Formel-1-Liveticker: Jean Todt erntet Shitstorm wegen Tweet

Aktuell im Formel-1-Liveticker: +++ Herbe Kritik an FIA-Präsident Jean Todt +++ Romain Grosjean ruft zur "#SafeHands"-Challenge auf +++

Formel-1-Liveticker: Jean Todt erntet Shitstorm wegen Tweet

Bericht

Status: Beendet

Bis dann!

Und somit sind wir am Ende dieses Formel-1-Livetickers angekommen. Vielen Dank für dein Interesse. Maria Reyer verabschiedet sich und wünscht noch einen schönen Abend. Bleib gesund & bis bald!

Ferrarigate: Todt wehrt sich gegen Kritik

Kommen wir zur Abwechslung mal kurz zu einem anderen Thema: Ferrarigate. Bevor die Coronakrise die Formel 1 voll erwischt hat, gab es kein anderes Thema mehr. Der Deal zwischen der FIA und Ferrari bezüglich der Überprüfung des Motors aus dem Jahr 2019 warf Fragen auf und sorgte für Entsetzen bei der Konkurrenz.

Mittlerweile ist bekannt, dass sich Mercedes aus der Reihe jener Teams wieder zurückgezogen hat, die gegen Ferrari und die FIA Stimmung machen. Auch Jean Todt wehrt sich gegen die Kritik der sieben Teams. Er hat diesen Rennställen einen Brief geschrieben.

Darin heißt es: "Aufbauend auf einem völlig ungenauen und voreingenommenen Tatsachenmuster stellen Sie nicht nur die Entscheidung der FIA in Frage, sondern Sie stellen auch die Integrität des Verbandes und seiner Vertreter offen in Frage, was auf eine betrügerische Absprache zwischen der FIA und der Scuderia Ferrari hindeutet."

"Die FIA weist Ihre Vorwürfe entschieden zurück. Die Teams haben rücksichtslos äußerst schwerwiegende Anschuldigungen gegen die FIA und wichtige Funktionäre, insbesondere den Präsidenten, erhoben, die schädlich und verleumderisch sind."

Video: Diese fünf Rennen mussten abgesagt werden

Wir haben aber nicht nur ein Programm für die Ohren, sondern auch für die Augen. Auf unserem YouTube-Kanal findest du spannende Videos zu verschiedensten Themen rund um die Königsklasse, also schau doch mal vorbei!

Unser neuestes Video dreht sich - passend zur Australien-Absage - um Rennen, die in der Vergangenheit aus den verschiedensten Gründen abgesagt wurden. Hättest du's gewusst? ;-)

Formel-1-Podcast: Die Geschichte einer Absage

Wenn du auch gerade zu Hause bist und dich fragst, was du mit der vielen Zeit anstellen sollst, dann hier ein Tipp von mir: Unser Formel-1-Podcast "Starting Grid" steht dir in vollem Umfang auf iTunes, der Website von meinsportpodcast.de oder auch hier zur Verfügung!

In der neuesten Ausgabe geht es - natürlich - um die Absage des Australien-Rennens. Chefredakteur Christian Nimmervoll spricht mit Kevin Scheuren und Formel-1-Fan Raffael, der in Melbourne vor Ort ist, über die Geschehnisse der vergangenen Tage. Große Hörempfehlung!

Red-Bull-Ring stellt Betrieb vorübergehend ein

"Aufgrund der aktuellen Situation und zum Schutz der Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter unterbrechen wir vorübergehend den öffentlichen Betrieb ab Montag, 16. März 2020", heißt es in einer Mitteilung des Red-Bull-Rings in Spielberg. Auf der Rennstrecke soll am 5. Juli der Grand Prix von Österreich ausgetragen werden, am 16. August dann das MotoGP-Rennen.

Dazu heißt es: "Sämtliche Großveranstaltungen am Red Bull Ring sind nach aktuellem Stand nicht betroffen und finden weiterhin wie geplant statt."

Was machen die Fahrer?

Wir haben uns auf den sozialen Netzwerken umgesehen, was die Formel-1-Fahrer an diesem rennfreien Sonntag treiben. Charles Leclerc hat sich in die Fluten gewagt, der Ferrari-Pilot scheint noch in Australien zu weilen. Valtteri Bottas hingegen ist wieder in Monaco angekommen und hat sich einen schönen Abend mit Freundin Tiffany Cromwell gemacht, heute standen Pancakes essen und Karten spielen auf seinem Terminplan.

Pierre Gasly hingegen kann das Rennfahren nicht lassen. Er hat in Melbourne ein paar Runden gedreht, um nicht einzurosten. Andere Piloten, etwa Max Verstappen, Lando Norris oder Antonio Giovinazzi sind auf virtuelles Fahren umgestiegen und haben sich heute schon in diversen Sim-Racing-Events bewiesen. Esteban Ocon hingegen hat sich lieber seinen eigenen kleinen Flitzer zusammengebaut.

