Timo Glock über seine DTM-Favoriten 2021: "Ferrari ganz oben dabei"

BMW-Pilot Timo Glock blickt auf die Favoriten in der ersten GT3-DTM-Saison: Der Ex-Formel-1-Pilot sieht in Ferrari und der Meute an GT3-Assen heiße Titelanwärter

Timo Glock über seine DTM-Favoriten 2021: "Ferrari ganz oben dabei"

Wer wird die erste GT3-Saison in der Geschichte der DTM gewinnen? Diese Frage stellt sich BMW-Fahrer Timo Glock, der beim Auftakt in Monza im Rowe-BMW leer ausgegangen ist. Der Odenwälder sieht das Ferrari-Team AF Corse weit oben genauso wie die zahlreichen GT3-Experten, die in der Saison 2021 in der DTM an den Start gehen.

AF Corse hat zusammen mit Liam Lawson das erste Rennen der GT3-Ära gewonnen. Der Ferrari-Pilot setzte sich gegen Vincent Abril im Mercedes von HRT durch und feierte seinen ersten Sieg. Lawson selbst hat seine Wurzeln im Formelsport und geht neben der DTM auch in der Formel 2 an den Start. Der erste Platz des Neuseeländers auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza zeigte die starke Pace von AF Corse und Ferrari.

"Ferrari hatten wir schon alle ganz klar ganz oben als Mitfavorit dabei, weil die bei den Tests von Anfang an gut ausgesehen haben", so Glock gegenüber 'Sport1 Motor & Sport Magazin'.

"Das Auto ist sehr gut. Es ist ein neues GT3-Auto - und noch nicht so alt. Man hat auch bei Ferrari keine Kosten und Mühen gescheut und war sehr viel testen mit den beiden Piloten, weil man eben wusste, dass sie vom Formel- ins GT3-Auto kommen."

Ferrari und Monza: Das passt!

Glock ist sich aber auch sicher, dass der Ferrari 488 GT3 Evo perfekt zum Kurs in Norditalien gepasst habe. "Monza liegt dem Auto natürlich auch" stellt er klar. "Man muss aber auch dazu sagen, dass Liam Lawson das sehr gut umgesetzt hat und ein sehr cleveres Rennen gefahren ist. Und er ist sehr clever mit der BoP [Balance of Performance] umgegangen, das muss man auch so sagen."

Eine Anspielung darauf, dass der Neuseeländer nur dann Gas gab, wenn es notwendig war. Im Freien Training und auch im Qualifying waren die beiden Ferrari eher unauffällig - und auch im Samstagsrennen zeigte Lawson erst beim Undercut, was der Boliden wirklich kann.

Lawson hat mit seinen 19 Jahren Pascal Wehrlein als jüngsten DTM-Sieger abgelöst und für eine echte Überraschung zum Saisonbeginn gesorgt. Eine Schlüsselszene war der Boxenstopp des Red-Bull-Juniors, den sein Team rasch vollzog, weshalb Lawson an den Mercedes-Piloten an der Spitze vorbeikam. Anschließend verwaltete das Talent seine Führung, um letztlich vor Abril und dessen HRT-Teamkollegen Maximilian Götz ins Ziel zu kommen.

Weitere GT3-Asse auf dem Vormarsch?

Das zweite Rennen gewann Kelvin van der Linde im Audi R8 LMS von Abt. Der Südafrikaner gilt als Favorit auf den Titel, weil er viel GT3-Erfahrung mitbringt. In den Jahren 2014 und 2019 hat der 25-Jährige das GT-Masters gewonnen, in dem er ganze sechs Jahre am Steuer eines Audi R8 teilgenommen hat.

Auch sein Bruder Sheldon van der Linde hat in verschiedenen Rennserien GT3-Rennen bestritten und daher einen großen Erfahrungsschatz, auf den der BMW-Pilot zurückgreifen kann.

Timo Glock, Maximilian Buhk

Timo Glock spricht über seine Favoriten auf den DTM-Titel

Foto: Motorsport Images

Auf die Frage, wen Glock noch als Favoriten ansehe, antwortet der 39-Jährige: "Eben diese ganzen GT3-Spezialisten. Kelvin van der Linde, der natürlich auch ein Mitanwärter auf den Titel ist und schon viel Zeit im R8 verbracht hat."

Ebenso nennt er "die ganzen Mercedes-Jungs von Anfang bis Ende, ob das ein Maxi Götz oder ein Dani Juncadella ist. Das sind alles Jungs, die wirklich viel Erfahrung auf dem Auto haben. Die muss man alle auf der Rechnung haben."

Diese Fahrer haben gute Chancen auf Topergebnisse

Kelvin van der Linde und Lawson führen nach dem ersten Rennwochenende in Monza die Gesamtwertung auf den Plätzen eins und zwei an. Mit Nico Müller folgt auf Rang drei ein echtes DTM-Urgestein, das zwar auch schon einige GT3-Einsätze auf dem Buckel hat, aber nicht als purer Experte in dieser Kategorie gilt.

Abril und Ex-Formel-1-Fahrer Alexander Albon komplettieren nach zwei Rennen die Top 5. Doch welche GT3-Asse könnten im Laufe der Saison noch auftrumpfen?

Götz hat mit einem dritten Platz im ersten Rennen immerhin sein erstes DTM-Podium in der GT3-Ära eingefahren. Der HTR-Fahrer hat in seiner Karriere bereits das ADAC GT Masters und die Blancpain-Sprintserie (heute GT-World-Challenge-Europe-Sprintcup) gewonnen, weshalb er im Mercedes-AMG GT3 sicher zu den Favoriten auf den Titel zu zählen ist.

Viele Fahrer mit GT3-Hintergrund

Daniel Juncadella

Daniel Juncadella und Kelvin van der Linde zählen zu Glocks Titelkandidaten 2021

Foto: Motorsport Images

Juncadella besticht mit einem sehr breiten Rennsport-Hintergrund: Der 30-jährige Spanier hat seine Wurzeln im Formelsport, kennt aber auch die Class-1-DTM sehr gut. Im Laufe der Jahre hat aber auch er viele GT-Rennen bestritten, weshalb seine Erfahrung in der DTM anno 2021 den Unterschied ausmachen könnte.

Am 24. und 25. Juli gastiert die DTM auf dem Lausitzring in Deutschland für die Läufe 3 und 4 der Saison 2021. Die DTM ist seit der Eröffnung der Strecke im Jahr 2000 regelmäßig auf dem Rundkurs des Triovals in Klettwitz unterwegs. Ex-Class-1-Fahrer wie Müller, Sheldon van der Linde, Lucas Auer, Marco Wittmann, Mike Rockenfeller und Glock kennen den Kurs wie ihre Westentasche, doch dieses Jahr wird die Variante mit der Steilkurve "Turn 1" gefahren.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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