"Mir fehlt noch der Reisepass": Kelvin van der Linde will Deutscher werden

Warum Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde gerne die deutsche Staatsbürgerschaft hätte, welche Kriterien er erfüllen muss und wie ihm sein Team dabei hilft

"Mir fehlt noch der Reisepass": Kelvin van der Linde will Deutscher werden

Abts DTM-Ass Kelvin van der Linde will Deutscher werden. Er erhalte zwar "viel Unterstützung aus Südafrika, aber ich bin in Deutschland bekannter und habe auch auf Social Media mehr Follower aus Deutschland", sagte der Südafrikaner, der seit 2014 in der Nähe seines Teams in Kempten lebt, während der vergangenen DTM-Saison gegenüber 'Motorsport.com'.

"Jetzt fehlt mir noch der Reisepass. Und ich fühle mich auch wohl unter den Deutschen." Der Wunsch des Abt-Piloten, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, habe aber auch praktische Gründe.

"Aktuell habe ich in meinem Reisepass sechs oder sieben Visa pro Jahr", verwies Kelvin van der Linde auf die Visumpflicht, die für ihn im Vergleich zu EU-Bürgern in einigen Ländern gilt. "Das würde mir also sehr viel Zeit ersparen."

Tatsächlich muss man acht Jahre lang dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland gelebt haben sowie mindestens 16 Jahre alt sein, um eine Einbürgerung beantragen zu dürfen.

Kelvin van der Linde erhält Hilfe von Abt-Team

Diese Kriterien erfüllt der 25-Jährige aus Johannesburg, der 2013 nach Deutschland kam, um im VW-Scirocco-R-Cup an den Start zu gehen, während Bruder Sheldon van der Linde zwei Jahre später folgte und daher noch warten müsste.

Da es sich aus bürokratischer Sicht um eine aufwendige Angelegenheit handelt, erhält Kelvin van der Linde beim Umgang mit den Behörden in Kempten Unterstützung von seinem Abt-Team.

Es wäre nicht das erste Mal, denn schon als der Sohn der südafrikanischen Tourenwagen-Legende Shaun van der Linde 2013 im Alter von 16 Jahren seine Heimat verließ, war das Abt-Umfeld seine erste Anlaufstelle. Die Scirocco-Cup-Autos wurden damals von Abt als zentrales Einsatzteam betreut - und das südafrikanische Talent holte auf Anhieb den Titel.

"Fühle mich wohl in Kempten"

Im Jahr darauf ging van der Linde für das Team von Christian Abt im ADAC GT Masters an der Seite eines gewissen Rene Rast an den Start und wurde erneut Meister. "Abt hat mir damals auch geholfen, eine Wohnung zu finden und meine Permits zu bekommen, damit ich hier arbeiten darf", erinnert sich der GT3-Spezialist. Heute sagt er: "Abt ist meine deutsche Familie."

Dass er nach vielen Jahren bei unterschiedlichen Audi-Teams seit 2021 wieder für Abt fährt und dadurch auch noch seinen DTM-Traum verwirklichte, ist eine glückliche Fügung. Auch weil seine Wohnung, in der er mit Bruder Sheldon van der Linde lebt, nur fünf Autominuten vom Abt-Firmensitz entfernt ist. Und er schnell mal "in der Jogginghose" in die Werkstatt fahren kann, um mit den Ingenieuren zu sprechen.

An einen weiteren Ortswechsel denke er nicht. "Kempten ist eine kleine Stadt, in der ich mich wohlfühle", so van der Linde über die 70.000-Einwohner-Gemeinde im Allgäu. "Ich sehe keinen Grund, woanders hinzugehen."

Mit Bildmaterial von ABT Sportsline.

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