"Mann des Rennens": Rookie van der Linde kommt auf Touren

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"Mann des Rennens": Rookie van der Linde kommt auf Touren
Autor:
Co-Autor: Tom Errington
19.05.2019, 16:52

Sheldon van der Linde hat in Zolder seine erste große Talentprobe in der DTM abgegeben, auch wenn er sich über das verlorene Podium am Sonntag ärgert

Sheldon van der Linde war am Zolder-Wochenende der DTM 2019 eine der großen Entdeckungen. Von Gerhard Berger im 'Sat.1'-Kommentar als "Mann des Rennens" gepriesen, landete er letztendlich zwar "nur" auf dem fünften Platz. Aber bis dahin hatte der Rookie bei seinem erst vierten Antreten in der deutschen Tourenwagen-Serie eine grandiose Figur abgegeben.

Trotzdem schwang ein bisschen Enttäuschung mit, denn van der Linde hatte das Sonntagsrennen in Zolder von der Pole-Position aus zehn Runden lang angeführt - und er lag bis zur letzten Runde auf dem dritten Platz, ehe er sich, mit abbauenden Reifen, von Jamie Green und Mike Rockenfeller überraschen ließ.

"Ich habe innen nicht hart genug verteidigt, da schlüpfte Jamie durch", ärgert er sich. Bereits zuvor war beim Re-Start in Runde 26 Philipp Eng an ihm vorbeigegangen: "Für uns Fahrer ist der Indy-Re-Start nicht das Beste. Du bist damit angreifbar. Die Position an Philipp zu verlieren, war unvermeidbar, denn er war innen und hatte den Windschatten der Pole."

Aber solche Situationen werden ihm "sicher" dabei helfen, in Zukunft wachsam zu sein, wenn es wieder so weit kommt: "Es ist mein erstes Jahr in der DTM. Ich muss noch viel lernen. Du lernst so viel dazu, gerade in Rennen wie heute. Ich verstehe und akzeptiere das. Wir wissen, was wir können. Aber wir müssen es zusammenkriegen."

 

Fehler im Sonntags-Qualifying wurde nicht bestraft

Seine Unerfahrenheit zeigte sich auch im Sonntags-Qualifying, als er in einer schnellen Rechtskurve ins Kiesbett räuberte. Sein Glück: "Kein großer Schaden. Das Auto war vor dem zweiten Reifensatz nicht beschädigt." Aber er gibt zu: "Ich habe einfach einen Fehler gemacht und das Heck verloren."

Für die Pole hat's trotzdem gereicht, sechs Tausendstelsekunden vor Rene Rast (Rosberg-Audi) und 0,124 vor dem schnellsten BMW-Markenkollegen, Philipp Eng auf P3. "Ich habe mich sehr über das Quali gefreut", sagt van der Linde. "Es war eine sehr gute Runde. Jungs wie Rene zu schlagen, ist für mich ein großer Erfolg. Ich bin sehr glücklich, gegen solche Weltklasse-Fahrer, zu denen ich als junger Fahrer aufgeschaut habe, Pole zu holen."

"Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass mir das schon so früh in der Saison gelingt. Aber wir waren das ganze Wochenende stark und haben bewiesen, dass wir konstant in den Top 4 dabei sind. Ich habe schon gewusst, dass was geht, wenn ich nur eine Runde zusammenkriege. Und das ist uns gelungen."

 

Mit Bruder Kelvin im GT-Masters gefahren

Es war der vorläufige Höhepunkt einer schon bis dahin ordentlichen Rookie-Saison. Der 20-Jährige kann trotz seines jungen Alters gute Erfolge im Lebenslauf vorweisen: 2014/15 fuhr er im VW-Polo-Cup in Südafrika zwei Titel ein, 2016 war er Vierter im Audi-TT-Cup, 2017 Dritter in der TCR Deutschland und 2018 Zweiter im GT-Masters - gemeinsam mit Bruder Kelvin, der die ADAC-Serie als Partner von Rast 2014 gewonnen hat.

In den bisherigen vier DTM-Rennen belegte er die Plätze sechs, 13, elf und fünf; in den Qualifyings wurde er Siebter, Zehnter, Vierter - und am Sonntag in Zolder holte er seine erste Pole. "Jetzt haben wir eine gute Basis, auf die wir aufbauen können", sagt er. "Vor Misano wissen wir, wozu wir imstande sind. Und ich habe im Rennen viel Erfahrung gesammelt."

Kein Wunder also, dass van der Linde mit der Zwischenbilanz "sehr zufrieden" ist: "Am Samstag hätten wir ein besseres Ergebnis verdient gehabt, aber wir hatten Pech mit dem Safety-Car. Dagegen kannst du nichts tun. Insgesamt war es ein sehr gutes Wochenende."

"Es lief einfach nicht alles hundertprozentig zu unseren Gunsten. Aber wir wissen jetzt, was wir können, wie gut unser Paket ist. Und wir wissen, dass wir es mit den großen Jungs aufnehmen können", sagt er.

Mit Bildmaterial von BMW.

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Artikel-Info

Rennserie DTM
Event Zolder
Subevent 2. Rennen
Autor Christian Nimmervoll