Rallye Dakar 2022: Sainz gewinnt Etappe 11, Al-Attiyah vor viertem Gesamtsieg

Audi erobert mit Carlos Sainz den nächsten Etappensieg - Nasser Al-Attiyah verteidigt am vorletzten Tag einen Vorsprung auf Loeb und steht vor Gesamtsieg

Rallye Dakar 2022: Sainz gewinnt Etappe 11, Al-Attiyah vor viertem Gesamtsieg

Nasser Al-Attiyah steht vor dem Gesamtsieg bei der Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien. Nach der elften und vorletzten Etappe hat der Toyota-Fahrer rund eine halbe Stunde Vorsprung auf Sebastien Loeb (BRX). Carlos Sainz eroberte am Donnerstag seinen zweiten Etappensieg in diesem Jahr. Für den neuen Audi mit Hybridantrieb war es der vierte Tageserfolg.

Der vorletzte Tag war eine Schleife rund um die Stadt Bischa. Die gewertete Speziale betrug 346 Kilometer. Sie wurde von vielen als "Königsetappe" bezeichnet, da es nur Sand und unzählige Dünen jeder Art gab. Die Navigationskünste wurden auch auf die Probe gestellt.

Nach seinem gestrigen Etappensieg eröffnete Stephane Peterhansel mit seinem Audi die Strecke. Ähnlich wie bei den Motorrädern zeigte sich, dass die Navigation knifflig war. Auf den ersten 126 Kilometern verlor er mehr als sechs Minuten auf Teamkollege Sainz.

Schwierigkeiten gab es bei einem Toyota. Henk Lategan stand bei Kilometer 80 mit einem technischen Problem. Der Südafrikaner verbrachte dort rund eine Stunde in der Wüste, um den Schaden zu reparieren.

Sebastien Loeb nimmt Nasser Al-Attiyah zu wenig Zeit ab

Der Fokus lag auf dem Fernduell um den Sieg. Loeb fuhr volle Attacke, Al-Attiyah versuchte problemlos durchzukommen und seinen Vorsprung zu verwalten. Nach 126 Kilometern hatte er rund eineinhalb Minuten auf Loeb verloren.

Sebastien Loeb

Sebastien Loeb ist auf dem Weg zu seinem dritten Dakar-Podestplatz

Foto: Red Bull Contentpool

Dieser Trend setzte sich fort. Sainz führte das virtuelle Zwischenklassement an. Loeb kam dem Spanier immer näher und vergrößerte den Vorsprung auf Al-Attiyah auf rund zwei Minuten. Das war aber zu wenig, um Al-Attiyah richtig unter Druck zu setzen.

Bis Kilometer 257 konnte Loeb "nur" drei Minuten auf Al-Attiyah gutmachen. Nach 303 Kilometern waren es vier Minuten. Schließlich sicherte sich Sainz seinen zweiten Tagessieg in diesem Jahr. Loeb belegte mit zwei Minuten Rückstand Rang zwei. Aber das Ergebnis änderte sich.

Sebastien Loeb erhält auch noch fünf Strafminuten

Die Rennleitung brummte Loeb fünf Strafminuten wegen Speeding in einer neutralisierten Zone auf. Dadurch fiel er im Tagesergebnis hinter Al-Attiyah auf Rang acht zurück. Somit hat Al-Attiyah vor der letzten Etappe einen Vorsprung von 33:19 Minuten auf Loeb.

"Es war eine sehr gute Etappe. Wir haben getan, was wir konnten", sagt Loeb. "Ich bin zufrieden, unser Rhythmus ist sehr gut. Das Auto ist stark und gut. Wir haben immer gut navigiert. An einem Tag haben wir wegen des Differenzialschadens viel Zeit verloren. Es ist wie es ist."

Nasser Al-Attiyah

Nasser Al-Attiyah trennt nur noch eine Etappe von seinem vierten Dakar-Sieg

Foto: Red Bull Contentpool

"Es war eine schwierige Etappe", findet Al-Attiyah. "Morgen ist es ein kurzer Tag. Wir müssen mit dieser Pace weitermachen, damit wir gewinnen. Wir führen von Beginn an. Es ist nicht einfach, die Dakar zu kontrollieren, aber wir haben viel Erfahrung. Man muss nicht jeden Tag gewinnen."

