi-Trio. Al-Attiyah verlor durch einen Reifenschaden auch fünf Minuten.

Nach 170 Kilometern führte wieder Loeb die Zwischenwertung an. Bis zu diesem Zeitpunkt betrug der Zeitverlust von Al-Attiyah achteinhalb Minuten. Er fuhr gemeinsam in einem Konvoi mit anderen Toyota-Fahrern.

Erster Dakar-Erfolg für Mattias Ekström

Bis zum Schluss blieb es ein enges Rennen zwischen den Audis und Loeb. Schließlich sicherte sich Ekström den ersten Etappensieg seiner Karriere. Für den neue Audi war es der zweite Tageserfolg, denn Sainz hat Etappe 3 gewonnen.

Für Audi war es insgesamt ein guter Tag. Peterhansel belegte Rang zwei und Sainz hinter Loeb Rang vier. In der Gesamtwertung verbesserte sich Ekström, der bester Audi-Vertreter ist, auf Position elf. Auf die Top 10 fehlen dem Schweden noch rund 20 Minuten.

Mattias Ekström

Mattias Ekström bestreitet seine zweite Rallye Dakar, im Vorjahr fuhr er ein SSV

Foto: Audi

"Es war ein sehr guter Beginn, in den Dünen war ich dann vorsichtiger und langsamer", berichtet "Eki". "Nach dem Regrouping fühlte ich mich besser. Dann bin ich einige Zeit im Staub von Yazeed gefahren. Nachdem er mich vorbeigelassen hat, haben wir attackiert. Es war ein sehr guter Tag."

"Es ist immer toll, wenn man Erfolg hat. Jeder kämpft um ein gutes Resultat. Emil [Bergkvist, Co-Pilot] und ich fühlen uns wie Rookies. Wir lernen jeden Tag dazu. Es sind so viele Kilometer. Heute haben wir keine Fehler gemacht. Beim Auto haben wir ein sehr gutes Set-up gefunden."

Nasser Al-Attiyah nur mit Vorderradantrieb

Loeb nahm heute Al-Attiyah, der Elfter wurde, sieben Minuten ab. "Wir haben die ganze Etappe attackiert", berichtet Loeb, "aber nach 28 Kilometern hatten wir einen Reifenschaden. Bei der Neutralisation mussten wir feststellen, dass wir den zweiten Ersatzreifen verloren hatten!"

Nasser Al-Attiyah

Erstmals traten technische Probleme an Al-Attiyahs Toyota Hilux auf

Foto: Red Bull Contentpool

"Die restlichen 250 Kilometer mussten wir fehlerfrei meistern. Ich habe bei den Steinen aufgepasst, denn ich wollte keinen weiteren Reifenschaden riskieren. Es war eine gute Etappe für uns. Nasser hat etwas Zeit verloren, er war heute nicht sehr schnell."

Al-Attiyah hatte technische Probleme: "Wir hatten einen Reifenschaden und nur noch Vorderradantrieb, weil etwas gebrochen ist. Das war beängstigend, aber in den letzten 50 Kilometern habe ich wieder angegriffen. Das war nicht einfach."

"Ich habe Glück, dass ich im Ziel bin und nur sieben Minuten auf Seb verloren habe. Jetzt haben wir Probleme bekommen und müssen den Grund herausfinden." Al-Attiyah fuhr mit einem neuen Differenzial, das am Ruhetag in den Hilux eingebaut worden war.

Przygonski/Gottschalk nun auf Platz vier

Jakub Przygonski und Timo Gottschalk schafften es mit ihrem Mini Buggy heute in die Top 10. In der Gesamtwertung machten sie einen Platz gut und verbesserten sich auf Rang vier. Von hinten kommt aber Orlando Terranova im zweiten BRX Hunter von Prodrive immer näher.

"Eine lange, aber auch schöne Prüfung mit viel Sand und Dünen zu Beginn", berichtet Gottschalk. "Dass die Dünen weich waren, hat uns mit unserem Buggy etwas mehr zu schaffen gemacht als der Konkurrenz mit Allrad. Dort haben wir die meiste Zeit auf die 4x4 verloren."

Timo Gottschalk

Beifahrer Timo Gottschalk ist als Vierter der beste Deutsche

Foto: X-raid

"Ansonsten hatten wir ein gutes Tempo. Die Navigation hat auch gut funktioniert, nachdem wir die Art, wie ich vorlese, geändert haben. Das werden wir so beibehalten. Es wird jetzt spannend, wie viel Dünenanteil noch kommt und wie wir uns auf den vorderen Plätzen halten können."

Für die Zwillingsbrüder Tim und Tom Coronel ist die Rallye vorbei. Seit der sechsten Etappe hat Tim Rückenschmerzen. Trotz Physiotherapie wurde es immer schlimmer. "Er kann kaum gehen", berichtet Tom. Aus Sicherheitsgründen haben sich die Coronels zur Aufgabe entschieden.

Morgen steht eine Schleife südlich von Wadi Ad-Dawasir auf dem Programm. Mit 287 Kilometern fällt die Speziale etwas kürzer aus.

Ergebnis der 8. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

Sweden Mattias Ekström

Sweden Emil Bergkvist

Audi

3:43:21 Stunden

2

France Stephane Peterhansel

France Edouard Boulanger

Audi +0:49 Minuten
3

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +3:08
4

Spain Carlos Sainz

Spain Lucas Cruz

Audi +3:11
           5

South Africa Henk Lategan

South Africa Brett Cummings

Toyota

+3:20

6

Argentina Orlando Terranova

Spain Daniel Oliveras 

BRX +4:53
7

France Mathieu Serradori

France Loic Minaudier

Century +7:03
8

Poland Jakub Przygonski

Germany Timo Gottschalk

Mini Buggy +8:11
9

South Africa Giniel de Villiers

South Africa Fabian Murphy

Toyota +9:00
10

Saudi Arabia Yazeed Al-Rajhi

United Kingdom Michael Orr

Toyota +9:51

Gesamtwertung nach 8 von 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota

27:45:52 Stunden

2

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +37:58 Minuten
3

Saudi Arabia Yazeed Al-Rajhi

United Kingdom Michael Orr

Toyota +53:13
4

Poland Jakub Przygonski

Germany Timo Gottschalk 

Mini Buggy +1:28:06 Stunden
           5

Argentina Orlando Terranova

Spain Daniel Oliveras 

BRX

+1:31:39

6

Russian Federation Wladimir Wasiljew

Latvia Oleg Uperenko

BMW +1:40:57
7

South Africa Giniel de Villiers

South Africa Fabian Murphy 

Toyota +1:46:05
8

Argentina Sebastian Halpern

Argentina Bernardo Graue

Mini Buggy +2:08:42
9

Czech Republic Martin Prokop

Czech Republic Viktor Chytka

Ford +2:09:05
10

France Mathieu Serradori

France Loic Minaudier

Century +2:31:31

Mit Bildmaterial von Audi.

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