"Absoluter Traumjob": Ex-DTM-Siegerin Ellen Lohr neue AVL-Motorsportchefin

Wie es dazu kam, dass Ex-DTM-Siegerin Ellen Lohr nun den Sportbereich beim Motorsport-Dienstleister AVL leitet und wessen Nachfolge sie damit antritt

"Absoluter Traumjob": Ex-DTM-Siegerin Ellen Lohr neue AVL-Motorsportchefin

Spannender Karriereschritt für Ex-DTM-Siegerin Ellen Lohr: Die 55-Jährige ist seit Anfang des Jahres Motorsportchefin beim österreichischen Automobil-Dienstleister AVL. "Das ist ein absoluter Traumjob, weil die AVL von der Formel 1 über die MotoGP bis zur NASCAR mit fast allen Rennserien arbeitet", schwärmt Lohr im Gespräch mit 'Motorsport.com' von ihrer neuen Aufgabe. "Das ist wirklich faszinierend."

Die in Graz ansässige AVL beschäftigt insgesamt 11.500 Personen - und ist nicht irgendwer: Es handelt sich dabei weltweit um das größte, unabhängige Unternehmen für die Entwicklung, Simulation und das Testen von Antriebssystemen.

Auch im Motorsport hat man sich längst einen Namen gemacht, schließlich beliefert die 1948 gegründete AVL seit vielen Jahren Formel-1-Teams mit Simulationslösungen, Prüfstandtechnik und Antriebs-Know-how.

Wie Lohr zur AVL-Motorsportchefin wurde

Die in Monaco lebende Lohr, die nun zwischen dem Fürstentum und Graz pendelt, folgt als AVL-Motorsportchefin dem Österreicher Michael Resl nach, der im März 2020 zur ITR gewechselt war. Resl wurde nach Gordian von Schönings Abgang zu HWA bei der DTM-Dachorganisation Technikchef.

Doch wie kam Lohr eigentlich zu ihrer neuen Aufgabe? "Die AVL ist schon seit Jahrzehnten im Motorsport aktiv, aber ich habe sie erst ganz extrem wahrgenommen, als ich in der Formel E für Venturi gearbeitet habe", verweist sie auf das Jahr 2017, als sie beim monegassischen Rennstall den Marketingbereich führte.

"Damals hat es mich wahnsinnig genervt, dass ein Mitbewerber beim Energiemanagement so stark war und sie das im Gegensatz zu uns auf den Punkt hingebracht haben. Ich habe mich damals erkundigt, wer dafür zuständig ist. Und da stellte sich heraus, dass das die AVL aus Österreich ist. Seitdem habe ich mich intensiver mit der Firma beschäftigt. Zu Beginn der Coronakrise sind wir dann wegen der Stelle erstmalig in Kontakt gekommen."

"Motorsport spielt aktuell wichtige Rolle"

Ende 2019 konnte der Deal dann unter Dach und Fach gebracht werden. Lohrs offizielle Bezeichnung: Director Motorsport (Marketing, Communication, Lead Development). Sie weiß, dass in ihrem Bereich große Herausforderungen bevorstehen, sieht aber auch enorme Chancen. "Wir erleben gerade eine wahnsinnig spannende Zeit für den Motorsport, weil wir in einer extremen Umbruchphase leben", erklärt die Ex-Rennfahrerin.

"Wir haben die identischen Themen wie die Automobilindustrie: Elektrifizierung, Hybridisierung, niedrige Emissionen. Und wir sind wieder mal diejenigen, die das auf einem High-End-Level vorantreiben. Daher spielt der Motorsport aktuell so eine wichtige Rolle, was Entwicklungen für die Serie angeht."

Lohrs erfolgreiche Karriere

Lohr ist DTM-Fans vor allem durch ihren legendären Sieg in Hockenheim 1992 ein Begriff, als die damalige Mercedes-Werksfahrerin als bisher einzige Frau ein Rennen der Traditionsserie gewann. Insgesamt stand die deutsche Formel-Ford-Meisterin des Jahres 1987 bei 142 DTM-Starts fünfmal auf dem Podest. 1990 sorgte sie auch mit Platz zwei beim Formel-3-Klassiker in Monaco für Aufsehen.

Nach ihrer DTM-Zeit betrieb sie weiterhin erfolgreich Rundstrecken-Motorsport, ehe sie 2004 zu den Marathon-Rallyes wechselte und von 2005 bis 2007 an der Rallye Dakar teilnahm sowie mehrmals als Teamchefin fungierte.

2016 beendete sie ihre aktive Motorsportkarriere mit einem zweiten Platz bei der Truck-Europameisterschaft in Le Mans und konzentrierte sich fortan in ihrer Karriere auf den Marketingbereich. Anfang 2017 zog es Lohr in die Formel E, wo sie ein Jahr lang beim monegassischen Venturi-Team, dessen Leitung später von Ex-DTM-Pilotin Susie Wolff übernommen wurde, Marketingchefin war.

Mit Bildmaterial von Daimler.

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