Training Dream-Race Fuji: Super GT auch bei Regen voran

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Training Dream-Race Fuji: Super GT auch bei Regen voran
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22.11.2019, 06:45

Weltuntergangsstimmung in Fuji: Super GT auch bei Regen vor DTM-Piloten, aber Audi wird immer stärker - heftiger Crash durch Mutoh, großer Rückstand bei BMW

Fuji zeigt sich beim Trainingsauftakt für das Dream-Race von seiner klassischen Seite: Heftiger Regen und Nebel sorgten beim Einschießen für das erste gemeinsame Rennen der DTM und der Super-GT-Serie für Verschiebungen, Unterbrechungen und Zwischenfälle: Am schlimmsten erwischte es Ex-IndyCar-Pilot Hideki Mutoh, der mit seinem Honda NSX des Mugen-Teams im ersten Training in der Dunlop-Kurve heftig abflog.

Beim Einschlag in die Leitplanken wurde die Heckpartie seines Boliden abgerissen, weshalb das Training unterbrochen werden musste. Der 37-Jährige konnte unverletzt aussteigen, sein Bolide war aber so beschädigt, dass er am zweiten Training nicht mehr teilnehmen konnte.

Doch wer hatte beim ersten Abtasten von Super GT und DTM die Nase vorn? Die Tagesbestzeit von 1:47.733 schnappte sich der britische Konda-Nissan-Pilot Jann Mardenborough, während Mike Rockenfeller im Abt-Audi mit der viertbesten Zeit bester DTM-Pilot war. Sein Rückstand? 1,381 Sekunden.

Rast zeigt am Nachmittag mit Bestzeit Audis Stärke

Am Nachmittag drehte DTM-Champion Rene Rast den Spieß um: Der Rosberg-Audi-Pilot, der am Vormittag mit 3,801 Sekunden Rückstand nur auf Platz 14 gelandet war, schnappte sich bei noch schwierigeren Bedingungen in 1:50.385 die Bestzeit.

 

"Am Ende konnte ich doch noch ein paar Runden drehen, denn am Vormittag hatte ich ein paar Probleme", sagt Rast. "Jetzt funktioniert aber alles. Es hat zwar sehr stark geregnet und war sehr rutschig, aber die Atmosphäre mit den japanischen Fans ist großartig. Ich freue mich auf morgen."

Auch Rockenfeller ist mit seinem Auto zufrieden, das sich "gut anfühlt. Ich hoffe, dass wir mit diesen Jungs mithalten können. Drückt die Daumen, dass das Wetter nicht die nächsten zwei Tage so bleibt."

Rene Rast

Rene Rast zeigte kurz vor Schluss, dass mit Audi bei Regen zu rechnen ist

Foto: Audi AG

Ex-Super-GT-Champion Loic Duval bewies auf Platz zwei mit 0,493 Sekunden Rückstand die gute Audi-Form, ehe auf Platz drei als bester Super-GT-Pilot Tadasuke Makino im Honda des Nakajima-Teams folgte. Ihm fehlten 0,947 Sekunden.

BMW kämpft mit Startschwierigkeiten

"Das war insgesamt nicht einfach heute", sagt der Japaner. "Ich komme eigentlich recht gut zurecht, aber wir müssen insgesamt noch etwas Speed finden. Daran werden wir jetzt arbeiten."

Die BMW-Piloten hatten einen schwierigen ersten Trainingstag: Die schnellste Zeit der Münchner fuhr am Vormittag Lokalmatador Kamui Kobayashi, der 5,292 Sekunden Rückstand auf Mardenborough hatte.

Am Nachmittag erwies DTM-Stammpilot Marco Wittmann, der am Vormittag kaum zum Fahren kam, als BMW-Speerspitze. Wegen der schwierigeren Bedingungen war er zwar etwas langsamer als Kobayashi, mit 3,444 Sekunden Rückstand auf Rasts Nachmittags-Bestmarke kam er aber immerhin auf Rang 14.

BMW-Pilot Wittmann "fehlt die Pace"

"Das war tatsächlich ein schwieriger Tag", sagt Wittmann, der am Vormittag einen Ausrutscher verzeichnete. "Ich hatte leider im ersten Training direkt in der ersten Runde Aquaplaning. Wir haben dadurch das Auto verloren, und ich konnte im ersten Training gar nicht fahren. Somit hat uns im zweiten Training, als es auch extrem nass war, schon ein bisschen die Pace gefehlt. Wir müssen gucken, dass wir morgen noch ein bisschen Performance finden."

Ergebnisse:

Gastfahrer Alex Zanardi ging es noch schlechter: Im ersten Training fehlten ihm über zehn Sekunden auf die Tagesbestzeit, am Nachmittag reduzierte er den Rückstand auf 9,315 Sekunden.

Fast zehn Sekunden Rückstand: Zanardi selbstkritisch

Der 53-Jährige zeigt sich ernüchtert: "Gestern hatten wir das Rollout und den ersten Testtag, und ich war ein bisschen enttäuscht. Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich heute noch enttäuschter sein könnte als gestern, aber der Tag hat gezeigt, dass es immer noch schlechter kommen kann."

Alex Zanardi

Hätte nicht schlimmer kommen können? Zanardi wurde eines besseren belehrt

Foto: ITR

Ob es auch etwas Positives gibt? "Das Gute ist, dass ich keinen Unfall hatte, was man unter diesen Umständen nicht unterschätzen darf. Wir haben aber definitiv Arbeit vor uns - oder besser gesagt ich habe Arbeit vor mir -, denn ich war noch nie so weit weg, was die Performance angeht. Da gibt es keine Entschuldigungen, und ich bin mit dem Rückstand nicht zufrieden."

Die große Frage ist nun, ob es zu einer Balance-of-Performance-Anpassung kommen wird: Beim Donnerstagtest auf trockener Strecke hatten die Super-GT-Autos, die über etwas mehr Leistung und eine bessere Aerodynamik verfügen, aber mit den Hankook-Einheitsreifen der DTM Schwierigkeiten haben, vier Zehntelsekunden Vorsprung.

Auf nasser Strecke sahen die DTM-Autos am Ende des zweiten Trainings hingegen stärker aus, da die Super-GT-Teams ihren Leistungsvorteil nicht ausspielen können und mit den Hankook-Regenreifen ihre liebe Not haben. Da auch am Samstag und am Sonntag Regen droht, könnten sich die Technikverantwortlichen der beiden Dachorganisationen ITR und GTA dazu entschließen, nicht einzugreifen.

 

Mit Bildmaterial von ITR.

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Artikel-Info

Rennserie DTM , SUPER GT
Autor Sven Haidinger