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"I need a Printer!": Wieso Habsburg um ersten DTM-Vertrag zittern musste

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"I need a Printer!": Wieso Habsburg um ersten DTM-Vertrag zittern musste
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10.11.2019, 07:45

Kuriose Story um Ferdinand Habsburgs ersten DTM-Vertrag: Wieso die Unterschrift beinahe am Drucker scheiterte und wie er in Bali ein anderes Leben kennenlernte

Aston-Martin-Pilot Ferdinand Habsburg weilt dieser Tage in Bali. Da werden Erinnerungen wach an den vergangenen Winter, als sich der 22-Jährige ebenfalls auf die indonesische Insel zurückgezogen hatte, um Kraft zu tanken - und beinahe daran scheiterte, seinen ersten DTM-Vertrag zu unterschreiben!

"Ich habe mir im Januar einen Monat freigenommen und war als Backpacker unterwegs", erzählt Habsburg im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Ich habe dabei gelernt, wie es ist, aus einem Rucksack zu leben. Das war eigentlich viel einfacher als gedacht." Dennoch taten sich im Leben des Kaiserurenkels plötzlich ungewohnte Hürden auf.

"Leider sind die Hostels dort nicht wie ein Fünftsterne-Hotel in Europa, sondern sehr gechillt. Die kosten vielleicht sechs Euro die Nacht. Deswegen gibt es viele Einrichtungen einfach nicht. Ich habe dann eine Nachricht erhalten: 'Du musst den Vertrag heute unterschreiben.'"

Spießroutenlauf zur Vertragsunterzeichnung

Habsburg ging also zur Rezeption, um den Vertrag ausdrucken zu lassen. "Da war irgendein Indonesier, der seinen Hund gestreichelt hat", schildert er. "Ich sagte: 'I need a printer'. Die Antwort? 'No printer!'" Die Tatsache, dass es im Hostel keinen Drucker gab, trieb dem Rennfahrer die Schweißperlen auf die Stirn.

"Ich musste zu drei verschiedenen Hostels laufen, bis ich mich in ein Luxushotel hineingeschlichen habe, in dem es einen Drucker gab. Der hatte zwar nicht die höchste Qualität, aber es hat gereicht. Ich musste etwas Überredungskunst aufbringen, damit sie den Vertrag für mich ausgedruckt. Dann habe ich unterschrieben, es mit dem Handy fotografiert und durchgeschickt."

 

Dass Habsburg die Nachricht zur Vertragsunterzeichnung überhaupt erhalten hat, war ein Glücksfall, denn der Österreicher war auf seiner Indonesienreise teilweise gar nicht erreichbar. "Ich war vier, fünf Tage in einem speziellen Ressort für Meditation und Joga", gibt er Einblicke. "Da wollen sie, dass du dein Handy ausschaltest, damit alle Ablenkungen weg sind. Und du sollst jeden Tag drei Stunden lang meditieren. Du darfst essen, darfst mit Leuten reden, aber alles, was dich stimuliert, ist weg."

Habsburgs Meditationserlebnis: Drei Tage Langeweile

Da Habsburg zu diesem Zeitpunkt der einzige Gast war, waren auch seine Kommunikationsmöglichkeiten begrenzt. "Ich war drei Tage lang wirklich zu Tode gelangweilt und wusste nicht, warum ich noch immer hier bin", erinnert er sich. "Ich war wirklich genervt, aber mir wurde gesagt: Bleibt dran! Ich habe mir schon gedacht: Was reden die da für einen Blödsinn?"

Ferdinand Habsburg

Hartes DTM-Debütjahr: Ferdinand Habsburg zehrt von den Bali-Erfahrungen

Foto: LAT

Doch dann passierte etwas, womit Habsburg nicht gerechnet hatte: "Am vierten Tag lernt man irgendwie, diese Stille zu genießen. Ich bin aufgewacht, habe den Sonnenaufgang gesehen und mir gedacht: 'Bam, das ist cool! Es gibt wenige Leute, die jemals so viel Ruhe erleben werden'."

Für den jungen Rennfahrer, der durch seinen bekannten Namen schon seit Kindheitstagen in der Öffentlichkeit steht, war die Reise nach Bali eine Befreiung. "Ich wusste, dass ich im Januar nichts machen kann und dem Team bei den Vorbereitungen nur im Weg stehe", erklärt er wie es dazu kam.

Bali als Befreiung

"Also habe mich dazu entschlossen, zum ersten Mal in meinem Leben alleine zu reisen und 20 Tage frei von Zwängen zu leben, denn ich wollte wissen, wer ich wirklich bin. Und in Bali musst du nichts spielen, musst dich nicht an Vorgaben halten. Wenn du dort nackt in den Ozean springst, dann schaut keiner zweimal."

 

Der Schritt weg von gewohnten Mustern hat Habsburg laut eigenen Angaben gutgetan. "Ich habe mein Handy ausgeschaltet, habe es nur aktiviert, um hin und wieder auf Instagram was zu posten. Ich habe mein Zimmer mit sieben anderen Leuten geteilt. Und ich bin jeden Abend mit einem Lächeln im Gesicht ins Bett gegangen, weil ich das getan habe, was ich tun wollte."

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Es ist also kein Wunder, dass Habsburg vor seinem Start beim Formel-3-Klassiker in Macau erneut nach Bali gereist ist. "Das war eine meiner besten Reisen", sagt er. "Nicht, weil in Bali die Kultur so extrem ist. Da ist Japan, der Libanon oder Südafrika eine ganz andere Erfahrung. Bali ist ein cooler Platz, aber es ging mehr darum, vor meiner ersten DTM-Saison zu mir selbst zu kommen."

Mit Bildmaterial von Instagram.

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Rennserie DTM
Autor Sven Haidinger