Timo Scheider: DTM-Regeländerungen "kommen fünf Jahre zu spät"

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Timo Scheider: DTM-Regeländerungen
Julia Spacek
Autor: Julia Spacek
Co-Autor: Markus Lüttgens
25.05.2018, 07:09

Ex-DTM-Fahrer Timo Scheider freut sich über DTM-Regeländerungen und bedauert, dass sie nicht früher eingeführt wurden: "Haben wir Fahrer uns immer gewünscht!"

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Timo Scheider and Timo Glock, BMW Team RMG, BMW M4 DTM
Edoardo Mortara, Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Mike Rockenfeller, Audi Sport Team Phoenix, Audi RS 5 DTM
Joel Eriksson, BMW Team RBM, BMW M4 DTM
Gary Paffett Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Joel Eriksson, BMW Team RBM, BMW M4 DTM
Marco Wittmann, BMW Team RMG, BMW M4 DTM
Podium: Pascal Wehrlein, Mercedes-AMG Team HWA

Spannende Rennen und packende Positionskämpfe: Die vier Rennen der DTM-Saison 2018 waren bisher alles andere als langweilig. Das Sonntagsrennen beim Auftakt in Hockenheim, als sich Timo Glock und Gary Paffett fast das halbe Rennen lang bekämpften, wurde bereits als "das beste DTM-Rennen aller Zeiten" gefeiert. Auch Timo Scheider, der als Sat.1-Experte arbeitet und die DTM-Rennen kommentiert, ist hellauf begeistert von der Action auf der Strecke.

"Man muss sich nur die Rennen anschauen und bedenken, was geändert wurde. Dann kann man ganz klar sagen, dass das eingetreten ist, was wir uns als Fahrer schon in der Vergangenheit immer gewünscht haben", so der Ex-DTM-Pilot im Interview mit 'Motorsport.com'. "Das hätte nur schon vor fünf Jahren passieren müssen."

Die Reduzierung der Aerodynamik macht's möglich. "Das geht genau in die Richtung, die wir als Fahrer immer haben wollten", so Scheider weiter. "Weniger Flicks und Flaps, weniger Aerodynamik, dass man auch kämpfen und überholen kann. Die Autos haben viel mehr Bewegung, es ist viel mehr Unruhe im Auto."

Die DTM-Piloten müssen in den Autos der Generation 2018 viel mehr arbeiten, als noch in den Vorjahren. Fehlerfrei durch die Session kommen ist im engen DTM-Feld das oberste Gebot. "Als Fahrer darf man überhaupt keinen Fehler mehr machen", weiß der zweimalige DTM-Champion. "Mit abbauenden Reifen hat man mehr Probleme, das Auto auf einer sauberen Linie zu halten beziehungsweise damit schnell zu fahren. Sie kämpfen mittlerweile mehr im Auto." Dadurch stehe automatisch wieder der Fahrer im Fokus statt die Ingenieure, die die Fahrzeuge vom Kommandostand aus regelrecht fernsteuern konnten.

"Als Fahrer darf man keinen Fehler machen"

Scheider gefällt der neue Weg, den die DTM beschreitet. "Was Gerhard Berger und die Hersteller gemacht haben, ist auf jeden Fall der richtige Weg", so der siebenfache DTM-Rennsieger.

Der Ex-Audi-Pilot ist überzeugt, dass die Änderungen im Reglement den langersehnten Pepp in die Rennen bringen. "Wenn man sieht, wie die Jungs am Lenkrad drehen… das ist nicht mehr das typische Zwei-Finger auf den Millimeter genau das Auto positionieren. Wenn die Autos schwieriger zu fahren sind, ist es automatisch eine Sache für den Fahrer."

Doch das war laut Scheider nicht immer so. In der Vergangenheit seien die Fahrzeuge leichter zu bewegen gewesen, meint er. "Die Journalisten haben uns immer ausgelacht. Da kommt ein Neuer und der gewinnt gleich mal. Warum? Weil es viel zu einfach war, mit dem Auto schnell zu fahren", erklärt er.

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Rennserie DTM
Fahrer Timo Scheider
Autor Julia Spacek
Artikelsorte News