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Rallye Dakar: Maßnahmen für mehr Sicherheit für Motorradfahrer

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Rallye Dakar: Maßnahmen für mehr Sicherheit für Motorradfahrer
Autor:
Co-Autor: Sergio Lillo
12.03.2020, 10:14

Nach den tödlichen Unfällen bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien werden neue Maßnahmen geplant - Das Tempo soll niedriger werden, Airbags werden eingeführt

Cross-Country-Rallyes zählen vor allem für die Motorradfahrer zu den gefährlichsten Rennen. Das wurde im vergangenen Januar auf tragische Weise bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien deutlich. Mit Paulo Goncalves und Edwin Straver verunglückten gleich zwei Motorradfahrer tödlich. In Zukunft will man Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit zu verbessern und das Tempo etwas zu reduzieren.

Der Motorrad-Weltverband FIM, Dakar-Veranstalter ASO, die involvierten Motorradmarken und einige Fahrer haben sich vergangene Woche in Lissabon getroffen, um künftige Maßnahmen zu diskutieren. Rückschlüsse aus den tödlichen Unfällen zu ziehen war schwierig, denn Goncalves war bei hohem Tempo gestürzt und Straver eher bei niedriger Geschwindigkeit.

Mehrere Faktoren können zu gefährlichen Situationen führen: Erschöpfung, Dehydrierung, Navigationsfehler, Ablenkung, eingeschränkte Sicht auf Hindernisse, Ungenauigkeit des Roadbooks, das hohe Tempo und der Druck des immer enger werdenden Wettbewerbs. Denn es wird nicht um Minuten, sondern um Sekunden gekämpft.

Tempo soll reduziert werden

In Summe hat die FIM einige Vorschläge gemacht, um die Sicherheit für die Motorradfahrer in Zukunft zu verbessern. Die Cross-Country-Rallyes sollen in Zusammenarbeit mit einem ehemaligen Motorradfahrer designt werden. Es wird auch einen Inspektor für die Route geben, der alle Roadbooks entwickelt.

Alle Fahrer und Teams werden den gleichen Informationsstand haben und können die Schwierigkeit des Terrains einschätzen. Es soll bei der Route auch mehr Variationen geben, damit die Durchschnittsgeschwindigkeiten sinken. In Saudi-Arabien war das Durchschnittstempo deutlich höher als ursprünglich gedacht gewesen.

Matthias Walkner

Der Hubraum ist seit 2011 auf 450 Kubikzentimeter beschränkt

Foto: KTM

Es werden Luftmengenbegrenzer installiert, um die Leistung der Motoren zu reduzieren und somit auch das Tempo. Die Hersteller sprachen sich gegen Speedlimiter aus, denn das könnte dazu führen, dass einem Fahrer in einer komplizierten Situation die Leistung fehlt. Seit 2011 ist der Hubraum der Motorräder auf maximal 450 Kubikzentimeter beschränkt.

Airbags sollen ab 2021 verpflichtend sein

So bald wie möglich sollen auch Airbags vorgeschrieben sein. Im Laufe des Jahres wollen ASO und FIM mit verschiedenen Herstellern von Lederkombis zusammenarbeiten. Man muss die Airbags perfekt kalibrieren, damit sie nur dann aufgehen, wenn es wirklich zu einem Sturz kommt. Im Vergleich zur Rundstrecke gibt es viel mehr Vibrationen. Fahrer springen auch oft über Kuppen.

Es soll auch möglich sein, dass man den Airbag zweimal nutzen kann, bevor man das System neu befüllen muss. Das könnte man während eines Tankstopps machen. Außerdem soll das Gewicht des Airbags weniger als ein Kilogramm betragen. Spätestens 2021 soll der Airbag verpflichtend eingeführt werden.

David Castera

Dakar-Direktor Castera ist selbst Motorrad gefahren und war Beifahrer im Auto

Foto: Peugeot Sport

"Momentan ging es mehr darum, Gedanken zu sammeln als Entscheidungen zu treffen", sagt Dakar-Direktor David Castera gegenüber 'Motorsport.com'. "Wir haben mit den Teammanagern, einigen Fahrern und der FIM gesprochen. Es war interessant, allen zuzuhören, obwohl die Fahrer manchmal nichts ändern wollen, was in ihren Händen liegt."

"Aber ich denke, wir haben klargestellt, dass jeder einen Beitrag leisten muss. Ansonsten werden wir keine Ergebnisse erzielen. Diese Disziplin hat sich stark verändert. Früher waren Marc Coma und Cyril Despres sehr schnell, aber sie hatten die Fähigkeit, das Tempo herauszunehmen und eine Pause zu machen. Wenn heute Toby Price als Elfter startet und nicht weiß, was vor ihm passiert, dann fährt er von Beginn an Vollgas."

"Es gibt sieben bis zehn Fahrer, die gewinnen können. Sie fahren wie verrückt und wollen so schnell wie möglich sein. Es ist verrückt", spricht Castera den derzeit engen Wettbewerb in der Motorradklasse an. Zusätzlich zu den vorgeschlagenen Maßnahmen will man bei der Dakar auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Das wären zum Beispiel mehr Marathonetappen, bei der die Fahrer das Material schonen müssen, oder eine limitierte Anzahl an Reifen. Das soll auch dazu beitragen, das Tempo zu reduzieren. "Ich bin zufrieden mit dem konstruktiven Treffen", sagt FIM-Präsident Jorge Viegas. "Wir werden Lösungen testen und am Ende der Saison einen Plan aufstellen."

Die Cross-Country-Saison wird vom 20. bis 26. März mit der Abu Dhabi Desert Challenge beginnen. Insgesamt umfasst der Kalender fünf Rallyes. Bisher wurde aufgrund des Coronavirus noch kein Termin verschoben.

Mit Bildmaterial von HRC.

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Artikel-Info

Rennserie Rallye Dakar
Autor Gerald Dirnbeck