Teamchef erklärt Auer-Strafe in Zolder: "Mussten mit Ellis-Stopp rechnen"

Lucas Auer verliert wegen zehn Strafsekunden den zweiten Platz bei der DTM in Zolder - Teamchef Hohenadel schildert die Situation - Aufwärtstrend erkennbar

Teamchef erklärt Auer-Strafe in Zolder: "Mussten mit Ellis-Stopp rechnen"

Lucas Auer ist der tragische Held im Sonntagsrennen der DTM in Zolder: Der Österreicher steuerte seinen Mercedes-AMG auf der belgischen Old-School-Rennstrecke sowohl im Qualifying, als auch im Rennen auf den zweiten Platz. An der Siegerehrung durfte Auer trotzdem nicht teilnehmen.

Dafür sorgte eine Zeitstrafe von insgesamt zehn Sekunden, die Auer in der Wertung von Position zwei auf Rang fünf abrutschen ließ. Bereits während des Rennens schien die Einblendung auf, dass gegen Auer eine Fünf-Sekunden-Strafe verhängt wird, weil das Winward-Team gegen die Boxenstopp-Vorgaben verstoßen hatte.

Konkret handelte es sich um ein Vergehen gegen Artikel 30.3 des Sportlichen Reglements der DTM. Dieser Artikel besagt: "Mechaniker dürfen die Boxengasse nur unmittelbar vor dem Beginn eines Boxenstopps betreten und müssen nach dem Ende eines Boxenstopps die Boxengasse wieder verlassen." Eine konkrete Zeitangabe ist in diesem Artikel nicht festgehalten.

Doch aus Sicht der Rennkommissare hielt sich Auers Winward-Crew offenbar zu lange in der Boxengasse auf, weshalb man eben jene Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen den Mercedes-Piloten ausrief. Nach dem Rennen wandelte man diese Strafe in eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe um.

Zolder: Auer stoppt eine Runde später - wegen Ellis

Auch in diesem Fall spielte das Sportliche Reglement der Serie eine Rolle. Da Auer seinen Pflichtboxenstopp zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich hatte und somit keine Gelegenheit mehr hatte, die Fünf-Sekunden-Strafe bei einem Stopp abzusitzen, wurden weitere fünf Sekunden auf seine Rennzeit addiert. "Es war eine unglückliche Situation", erklärt Teamchef Christian Hohenadel.

"Wir wollten Luggi früh an die Box holen, um einen Undercut gegen Wittmann zu versuchen, gleichzeitig mussten wir aber damit rechnen, dass Philip reinkommt, weil sein Auto nach der Kollision nach dem Start beschädigt war. Deswegen haben wir Luggi noch eine Runde draußen gelassen, sind aber stehen geblieben, falls Ellis kommt."

 

"Es gibt verschiedene Sichtweisen zu dieser Situation. Wir müssen jene der Rennleitung akzeptieren, daher legen wir auch keine Berufung ein. Es ist natürlich jammerschade, weil wir heute den Speed zum Gewinnen gehabt hätten", trauert Hohenadel einer besseren Platzierung hinterher.

Lucas Auer mit Aufwärtstrend in der DTM 2021

Doch das Wochenende hielt auch Positives für Auer parat. Erstmals seit dem Rennsamstag beim Auftakt in Monza kam er im Qualifying in die Top-3 und sicherte sich damit zusätzliche Zähler für die Meisterschaft. Ohne Strafe hätte Auer zudem sein zweites Podium nach Monza 2 eingefahren.

Diesen positiven Trend erkannte auch der Österreicher im Anschluss an das Qualifying an: "Ich muss zugeben: Die letzten beiden Rennen waren nicht so einfach für mich. Ich habe auch selber keinen guten Job gemacht. Heute war es besser. Die Rote Flagge hat auch geholfen. Aber heute war es generell besser und jetzt muss ich schauen, dass ich da drauf wieder aufbaue."

Die nächste Chance auf einen Pokal eröffnet sich Auer in zwei Wochen. Dann macht die DTM auf dem Nürburgring Station. Die Strecke in der Eifel hält durchaus gute Erinnerungen für Auer parat: 2017 holte er dort einen seiner fünf DTM-Siege, 2016 wurde er zudem ein Mal Zweiter.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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