Mercedes-DTM-Teamchef über Lucas Auer: "Er ist jung und kann noch lernen"

Lange hatte Lucas Auer die Chance, sich den DTM-Titel 2017 zu sichern, doch am Ende fehlte die Konstanz - So bewertet Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz das Jahr.

Die DTM-Saison 2017 begann für Lucas Auer verheißungsvoll. Zwei Rennsiege konnte der Mercedes-Pilot bei den ersten beiden Stationen im Kalender für sich verbuchen, was ihn in die Position eines Titelkandidaten katapultierte. Doch dann wendete sich das Blatt und Auer musste die Tabellenführung schnell wieder abgeben. Nur zweimal stand der Österreicher anschließend noch einmal auf dem Podest, am Ende reichte es für Gesamtrang sechs.

Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz zieht dennoch ein positives Fazit: "Lucas hat sehr, sehr stark losgelegt und am Schluss hat es ein bisschen gefehlt. Aber er ist noch jung, er wird noch lernen. Von daher war er sicher die Überraschung der Saison." Immerhin konnte sich der 23-Jährige nicht nur um Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern, er schloss diese Saison auch als bester Mercedes-Pilot ab - und das mit deutlichem Abstand.

"Lucas hat sich toll entwickelt", schwärmt Fritz weiter. "In seiner ersten Saison, das wissen wir alle, hatte er Schwierigkeiten. Das fing schon in Hockenheim an. Er hat sich dann aber wirklich entwickelt. Letztes Jahr war er auch einige Male sehr, sehr stark dabei. Das ist ihm zum Auftakt dieses Jahres auch gelungen. Leider ist die Kurve etwas abgeflacht so gegen Mitte/Ende der Saison." Am Ende standen 136 Punkte zu Buche.

Mercedes-DTM-Chef Fritz wünscht sich mehr Konstanz

"Ich glaube, für das nächste Jahr müssen wir einfach schauen, dass wir die Leistung konstanter und geballter abrufen können", blickt der Mercedes-Rennleiter voraus. "Dieses Jahr war es leider so, dass relativ schnell das einzige heiße Eisen im Feuer der Lucas war. Dann wird es natürlich schwierig, wenn man gegen Audi antritt und die einfach drei, vier, fünf Piloten dauerhaft vorne mit drin haben. Das ist ein Thema, das wir nächstes Jahr verstärkt angehen müssen."

Tatsächlich sah Mercedes gegen die Konkurrenz von Audi in der DTM-Saison 2017 kein Land. Die ersten vier Plätze in der Meisterschaft und damit den Titelkampf machten vier Audi-Piloten unter sich aus. "Sie sind auf ganz unterschiedliche Art und Weise dort angekommen", erkennt Fritz. Da sind einmal die Punktehamsterer wie (Mattias) Ekström, der in Wirklichkeit kein Rennen gewonnen hat. Er hat eins geschenkt gekriegt, aber nicht gewonnen."

"Und da sind die anderen, die eher so diese Auf- und Abkurve mitgemacht haben, wie zum Beispiel (Jamie) Green oder (Rene) Rast.Viele Ausfälle, viele Nullpunkte-Varianten, aber eben auch viele sehr, sehr hohe Punkteausbeuten. Ich glaube, es gibt viele Wege zum Ziel. Aber du musst grundsätzlich regelmäßig punkten", erklärt der Teamchef weiter. Genau das schaffte Auer in seiner dritten DTM-Saison jedoch nicht.

"Fehler wie am Nürburging dürfen nicht passieren"

Fritz erinnert sich an den Nürburgring. Dort war Auer am Samstag noch der strahlende Sieger und meldete sich damit im Titelkampf zurück. Doch nur einen Tag später büßte er die Chance auf einen möglichen zweiten Sieg am Sonntag durch einen Fahrfehler wieder ein - und verlor die Tabellenführung erneut. "In der DTM kannst du dir solche Themen wie am Nürburgring einfach nicht erlauben", weiß Fritz.

"Fehler passieren. Wir gewinnen und wir verlieren zusammen, ohne Frage. Am Schluss kommt es aber darauf an", so wenig Fehler wie möglich zu machen, betont er. "Du musst da sein, wenn du das Auto dafür hast. Und wenn du dann Punkte wegwirfst, aus welchem Grund auch immer, dann fehlt dir das eben und es wird danach schwer, das wieder aufzuholen." In der nächsten DTM-Saison kann sich Auer erneut beweisen. Bei Mercedes gilt er als gesetzt.

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