Berger begeistert: "Verstehe nicht, wieso Formel 1 nicht in Assen fährt"

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Berger begeistert: "Verstehe nicht, wieso Formel 1 nicht in Assen fährt"
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Co-Autor: Tom Errington
24.07.2019, 06:06

DTM-Boss Gerhard Berger hält Assen nach der DTM-Premiere für "eine der besten Strecken": Wieso das Wochenende ein voller Erfolg war und wie die Zukunft aussieht

Gerhard Berger rollte Assen bereits vor der Premiere den roten Teppich aus, aber nach dem DTM-Rennwochenende mit 38.000 Zuschauern auf den Rängen zeigt sich der Chef der DTM-Dachgesellschaft ITR schwer beeindruckt: "Ich habe am Samstagabend eine Runde um die Strecke gedreht, und ich muss sagen: Ich verstehe nicht, warum die Formel 1 hier nicht fährt."

Der TT Circuit, der in der MotoGP Kultstatus genießt, hatte sich um einen Vertrag mit der Formel 1 bemüht, doch Zandvoort erhielt von Liberty Media den Vorzug. Der Dünenkurs war bis zum Vorjahr auch traditioneller Austragungsort der DTM, doch Berger outet sich klar als Fan der Strecke in Assen, die durch einen Dreijahresvertrag bis 2021 einen Platz im Kalender hat.

"Das ist eine der besten Strecken, die ich je gesehen habe: Hochgeschwindigkeits-Kurven, hohe Sicherheitsstandards, sehr gut organisiert, ein großes Fahrerlager, große Tribünen mit großen Parkplätzen, eine gute Hotel-Infrastruktur - einfach perfekt. Ich bin wirklich sehr positiv überrascht", schwärmt Berger gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Berger: Eine Frage des richtigen Promoters

Und auch Promoter Lee van Dam, der für das DTM-Rennen ordentlich die Werbetrommel rührte und so viele Zuschauer nach Assen lockte, erhält von Berger großes Lob. "All das ist auch eine Frage des richtigen Promoters. Und die Holländer pushen das wirklich aktiv. Wir brauchen einfach gute Events und gute Leute, die sie promoten. Man kann sehen, dass es aufgeht."

Da hilft auch, dass die Rennstrecke nur rund 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist - und so viele Zuschauer aus dem DTM-Kernland in die Niederlande reisten. Sie wurden bereits am Donnerstag mit einer begeistert aufgenommen Demo-Veranstaltung in der Innenstadt belohnt, an der neben DTM-Autos auch Formel-1-Boliden aus der BOSS-GP-Serie teilnahmen.

Berger: Assen nach Zandvoort ein Fortschritt

Die Rennserie, in der unter anderem ehemalige Formel-1-Autos von Privatfahrern gesteuert werden, wertete zudem das Rahmenprogramm auf. Also eine rundum gelungene Premiere? "Ich habe bisher nichts gesehen, von dem ich gesagt hätte: Das müssen wir ändern", bejaht Berger. "Wir müssen es uns hier nur noch etwas einrichten."

Hat Assen langfristig eine Zukunft im DTM-Kalender? "Nach diesem Wochenende ja!", stellt Berger klar und bestätigt daher einmal mehr, dass er nicht an eine Rückkehr nach Zandvoort denkt. "Wir waren zwar auch sehr zufrieden mit Zandvoort, aber es hat sich gezeigt, dass Assen ein Fortschritt für uns war. Diese Strecke ist viel moderner."

Berger wisse zwar, dass die Zandvoort-Anlage für das Formel-1-Comeback 2020 renoviert wird, dennoch wolle man an Assen festhalten. "Wir haben in diesem Jahr zwei neue Rennen, die sehr gut funktionieren - in Belgien und Holland", ist Berger auch mit Zolder zufrieden, wo die DTM ebenfalls weiterhin fahren wird.

Track-Limits und Überholmöglichkeiten kein Problem

Auch Assen-Promoter van Dam zeigt sich übrigens von der DTM-Premiere begeistert. "Alles ist gut gelaufen. Das Rennen selbst und auch unsere Zusammenarbeit mit der DTM-Dachgesellschaft ITR", sagt der Niederländer gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Ich habe auch mit vielen Fahrern und Teams gesprochen - und sie waren alle sehr zufrieden. Wir dachten im Vorhinein, dass das Überholen ein Problem sein würde, aber das war laut den Betroffenen nicht der Fall."

Sonntag-Sieger Mike Rockenfeller meint zwar, dass das Überholen in Assen "nicht super-einfach" sei, aber nach einigen Adaptionen am Freitag-Abend nach dem Freien Training, in dem die Baguette-Randsteine und die Track-Limits ein großes Thema waren, zeigt sich der Routinier mit dem Kurs sehr zufrieden: "Der Zustand, in dem die Strecke jetzt ist, der ist wirklich gut. Und es ist auch ziemlich klar, wo die Track-Limits sind."

Weitere Co-Autoren: Ronald Vording. Mit Bildmaterial von ITR.

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Rennserie DTM
Autor Sven Haidinger