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Honda, Toyota und Nissan: Retten die Japaner die DTM?

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Honda, Toyota und Nissan: Retten die Japaner die DTM?
Autor:
Co-Autor: Jamie Klein
27.05.2020, 13:54

Die japanischen Super-GT-Hersteller hätten Boliden, mit denen sie Audis DTM-Aus wettmachen könnten: Was sie zu einem möglichen DTM-Einstieg 2021 sagen

Nach dem Audi-Ausstieg Ende 2020 ruht die Hoffnung vieler DTM-Fans auf den japanischen Super-GT-Herstellern: Toyota, Honda und Nissan sind in Besitz von Class-1-Boliden, die in der DTM einsatzfähig wären, und müssten daher keine neuen Autos für die Traditionsserie entwickeln. Gerade in Corona-Zeiten, in denen das Geld alles andere als locker sitzt, ein enormer Vorteil.

Könnte es also sein, dass zumindest einer der drei Hersteller zum Retter in der Not wird und 2021 BMW herausfordert? Die Entscheidung müsste spätestens jetzt fallen, wie Jens Marquardt weiß.

"Ein Engagement in einer anderen Serie ist wirklich nur mit einem guten Jahr Vorbereitung möglich", meinte der BMW-Motorsportdirektor Ende 2019, als er auf den möglichen Einstieg eines japanischen Herstellers angesprochen wurde.

Honda erteilt DTM klare Absage

"Du brauchst ein Team, musst eine Basis haben. Das ist nichts, was man in zwei, drei Monaten macht und einfach so hinknallt, sondern das braucht wirklich eine ordentliche Vorlaufzeit und Vorbereitung."

Doch wie stehen die Japaner zu einem möglichen DTM-Engagement? Bei Honda hält sich das Interesse in Grenzen, den NSX-GT einzusetzen, wie Motorsportchef Hiroshi Shimizu klarstellt. "Obwohl wir die Bedeutung der DTM und die Erwartungen der Fans voll und ganz verstehen, muss ich sagen, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt leider keine Pläne haben, in die DTM einzusteigen", teilt der Japaner auf Anfrage von 'Motorsport.com' mit.

Hondas Motorsportbudget ausgereizt

"Wählen bedeutet Verzicht", ergänzt Shimizu. Rennsport liege zwar in Hondas DNA und man überwache "kontinuierlich" auch Rennserien, an denen man nicht teilnimmt. "Unsere Strategie im Tourenwagen-Bereich sieht aber vor, dass wir auf Basis wirtschaftlicher Gesichtspunkte entscheiden, auf welche Serien wir uns konzentrieren."

Dazu kommt, dass die Formel 1 einen großen Teil des Motorsportbudgets von Honda verschlingt und man daher kaum Kapazitäten frei hätte für ein DTM-Engagement, das mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr kosten würde.

Vielmehr erwägt man den Bau eines Boliden nach dem neuen LMDh-Reglement von IMSA und WEC, mit dem man ab 2022 zu geringeren Kosten in den USA sowie von Asien bis Europa um Gesamtsiege bei Langstreckenklassikern fahren könnte.

Toyota: Kein Kommentar, aber ...

Aber wäre nicht Toyota für einen DTM-Einstieg prädestiniert? Die Japaner haben mit dem TMG-Werk sogar eine eigene Fabrik in Köln und wären von dort aus logistisch absolut in der Lage, ein DTM-Projekt umzusetzen. Und: Toyota möchte zu einer möglichen Zukunft in der Traditionsserie nicht Stellung nehmen, was Raum für Spekulationen bietet.

Die TMG-Fabrik in Köln-Marsdorf würde sich logistisch für ein DTM-Projekt anbieten

Foto: Toyota

Doch laut Informationen von 'Motorsport.com' sind die Hoffnungen, dass der neue Toyota Supra GT die DTM bereichert, vergeblich: Weder Toyota Motor Europe noch Toyota Deutschland verfügen über das notwendige Budget, um ein derart kostspieliges Projekt zu stemmen, zumal man mit der WEC und der WRC bereits in zwei Weltmeisterschaften aktiv ist. Und in Japan hat die DTM keinerlei Bedeutung, weshalb ein Einstieg nicht infrage kommt.

Nissan: "Erst wollen wir in Formel E konkurrenzfähig sein"

Bleibt nur noch Nissan übrig: Doch auch die Renault-Konzernschwester lässt keine großen Ambitionen erkennen, demnächst mit dem Nissan GT-R die DTM unsicher zu machen. "Wir haben alle Hände voll zu tun, um das Maximum aus unseren aktuellen Programmen herauszuholen, wobei Formel E und Super-GT unsere Hauptprioritäten sind", stellt eine Nissan-Sprecherin auf Anfrage von 'Motorsport.com' klar.

Man werte zwar jedes Jahr auch weitere potenzielle Betätigungsfelder aus, aber "zuerst wollen wir weiterhin unsere Wettbewerbsfähigkeit in der Formel E unter Beweis stellen, ehe wir nach anderen Meisterschaften Ausschau halten".

Tatsächlich gilt Nissan als unwahrscheinlichster DTM-Kandidat unter den Super-GT-Herstellern: Der kriselnde Autobauer kündigte noch im Vorjahr an, weltweit 12.500 Stellen abzubauen - und das war noch vor der Corona-Krise, die gerade auch diesen Konzern voll trifft. Zudem gibt es Gerüchte, man wolle sich aus Europa zurückziehen und sich auf die Märkte USA, China und Japan konzentrieren. Unter diesen Umständen rückt ein DTM-Einstieg in weite Ferne.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie DTM
Autor Sven Haidinger