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21 Jahre alt und Neuling, aber: Russell sieht sich als Williams-Leuchtturm

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21 Jahre alt und Neuling, aber: Russell sieht sich als Williams-Leuchtturm
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
25.02.2019, 13:42

Was Robert Kubica kaum für möglich hält, will George Russell mit Optimismus und Zuversicht schaffen: die desolate Williams-Mannschaft wieder auf die Beine bringen

Der neue Williams-Pilot George Russell sieht eine seiner Aufgaben darin, der Belegschaft der Krisentruppe Mut zu machen und sie zu motivieren, die Startschwierigkeiten in die Formel-1-Saison 2019 schleunigst zu überwinden - obwohl er erst 21 Jahre alt und Neuling in der Königsklasse ist.

Sein Selbstverständnis hätte nichts mit der katastrophalen Lage des Teams zu tun, betont Russell: "Ich denke, es ist nunmal ein Teil unseres Jobs, dass wir versuchen, jeden anzuspornen", spricht er auch für die Fahrerkollegen. "Natürlich ist bei uns aber im Moment jeder frustriert und enttäuscht."

Russell fordert, dass Williams positiv bleiben müsste. Dass der erste Wintertest in die Hose geht, müsste kein Vorzeichen einer verkorksten Saison sein. "Force India hat 2015 die kompletten Tests verpasst und ist trotzdem Fünfter in der Konstrukteurs-WM geworden", denkt er an seinen früheren Arbeitgeber. "Für das Testen werden keine WM-Punkte verteilt. Wer weiß, was noch passiert?"

Das Problem an der These: Williams hatte schon vor dem Beginn der Probefahrten viel Rückstand auf die Konkurrenz - anders als damals Force India. Statt die Defizite mit einer guten Vorbereitung einzudampfen, müssen die Ingenieure tatenlos zusehen, wie die übrigen Teams weiter enteilen.

Trotzdem meint Russell: "Bis man selbst in einer Formel-1-Mannschaft arbeitet, versteht man nicht, wie viel Arbeit nötig ist, um so ein Auto auf die Bahn zu bekommen. Als ich im Januar einen Rundgang durch die Fabrik gemacht und alles gesehen habe, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus." Den kleinsten Details würde entscheidende Bedeutung zukommen, selbst bei den simpelsten Teilen.

Dass das Puzzle bei den Tests nicht zusammenpasst, sei "nicht das Ende der Welt", auch wenn es an den Nerven zehrt. Er sei "genervt" gewesen, am vergangenen Montag und Dienstag neun Fahrzeuge auf der Strecke zu erleben und selbst zuzuschauen. "Weil mir aber klar ist, wie viel Arbeit alle in der Fabrik investiert haben, war ich nicht frustriert. Ich weiß, dass niemand absichtlich für diese Situation gesorgt hat", so Russell. "Es geht jedem auf den Zeiger und sie reißen sich den Hintern auf."

Russell könnte mit seiner Erfahrung aus Zeiten als Mercedes-Testfahrer selbst dazu beitragen, dass Williams wieder in die Spur findet. Gepaart mit der Erfahrung seines Teamkollegen Robert Kubica würden die Aktiven so eine führende Rolle auf dem Weg zu einem konkurrenzfähigen Auto einnehmen. Doch der Pole warnt: "Allzu viel darf man von den Piloten nicht erwarten. Jeder hat seine eignen Aufgaben und muss sie erledigen, also muss ich mich auf meinen eigenen Job konzentrieren und den Leuten, die dafür [die technische Entwicklung] verantwortlich sind, ihren Raum lassen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Dominik Sharaf