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Trotz Frust-Wochenende: Hat Aston Martin Topspeed-Defizit aufgeholt?

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Trotz Frust-Wochenende: Hat Aston Martin Topspeed-Defizit aufgeholt?
Autor:
Co-Autor: Tom Errington
26.08.2019, 16:52

Keine Punkte, mehr Rückstand, Motorschäden: Was auf den ersten Blick wie ein bitterer Rückfall aussieht, gibt DTM-Neueinsteiger Aston Martin große Hoffnung

Auf den ersten Blick sieht das Lausitzring-Ergebnis von Aston Martin wie eine Schmach aus: Keine Punkte in zwei Rennen, vier Öffnungen der Motorenplomben, drei Motorschäden am Sonntag - und am Ende ein elfter Platz durch Jake Dennis am Samstag als bestes Ergebnis. Doch Ferdinand Habsburg sieht überraschenderweise große Fortschritte.

"Die Performance ist jetzt da auf den Geraden", frohlockt er. "Wir zeigen, dass wir zumindest die gleichen Geschwindigkeiten erreichen können wie BMW und hoffentlich auch bald Audi." Ein Blick auf die Topspeeds zeigt tatsächlich, dass dem Österreicher am Sonntag nur noch zwei km/h auf Audi fehlten. Mit 279 km/h war er so schnell wie die besten BMW.

Aber wieso sorgt die Zuverlässigkeit nun plötzlich wieder für Schwierigkeiten? "Wenn man die Performance verbessert, nimmt man auch ein bisschen Risiko bei der Zuverlässigkeit. Manchmal drehen wir den Hahn vielleicht zu weit auf und das müssen wir jetzt wieder in die Balance kriegen", erklärt er.

Drei Motorschäden: Zu viel an der Power-Schraube gedreht?

Teamchef Florian Kamelger bestätigt, was Habsburg sagt: "Wenn drei von vier Autos mit Motorschäden ausscheiden, dann sind das schlechte Nachrichten. Offensichtlich geht der Fortschritt, den wir bei der Performance gefunden haben, zu Lasten der Zuverlässigkeit."

Dass man am Samstag nach einer längeren Pause wieder einmal die Verplombung der Motoren öffnete, sei aber keine große Überraschung gewesen, sagt Kamelger. "Wir wussten, dass wir wieder an diesen Punkt kommen werden, obwohl sich die Zuverlässigkeit klar verbessert hat. Wir mussten ein paar Probleme lösen."

 

Zu Saisonbeginn war der von HWA entwickelte Turbomotor ganz klar die Schwachstelle des Aston-Martin-Pakets, das nun ausgeglichener ist. "Wir haben inzwischen ein ganz ordentliches Paket und man kann nicht mehr so klar differenzieren zwischen Motor und Set-up. Wir haben in beiden Bereichen Luft nach oben."

Lausitzring für Aston Martin "problematische Strecke"

Aber wieso lag Aston Martin trotz der Motorenfortschritte auf dem Lausitzring weiter zurück als zum Beispiel in Brands Hatch? Das hat mit der Streckencharakteristik zu tun. "Der Lausitzring ist ein problematischer Kurs für uns", erklärt der Teamchef. Das habe man schon vom ITR-Test gewusst. Doch im April war es kühler, was dem Vantage besser liegt.

Aston Martin

Im engen Infield des Lausitzrings fühlt sich der Aston Martin nicht wohl

Foto: LAT

"Wir hatten eigentlich ein gutes Momentum aus Assen und auch in Brands Hatch sind wir vorangekommen, aber die langsamen Abschnitte liegen unserem Auto einfach nicht", bestätigt Routinier Paul di Resta gegenüber 'Motorsport.com'.

Und Habsburg drückt es im Gespräch mit 'Motorsport.com' noch drastischer aus: "Das ist das erste Wochenende, an dem wir sagen würden, dass wir die Zeit in den Kurven verlieren. Und nicht auf den Geraden. Das ist ein gutes Zeichen. Das Chassis funktioniert hier einfach nicht so gut."

Set-up-Test im Sonntagsrennen

Habsburg führt das auch auf die vielen Bodenwellen zurück: "So, weich, wie wir hier fahren, fahren wir nirgendwo sonst. Das ist sehr herausfordernd und auch etwas Neues für unser Paket. Und dann bringt es uns manchmal schöne Ostereier als Überraschung - halt leider nicht immer die süßen."

Nach dem schwierigen Samstag ging man bei R-Motorsport am Sonntag volles Risiko und schickte die vier Piloten mit komplett unterschiedlichen Abstimmungen ins Rennen, auch um mehr Erfahrung zu sammeln.

"Die Veränderungen, die sie in der Box von Dennis und di Resta gemacht haben, waren ziemlich groß", verweist Habsburg auf die beiden Teamkollegen. "Bei mir auch, aber in eine komplett andere Richtung", deutet er an, dass man auf weniger Abtrieb setzte. "Bei Daniel ist das Set-up ziemlich gleichgeblieben."

Di Resta sauer auf Spengler: Hätte Platz sieben geholt

Welcher Weg sich als richtig herausgestellt hat? "Es hat sich gezeigt, dass die andere Garage einen guten Schritt gemacht hat", verweist Habsburg auf das britische Duo. "Daniel und ich sind ein bisschen zurückgeblieben. Ich habe ziemlich viel an Heck-Grip verloren. Das hat die ganze Sache nicht sehr einfach gemacht, aber es war zumindest vorhersehbarer."

 

Doch ausgerechnet Dennis wurde schon nach zwei Runden mit Defekt in die Box geschoben, während di Resta kurz nach seinem Abflug im Duell mit Bruno Spengler mit Defekt aufgab. "Wir untersuchen noch, ob der Zwischenfall auch einen Einfluss auf den Motor und auf den Öldruck hatte, denn kurz danach hat er den Öldruck verloren", erklärt Kamelger.

Und di Resta ist sowieso sauer: "Die Regeln erlauben dir, Tür an Tür zufahren, aber man darf den anderen nicht von der Strecke drängen, aber er hat mir keinen Platz gelassen." Der Schotte fühlt sich wieder einmal um Punkte betrogen: "Das war schade, weil ich es voraussichtlich auf Platz sieben geschafft haben könnte. Wir wären sehr lange draußen geblieben und so locker an Eng, Fittipaldi uns so weiter vorbeigekommen, weil die alle viel zu früh an der Box waren."

Mit Bildmaterial von R-Motorsport.

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Artikel-Info

Rennserie DTM
Event Lausitzring
Autor Sven Haidinger