"Kann sich gerne melden": Bleibt Rockenfeller trotz Audi-Aus in der DTM?

Mike Rockenfeller hat sich von Audi getrennt, doch wird er auch der DTM den Rücken kehren? Auf dem Fahrermarkt scheint der Routinier heiße Ware zu sein

"Kann sich gerne melden": Bleibt Rockenfeller trotz Audi-Aus in der DTM?

15 Jahre lang war Mike Rockenfeller Teil des Audi-Werksteams, doch damit ist ab sofort Schluss. Der 37-Jährige hat sich von der Marke getrennt, um sich im Motorsport einer neuen Herausforderung zu stellen. Rockenfeller sprach explizit von einer Trennung von Audi, aber nicht von der DTM, weshalb jetzt einige Teams um den Routinier buhlen.

"Bei uns steht er aktuell noch nicht auf der Liste, aber er kann sich gerne melden", sagt T3-Teamchef Jens Feucht. "Schade, dass er die DTM verlässt. Er war eine eigene Marke, ist ein fixer Bestandteil der DTM und wirklich ein starker Fahrer." Das Lamborghini-Team ist nicht der einzige DTM-Rennstall, der seine Angel nach dem Champion des Jahres 2013 ausgestreckt hat.

Walkenhorst hat ebenfalls Interesse

Walkenhorst-Teamchef Niclas Königbauer könnte sich Rockenfeller in der kommenden Saison auch in seinem BMW-Team vorstellen. Der Strippenzieher spricht von "einem großen Verlust für die DTM", sollte der Rennfahrer aus Neuwied nicht mehr in der Serie starten und sich außerhalb der GT3-Meisterschaft engagieren.

"Wir haben aber mit Marco [Wittmann] einen superstarken Fahrer und würden ihn gerne behalten", so Königbauer, der gleichzeitig Gespräche mit Rockenfeller nicht ausschließt. "Aber wenn 'Rocky' ein paar gute Ideen hat und ein paar neue Partner bringt, dann sind wir immer offen." Andere Teams schließen eine Verpflichtung des Routiniers hingegen kategorisch aus - wie HRT und AF Corse.

HRT mit aktuellem Kader zufrieden

HRT-Geschäftsführer Ulrich Fritz sieht Rockenfeller im kommenden Jahr nicht am Steuer einer seiner Mercedes-AMGs: "Sollte er die DTM verlassen, dann wäre das auf jeden Fall ein Verlust. Aber das Wenn und das Wäre zeigt auch, dass wir bislang nicht in Kontakt mit ihm waren."

Mike Rockenfeller

Mehrere Teams könnten sich Rockenfeller im Kader vorstellen

Foto: Motorsport Images

"Wir sind zufrieden mit unseren Fahrern, und aktuell gibt es keinen Kontakt", so Fritz über Maximilian Götz, Vincent Abril und Teambesitzer Hubert Haupt. "Wenn er die DTM verlässt, dann wünsche ich ihm alles Gute für die Zukunft. Und wenn er bleibt, dann treten wir gerne wieder gegen ihn an."

Red Bull bestimmt AF-Corse-Fahrer

AF-Corse-Sportdirektor Ron Reichert sind hingegen die Hände gebunden, da die Fahrer des Ferrari-Rennstalls "direkt von Red Bull kommen". Deshalb gibt es für die Italiener keine Chance, Rockenfeller unter Vertrag zu nehmen. "Das ist also aktuell keine Teamentscheidung", stellt Reichert klar.

Abt-Sportdirektor Thomas Biermaier trauert dem DTM-Veteranen hinterher, auch wenn er die Entscheidung seitens Audi und Rockenfeller nachvollziehen kann. Er sagt: "Es war Mikes Entscheidung. Er hat sich die ganze Saison lang schon darüber Gedanken gemacht, ob er bleiben oder gehen soll. Am Ende hat er sich mit Audi zusammengesetzt und dann haben beide gesagt: 'Okay, lasst uns die Zusammenarbeit beenden nach 15 Jahren beenden.'"

Rockenfeller "ein guter Typ"

Mike Rockenfeller muss sich im Abt-Audi gegen die Konkurrenz auf BMW, Ferrari, Lamborghini und Mercedes durchsetzen

Abt trauert seinem DTM-Veteranen hinterher

Foto: Gruppe C

Biermaier spricht von einer guten "Zusammenarbeit" mit einem "großartigen Rennfahrer", der "großartige Arbeit" geleistet habe. Auch menschlich hat Rockenfeller Eindruck im Team hinterlassen. Der Abt-Strippenzieher lobt die offene Art des 37-Jährigen und hält ihn für "einen guten Typen". Dementsprechend "traurig" ist das Team über den Abgang des Routiniers

"Aber so ist das Leben", so Biermaier. "Ich bin nicht sicher, ob wir nächstes Jahr gegen ihn fahren werden, aber hoffentlich sehen wir ihn wieder in der DTM. Er hat einen guten Namen, er ist ein guter Rennfahrer." Rockenfeller selbst hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert, er plant aber mit Projekten, die ihn reizen und Spaß machen. Ob es die DTM wird, bleibt abzuwarten ...

Rockenfeller macht erste Andeutungen

Obwohl noch nicht bekannt ist, wohin es Rockenfeller in der Saison 2022 ziehen wird, macht der Deutsche bereits erste Andeutungen. "Also ich habe was in Aussicht", sagt er. "Nicht für die DTM aktuell, das kann ich so sagen. Ich würde unter gewissen Umständen auch gerne nochmal in der DTM fahren, natürlich. Aber aktuell habe ich da nix."

Einen Favoriten, für den Rockenfeller in der DTM gerne fahren würde, gibt es aber nicht. Er wäre "einfach gerne weiterhin in der DTM dabei", weil er "so lange DTM gefahren" ist. Des Weiteren hat ihn der Ehrgeiz gepackt, denn mit einem achten Platz mit 89 Punkten möchte sich der DTM-Veteran nicht aus der Serie verabschieden.

"Aber das ist jetzt nun mal, wie es ist und vielleicht ergibt sich ja noch was", meint Rockenfeller "Meine Türen stehen offen für Angebote, jetzt schauen wir mal." Wenn das kein klares Zeichen für T3 und Walkenhorst ist, die Gespräche mit Rockenfeller aufzunehmen ...

Weitere Co-Autoren: Tobias Ebner. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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