DTM-Aus für Ex-Meister Bruno Spengler: "Wie kann man die Fans so vergraulen?"

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DTM-Aus für Ex-Meister Bruno Spengler: "Wie kann man die Fans so vergraulen?"
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04.01.2020, 10:12

Ex-Meister Bruno Spengler verlässt nach 15 Jahren unfreiwillig die DTM-Bühne: Wie seine Kollegen auf den prominenten Abgang reagieren, der bei Fans für Unmut sorgt

Das DTM-Aus für Routinier Bruno Spengler nach 15 Jahren sorgte in der Tourenwagenserie für ein kleines Erdbeben: Der Kanadier, der BMW im Comebackjahr 2012 gleich den Titel bescherte und nun unfreiwillig in die US-amerikanische IMSA-Serie versetzt wird, zählt zu den populärsten Piloten.

"Die Welt des Rennsports ist voller Überraschungen - und das war definitiv eine davon", meinte der einmalige Champion auf 'Twitter', der in der offiziellen BMW-Pressemitteilung keinen Hehl daraus machte, dass er "erst einmal enttäuscht" sei, dass er "2020 nicht mehr in der DTM starten werde".

Nicht nur Spengler, der 2019 neben Marco Wittmann und Philipp Eng als einziger BMW-Pilot siegte und in der Meisterschaft mit Platz neun drittbester Fahrer des Münchner Sextetts war, zeigt sich verwundert, dass er seinen Platz räumen muss, während Timo Glock und Sheldon van der Linde bleiben dürfen.

Unverständnis bei Ex-BMW-Pilot Jörg Müller

Auch die Fans auf Social Media mussten die Nachricht erst einmal verdauen. "Ohne dich wird die DTM nicht mehr die gleiche sein", war noch eine der freundlichsten User-Reaktionen. Ex-BMW-Pilot Jörg Müller übte auf 'Facebook' offene Kritik an seinem früheren Arbeitgeber: "Wie kann man die Fans nur so vergraulen?"

Bruno Spengler

Bis zuletzt in der DTM sehr populär: Spenglers Box wird von den Fans belagert

Foto: BMW

Aber auch seine DTM-Teamkollegen zeigten sich sichtlich überrascht, dass der 36-Jährige, der in 195 DTM-Rennen 16 Siege, 18 Poles und 51 Podestplätze holte, 2020 nicht mehr dabei sein wird. "Das ist wirklich schade", schrieb Glock auf 'Instagram'.

Wehmut und aufmunternde Worte für Spengler

"Wir waren bei MTEK und bei RMG Teamkollegen, und es war ganz klar das absolute Highlight, mit ihm und Alex Zanardi in Spa-Francorchamps das Cockpit zu teilen", verweist der Ex-Formel-1-Pilot auf den 24-Stunden-Klassiker im Jahr 2015, als sich das Trio stark präsentierte. "Alles Gute für nächstes Jahr."

 

Die Antwort auf die freundlichen Worte ließ nicht lange auf sich warten. "Danke, Kumpel, ich werde dich auch vermissen. Unser Rennen in Spa war definitiv ein großes Highlight. Auf ein Neues!"

Auch BMW-Werkspilot Martin Tomczyk stimmt Glock zu: "Das ist definitiv ein großer Verlust für die DTM, aber ein großer Gewinn für die IMSA-Serie." Der Ex-DTM-Meister munterte Spengler auf: "Kopf hoch, Buddy!"

Würdiger Abschied als BMW-Gastfahrer?

Doch auch aus den Reihen der Konkurrenz wurde Spengler gewürdigt. "Ich habe das Racing mit dir wirklich genossen, Bruno", schreibt sein langjähriger Mercedes-Weggefährte Jamie Green, der nach seiner Silberpfeil-Ära zu Audi wechselte. "Ich hoffe, dass du in der IMSA viel Spaß und Erfolg haben wirst." Und auch Audis Vizemeister Nico Müller trauert Spengler nach: "Wir werden dich vermissen, Bruno. Alles Gute!"

Zumindest einmal werden die DTM-Piloten voraussichtlich noch die Gelegenheit bekommen, sich mit Spengler zu messen. "Wir werden sicherstellen, dass er sich im kommenden Jahr würdig von den BMW-Fans in der DTM verabschieden kann", deutete BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt noch im Jahr 2019 einen Gaststart des Publikumslieblings in der bevorstehenden DTM-Saison an.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie DTM
Autor Sven Haidinger