Zandvoort-Verschiebung? Lammers wäre "nicht überrascht"

Die Formel 1 hat die ersten vier Saisonrennen verschoben (Australien, Bahrain, China und Vietnam). Unklar ist derzeit noch, was mit den Rennen danach passieren wird. Denn das Comeback in den Niederlanden und der Grand Prix von Spanien könnten wohl auch bald verschoben werden. Liberty Media selbst rechnet erst mit einem Saisonauftakt Ende Mai (frühestens).

Zandvoort-Sportchef Jan Lammers wäre "nicht überrascht", würde man den Grand Prix der Niederlande ebenso verschieben. Das Rennen wäre für 3. Mai geplant, dass aber dort tatsächlich die Saison losgeht, damit rechnet kaum noch jemand. "Mit der heutigen Realität muss man sich fragen, ob man die Fans in eine so unsichere Situation stecken möchte."

- Zandvoort rechnet mit Verschiebung

- Welche Rennen kann die F1 2020 noch nachholen?

- Brawns Kalenderpuzzle: Triple-Header mit Zwei-Tages-Events?

"Manches ist größer als Racing"

Die Formel-1-Teams haben sich heute auf Twitter zu Wort gemeldet. An einem Tag, an dem eigentlich das erste Kräftemessen hätte stattfinden sollen, sind sich alle einig: "Manches ist größer als Racing". Damit zeigen sich alle Teams solidarisch und wissen, dass in solch einer Krise die Formel 1 nicht wichtig ist.

Red Bull hofft, bald in den Albert Park zurückkehren zu können. Ob der Australien-Grand-Prix 2020 tatsächlich noch nachgeholt werden kann, ist aber mehr als fraglich. Vor allem weil auf einer nicht permanenten Rennstrecke gefahren wird.

#OnThisDay: Sennas erster Rennsieg

Wir bleiben in der Vergangenheit und gehen noch weiter zurück, konkret in das Jahr 1981. Denn genau heute vor 39 Jahren gewann ein gewisser Ayrton Senna da Silva in Brands Hatch das zweite Rennen der britischen Formel-Ford-Meisterschaft und holte sich damit seinen allerersten Sieg in einem Formelboliden.

#OnThisDay: Sennas erster Rennsieg

Wir bleiben in der Vergangenheit und gehen noch weiter zurück, konkret in das Jahr 1981. Denn genau heute vor 39 Jahren gewann ein gewisser Ayrton Senna da Silva in Brands Hatch das zweite Rennen der britischen Formel-Ford-Meisterschaft und holte sich damit seinen allerersten Sieg in einem Formelboliden.

Ein Blick zurück: Zeitreise ins Jahr 1990

Da wir heute keinen Formel-1-Saisonauftakt erlebt haben, nützen wir die Zeit, um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Ja, tatsächlich ist 1990 schon 30 Jahre her - Wahnsinn!

Damals sah die globale Lage komplett anders aus und auch in der Formel 1 liefen die Uhren anders. Weltmeister Alain Prost wechselte von McLaren zu Ferrari. Konkurrent Ayrton Senna blieb beim britischen Team und wollte die Revanche.

Kannst du dich noch an alle Fahrer des Jahrgangs 1990 erinnern?

Fotostrecke: Vor 30 Jahren: Fahrer und Teams der Formel-1-Saison 1990 Motorsport Images

Foto: Motorsport Images

Der Start in die Formel-1-Saison 1990. 30 Jahre danach werfen wir einen Blick zurück auf Fahrer und Teams. Hier sind die Bilder von damals!

WHO-Chef freut sich auf Todt-Video

Grosjean hat auch FIA-Präsident Jean Todt für die "#SafeHands"-Challenge nominiert. Der Boss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus freut sich schon auf das Video des Franzosen - wir auch ;-)

Grosjean startet die "#SafeHands"-Challenge

Romain Grosjean zeigt es vor, wie es richtig geht. Der Haas-Pilot nimmt an der "#SafeHands"-Challenge teil und nominiert auch gleich ein paar Formel-1-Kollegen (Lewis Hamilton, Charles Leclerc). Damit will er Aufmerksamkeit auf die tägliche Hygiene richten, die in diesen Tagen besonders wichtig ist.

Kein Interesse an Formel-1-Fanartikeln

Mein Kollege Adam Cooper ist weiterhin in Melbourne. Er hat sich soeben angeschaut, wie es rund um den Albert Park aussieht und bemerkt: Großes Interesse an Formel-1-Artikeln ist derzeit eher nicht vorhanden ...

Todt erntet nächsten Shitstorm

Der FIA-Präsident hat in den vergangenen Tagen nicht das beste Händchen für Twitter bewiesen. Während Fans und Medien gleichermaßen ratlos im Dunklen gelassen wurden, ob nun der Australien-Grand-Prix abgesagt wird oder nicht, postete Jean Todt ein Foto von einem Treffen mit Geschäftsleuten.

Gestern folgte das nächste Glanzstück. Die Verschiebung der Rennen in Bahrain und Vietnam kommentiert er mit: "Zuerst die Menschen schützen". Dafür erntet er den nächsten Shitstorm der Fans.