Für Audi setzte sich die gute zweite Woche fort. Sainz durfte sich über den 41. Tagessieg seiner Karriere freuen. Mattias Ekström belegte hinter Lucio Alvarez (Toyota) Rang drei und Peterhansel Position sechs. In der Gesamtwertung ist Ekström als Neunter bester Audi-Fahrer.

"Es war eine sehr schwierige Etappe, ich bin sehr glücklich", sagt Sainz. "Es gab alles: Kamelgras, Dünen, noch mehr Dünen und schwierige Navigation, Flussbette und Steine. Es war eine komplette Etappe, die sehr schwierig zu eröffnen war."

Co-Pilot Timo Gottschalk verliert eine Position

Spannend war es im Feld der Verfolger. Jakub Przygonski und Timo Gottschalk (Mini Buggy) verloren heute 17 Minuten und landeten außerhalb der Top 10. In der Gesamtwertung fiel das polnisch-deutsche Duo hinter Giniel de Villiers (Toyota) auf Rang sechs zurück.

"Wir wollten nochmal angreifen, aber zwei Reifenschäden recht zeitig in der Prüfung haben das verhindert", seufzt Gottschalk. "Die haben auch recht viel Zeit gekostet, weil es beim Wechsel noch Probleme gab. Anschließend sind wir etwas ruhiger gefahren, um überhaupt ins Ziel zu kommen."

#203 X-Raid Orlen Team Mini: Jakub Przygonski, Timo Gottschalk

#203 X-Raid Orlen Team Mini: Jakub Przygonski, Timo Gottschalk

Foto: A.S.O.

"Uns war ohnehin klar, dass es schwierig werden würde, Giniel de Villiers und Dennis Murphy im Werks-Toyota aus eigener Kraft zu halten. Wir sind jetzt im Kampf um Platz sechs noch ein paar Minuten vorn – die wollen wir morgen ins Ziel bringen."

Morgen führt die zwölfte und letzte Etappe über 680 Kilometer von Bischa nach Dschidda. Die letzte Speziale umfasst 164 Kilometer. Bringt Al-Attiyah seinen Vorsprung ins Ziel, dann wäre es sein vierter Gesamtsieg in der Automobilklasse.

Ergebnis der 11. Etappe (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

Spain Carlos Sainz

Spain Lucas Cruz

Audi

3:29:32 Stunden

2

Argentina Lucio Alvarez

Spain Armand Monleon 

Toyota +3:10 Minuten
3

Sweden Mattias Ekström

Sweden Emil Bergkvist

Audi +3:53
4

Spain Nani Roma

Spain Alex Haro Bravo

BRX +4:10
           5

South Africa Giniel de Villiers

South Africa Dennis Murphy

Toyota

+5:11

6

France Stephane Peterhansel

France Edouard Boulanger

Audi +5:54
7

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota +6:42
8

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +7:21
9

Argentina Orlando Terranova

Spain Daniel Oliveras

BRX +7:53
10

France Mathieu Serradori

France Loic Minaudier

Century +10:38

Gesamtwertung nach 11 von 12 Etappen (Top 10):

Pos.

Fahrer

Auto Zeit
1

Qatar Nasser Al-Attiyah

France Mattieu Baumel

Toyota

36:49:51 Stunden

2

France Sebastien Loeb

Belgium Fabian Lurquin

BRX +33:19 Minuten
3

Saudi Arabia Yazeed Al-Rajhi

United Kingdom Michael Orr

Toyota +1:03:43 Stunden
4

Argentina Orlando Terranova

Spain Daniel Oliveras

BRX +1:31:29
           5

South Africa Giniel de Villiers

South Africa Fabian Murphy

Toyota

+1:44:11

6

Poland Jakub Przygonski

Germany Timo Gottschalk

Mini Buggy +1:51:57
7

Russian Federation Wladimir Wasiljew

Latvia Oleg Uperenko

BMW +1:59:49
8

France Mathieu Serradori

France Loic Minaudier

Century +2:34:19
9

Sweden Mattias Ekström

Sweden Emil Bergkvist 

Audi +2:39:57
10

Argentina Sebastian Halpern

Argentina Bernardo Graue

Mini Buggy +2:40:00

Mit Bildmaterial von Audi.

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