Privatteam WRT: Dank Gerhard Bergers Ex-Ferrari-Motoreningenieur zum Erfolg?

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Privatteam WRT: Dank Gerhard Bergers Ex-Ferrari-Motoreningenieur zum Erfolg?
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25.03.2019, 16:58

Wie es dazu kam, dass Gerhard Bergers früherer Ferrari-Motoreningenieur nun bei WRT das DTM-Projekt leitet und was sich Teamchef Vincent Vosse davon spricht

"Hoffentlich sehen wir euch bald auf dem Podest", richtete ITR-Chef Gerhard Berger dem neuen Audi-Privatteam WRT bei der Präsentation des DTM-Projekts per Videobotschaft aus. Es gibt einen Grund, warum der Österreicher der Mannschaft aus Baudour in Belgien, die sich 2019 den Herstellerteams stellt, so ernst nimmt. "Ich kenne den Technikchef sehr gut", sagt er. Die Rede ist von Maurizio Leschiutta, der von 1993 bis 1995 beim Ferrari-Formel-1-Team für Bergers Motor verantwortlich war.

Es waren die letzten Jahre des legendären Zwölfzylinders. "Gerhard und ich hatten damals eine gute Zeit", schmunzelt der in Toronto geborene 58-jährige Kanadier, der an Bergers Seite auch wegen der zahlreichen Tests 250 Tage pro Jahr auf Reisen war. Nach Berger war Leschiutta für Eddie Irvines Motor zuständig, ehe er den Ferrari-Kunden Sauber betreute.

Doch wie verschlug es den Ingenieur als Technikchef und DTM-Leiter ausgerechnet zum WRT-Team? "Ich bin zweimal (2006 und 2009; Anm. d. Red.) mit Vitaphone beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps angetreten, und Maurizio war damals der Chef von Maserati Corse", antwortet der 47-jährige WRT-Teamchef Vincent Vosse im Interview mit 'Motorsport.com'. " Mit ihm hat es immer gepasst. Als sich dann die DTM-Chance für uns ergeben hat, war er der erste, an den ich als Programmleiter gedacht habe."

Warum Teamchef Vosse DTM-Leiter Leschiutta holte

Vincent Vosse, Maserati

WRT-Teamchef Vosse kennt Leschiutta aus seiner aktiven Zeit bei Maserati

Leschiutta hatte mit Maserati große Erfolge, wurde 2005, 2006 und 2008 mit den Italienern trotz eines kleinen Budgets als Technikverantwortlicher Meister der FIA-GT-Serie, die heute als Blancpain-Serie bekannt ist.

Was den Kanadier mit italienischen Wurzeln so besonders macht? "Er ist ein sehr guter Manager", weiß Vosse. "Er weiß auch aus technischer Sicht, was er tut, aber seine Stärke ist der Umgang mit meiner Mannschaft - ob es Ingenieure, Mechaniker oder Logistiker sind. Ich kann mich voll auf ihn verlassen."

 

Leschiutta steht nun vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Er muss aus der neu rekrutierten DTM-Crew - nur eine Handvoll Mitglieder waren schon vorher beim Team - eine Einheit formen. Immerhin haben viele WRT-Neuankömmlinge bereits DTM-Erfahrung.

Wie wichtig ist der Draht zu Gerhard Berger?

Maurizio Leschiutta, Vincent Vosse

Die WRT-DTM-Macher: Maurizio Leschiutta (li.) und Vincent Vosse

Hat es auch einen politischen Hintergrund, dass Vosse auf einen Vertrauten von DTM-Boss Berger als Chef des WTR-DTM-Programms setzt? "Das ist nicht der Grund, warum ich ihn geholt habe", antwortet der Belgier. "Ich war der Meinung, dass er eine großartige Führungspersönlichkeit für unsere Abteilung ist."

Klar seien Kontakte wichtig, gibt Vosse zu. "Und ich weiß, dass Gerhard und er miteinander in Kontakt stehen und einander kennen." Es sei auch bereits zu einem Treffen mit Berger gekommen, "und es ist immer gut, wenn die Beziehung da ist. Ich kann aber bis heute nicht sagen, ob uns das irgendwie hilft."

Leschiutta ist übrigens nicht das einzige Mitglied in der WRT-Führungsebene, das in der Vergangenheit mit Berger zu tun hatte. "Mein Sportdirektor Thierry Tassin war zur gleichen Zeit wie Gerhard BMW-Werksfahrer", wirft Vosse ein. "Und bei den 24 Stunden waren sie sogar Teamkollegen." Auch in diesem Fall betrachtet es der Teamchef laut eigenen Angaben als Bonus, dass ein Draht zum DTM-Chef besteht. "Die Motorsportwelt ist klein, und das ist das immer ein Vorteil."

Mit Bildmaterial von Instagram.

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Rennserie DTM
Autor Sven Haidinger
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