Ein User schreibt: "Zuerst lassen Sie 10.000 Menschen auf die Absage warten und sagen, Sie hätten es getan, um sie zu retten. Versuchen Sie jetzt nicht, das schönzureden."

Oder eine Userin: "Ja, natürlich gibt es keinen besseren Weg, als [die Fans] vor den Toren stehen zu lassen, statt den Australien-GP rechtzeitig abzusagen. Das ist der beste Schutz."

Sagen wir mal so, die Kommunikation des FIA-Präsidenten war in den vergangenen Tagen etwas unglücklich ...

Fahrer bitten ihre Fans: Passt auf!

Romain Grosjean und Sergio Perez sind zwei von vielen Fahrern, die sich für die Gesundheit ihrer Fans einsetzen. Der Haas-Pilot verweist in seiner eindringlichen Bitte auf sozialen Netzwerken auf die Weltgesundheitsorganisation.

Der Mexikaner schreibt: "Bereits wieder in meinem Land nach der Absage des Saisonbeginns. Jetzt ist es wichtig, dass wir uns bewusst sind, dass wir ... an andere denken und nicht an überfüllte Orte gehen. Es handelt sich um etwas viel Ernsteres, als wir denken, wie zum Beispiel die Ereignisse in Italien zeigen, wo sie nicht die Kapazitäten des Krankenhauses haben, um sich um alle zu kümmern."

Jones: "Ich hätte weitergemacht"

Nicht alle Formel-1-Fans haben verstanden, warum heute kein Rennen stattfindet. Auch einzelne Teams wollten den Grand Prix austragen (Red Bull, AlphaTauri und Racing Point). Und selbst ehemalige Rennfahrer verstehen die Absage nicht, wie etwa Alan Jones. Der 73-jährige Weltmeister zeigt sich gegenüber dem 'Guardian' enttäuscht.

"Von meinem Standpunkt aus hätte ich sowieso weitergemacht, aber man muss das Ganze mit Vernunft angehen", sagt er. "Bis zum Freitag dachten wir alle, dass wir die Kontrolle über all dies behalten können. Der Katalysator war bis zu einem gewissen Grad McLaren. Das war es, was die Zündschnur angezündet hat."

Er spricht von einem "harten Schlag" für den australischen Sport. Und er ist der Überzeugung, dass es richtig war, es zumindest zu versuchen, das Rennen stattfinden zu lassen. "Ich kann ihnen nicht verübeln, dass sie hierher gekommen sind. Es hat sich einfach beschleunigt, und ich glaube nicht, dass das jemand vorhergesehen hat. Ich glaube, sie dachten, sie könnten es hinter sich bringen."

Situation in Italien: Ferrari wollte nach Hause

Wenn man sich die Todesanzeigen in italienischen Tageszeitungen dieser Tage ansieht, dann wird einem bewusst, wie ernst die Lage in dem europäischen Land ist. Besonders die Scuderia Ferrari wurde von dieser Krise getroffen, vor allem emotional. Daher war klar, dass das Team gegen eine Durchführung des Rennens stimmen wird. Schließlich wollten die Teammitglieder schnellstmöglich zu ihren Liebsten nach Hause.

- Ferrari stellt Produktion in Fabrik ein

Melbourne-Chef: Fans & Teams waren nicht in Gefahr

Der Streckenchef des Albert Park, Andrew Westacott, ist bemüht darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Denn Melbourne, die Formel 1 und die FIA haben von Donnerstag auf Freitag keine gute Figur abgeliefert. Da erst zwölf Stunden nach dem McLaren-Statement eine endgültige Entscheidung getroffen wurde - zwei Stunden vor dem ersten Freien Training -, sind viele Fans an die Strecke gepilgert.

Die Tore wurden nicht geöffnet, eine Menschenschlage stand ratlos vor den Eingangsschleusen. Ohne Information wurden die Fans sich selbst überlassen. Zuvor musste Formel-1-Personal um die halbe Welt reisen. Westacott betont, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass Teams oder Fans in dieser Situation in Gefahr waren. "Dafür gibt es überhaupt keine Anzeichen", sagt er.

"Der Rat und der Input des leitenden medizinischen Offiziers der viktorianischen Regierung berücksichtigte nicht nur die Testergebnisse der acht eingereichten Teams und das positive Ergebnis, sondern berücksichtigt auch, was in der lokalen Gesellschaft geschieht."

Nachsatz: "Es war eindeutig die richtige Entscheidung."

Servus!

Herzlich willkommen im Formel-1-Liveticker an diesem Sonntag. Eigentlich würden wir jetzt bereits den Grand Prix von Australien analysieren, Reaktionen aufbereiten und wohl Mercedes, Ferrari oder Red Bull zum Rennsieg gratulieren ;-)

Doch es kam anders. Heute fand kein Rennen im Albert Park statt. Trotzdem starten wir heute den Ticker, da es dennoch viel zu besprechen gibt. Heute ist Maria Reyer an den Tasten. Schön, dass du mit dabei bist!

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