Peter Rikli: „Diese Zeitstrafen haben uns wirklich weh getan“

Rikli Motorsport gewann mit den zwei Honda beide ETCC-Rennen in Monza. Doch Zeitstrafen brachten die Plätze auf dem Podium durcheinander. Selbst JAS Motorsport war erstaunt über die Rundenzeiten der Schweizer...

Peter Rikli: „Diese Zeitstrafen haben uns wirklich weh getan“
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Christjohannes Schreiber, Honda Civic, Rikli Motorsport
Christ-Johannes Schreiber, Honda Civic, RIkli Motorsport
Peter Rikli, Rikli Motorsport

In beiden Rennen auf dem GP-Kurs von Monza fuhr das Honda-Team aus Wangen an der Aare einen Doppelsieg heraus. Doch Zeitstrafen machten den Tschechen Petr Fulin auf Seat Leon TCR nachträglich zum Sieger des ersten Laufs, während Christjohannes Schreiber nach einer 10-Sekunden-Strafe gegen den vermeintlichen Sieger Peter Rikli im zweiten Rennen zum ersten ETCC-Triumph kam.

Im Interview mit Motorsport.com Schweiz äussert sich Peter Rikli zu diesen streitbaren Zeitstrafen und zur Überlegenheit der Honda Civic TCR aus der Schweiz. Darüber war sogar das Honda-Werksteam erstaunt...

 

Warum habt ihr in der ersten Startaufstellung eure Startplätze nicht korrekt eingenommen?

„Wir werden immer über Funk in unsere Startboxen eingewiesen. Wir sitzen im Honda so tief und weit hinten, dass wir die Markierungen nicht sehen können. Die Boxenaufsicht liess unseren Funkmann aber nicht mehr an die Boxenmauer, um mit uns Verbindung aufzunehmen. Es gab fast eine Schlägerei. Obwohl wir leicht nach hinten versetzt standen und daher eher im Nachteil waren, erhielten Christjohannes und ich eine 5-Sekunden-Zeitstrafe. Die FIA-Stewards sagten, wir hätten die Fahrer hinter uns behindert.“

Du hast im ersten Rennen aus der Pole Position und auch im zweiten Lauf von Startplatz 6 aus gleich die Führung übernommen. Wie kommen solche Raketenstarts zustande?

„Wir üben die Starts. Nicht nur das blosse Losfahren, sondern auch den richtigen Zeitpunkt. Wenn die roten Lichter der Startampel erlöschen, verlieren wir vielleicht eine Viertelsekunde, die anderen eine halbe bis Dreiviertelsekunde. Das kann es ausmachen.“

Warum gab es die 10-Sekunden-Zeitstrafe gegen dich im zweiten Rennen?

„Mein Vordermann kam nicht weg, daher wich ich über den Grünstreifen aus. Das wurde mir als Verlassen der Strecke angekreidet. Solche Ausweichmanöver haben schon viele andere ohne Strafe gemacht, daher verstehe ich auch dieses Urteil nicht. Diese Strafen haben uns getroffen, aber solche Entscheidungen von Stewards kann man leider nicht anfechten.“

Sonst verlief alles optimal?

„Ja, absolut. Das Beste war die Reaktion von JAS Motorsport. Wegen der WTCC war das Honda-Werksteam anwesend. Der JAS-Chef telefonierte mit Colciago und Morbidelli, die in Monza viel mit den Honda Civic TCR getestet haben. Sie fuhren noch nie unter zwei Minuten und hielten unsere Zeiten nicht für möglich.“

Wie erklärt sich das?

„Wir haben ein sehr gutes Setup erarbeitet und sind gut gefahren. Die Autos sind ansonsten ja identisch.“

 

Warum wart ihr den Gegnern überlegen?

„Die anderen waren nicht gut vorbereitet, weil lange nicht klar war, ob sie starten dürfen. Die FIA schreibt für die TCR-Kategorie ein neues Sicherheitspaket vor. Honda hatte dies schon gemacht, Seat noch nicht. Die Seat-Fahrer erfuhren erst zwei Tage vorher, dass sie trotzdem zugelassen sind. Fulin und wir waren gut vorbereitet, die anderen werden aber aufholen.“

In Oschersleben stand euer letztjähriger Fahrer Kris Richard auf der Pole Position...

„Dies zeigt, wie hoch das Niveau bei uns ist, obwohl es viele nicht wahrhaben wollen.“

...und Christjohannes Schreiber tritt als Laufsieger und ETCC-Leader nach dem ersten Rennwochenende bereits in Richards Spuren...

„Das überrascht uns nicht. Wir können den jungen Fahrern mit unserer Erfahrung einiges beibringen, damit sie nicht alles selbst erlernen müssen. Die heutige Jugend ist so gut, dass sie sofort alles begreift. Für sie ist das wie das Spielen auf der Playstation...“

Was ist beim nächsten Rennen auf dem Hungaroring von Rikli Motorsport zu erwarten?

„Wir sind dort vor zwei Jahren in der Super 2000 das letzte Mal gefahren. Die Strecke in Ungarn hat einen ganz anderen Charakter als Monza. Ich hoffe, wir kriegen die Abstimmung wieder so gut hin. Aber unsere Konkurrenten werden dort sicher stärker auftreten. Mal abwarten...“

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