Gass nach Audi-Kollision: "Wollen doch spektakulären Rennsport sehen"

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Gass nach Audi-Kollision: "Wollen doch spektakulären Rennsport sehen"
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09.07.2019, 10:12

Audi-Sportchef Dieter Gass erklärt, wieso die Kollision zwischen Nico Müller und Rene Rast kaum zu verhindern war und die Alternative Langeweile ist

Die Kollision zwischen den beiden in der Meisterschaft führenden Audi-Piloten Rene Rast und Nico Müller nach dem Startgerangel war der Aufreger am Norisring-Wochenende. Ohne den Zwischenfall im Schöller-S hätte man Bruno Spengler den Sieg vermutlich noch streitig machen können, denn Rast und Müller erwiesen sich auf dem Norisring als bärenstark.

Hätte Audi also seine drei in der Startaufstellung voranliegenden Piloten mit klaren Anweisungen ins Rennen schicken müssen? "Kontakte zwischen Audi-Fahrern wollen wir nicht unbedingt sehen", stellt Audi-Sportchef Dieter Gass klar, verteidigt aber die eigene Herangehensweise, dass man den Piloten Freiraum gibt.

"Man muss auch sagen - und da komme ich wieder auf die zweite Kurve zurück: Wenn die immer so viel Platz lassen, dass ganz sicher nichts passiert, dann werden wir relativ unspektakulären Rennsport sehen. Das wollen wir natürlich auch nicht."

Stattdessen wolle man ja sehen, "dass auch mal die Markenkollegen miteinander kämpfen. Das ist bislang dieses Jahr auch meistens gutgegangen, und jetzt hatten wir halt diesen ärgerlichen Vorfall."

Es ist allerdings nicht der erste derartige Vorfall in diesem Jahr: Erst am Wochenende vor dem Norisring in Misano drehte Phoenix-Audi-Pilot Loic Duval seinen Abt-Audi-Markenkollegen Robin Frijns im Zweikampf um und erhielt dafür wie Müller eine Durchfahrtsstrafe.

Hat also Audi diesbezüglich tatsächlich Nachholbedarf? "Mein Gedächtnis reicht länger als zwölf Stunden. Es reicht 24 Stunden - und da habe ich ja gesehen, dass es bei einem anderen Hersteller auch der Fall war", meinte Gass am Sonntag am Norisring und spielte damit auf die BMW-Kollisionen am Samstag zwischen Sheldon van der Linde und Timo Glock, die beiden das Rennen zerstörte, sowie Philipp Eng und Bruno Spengler an.

Glock war dieses Jahr schon vor dem Norisring-Rennen mit BMW-Kollegen aneinandergeraten. "Das passiert", meint Gass. "Wir haben engen Rennsport, und jeder will gewinnen. Wir wollen es natürlich nicht sehen, aber das ist außerhalb unserer Kontrolle, und das wird man nicht verhindern können. Daher sagen wir: Wenn wir es versuchen, das zu verhindern, dann werden die Rennen ein bisschen langweilig."

Mit Bildmaterial von ITR.

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