2,5 Millionen Euro Unfallschäden: Ferraris Problem mit der Budgetgrenze

Weil Ferrari schon 2,5 Millionen Euro an Unfallschäden bezahlen musste, schlägt Mattia Binotto vor, das Geld aus der Budgetgrenze zu nehmen

2,5 Millionen Euro Unfallschäden: Ferraris Problem mit der Budgetgrenze

Sollten die Kosten für unverschuldete Unfälle aus der Budgetgrenze herausgenommen werden? Diese Diskussion regt nach Ungarn Ferrari-Teamchef Mattia Binotto an. In Budapest wurde Charles Leclerc von Aston Martins Lance Stroll in eine Kollision verwickelt und schied noch in der ersten Runde aus.

Im Anschluss an das Rennen hatte er schon den Vorschlag gebracht, dass das Team des Unfallverursachers die Schäden bezahlen sollte - das stieß jedoch nicht auf große Gegenliebe. Doch was der Italiener wirklich gerne diskutieren würde, ist eine Herausnahme der Kosten aus der Budgetgrenze.

Das ist jedoch auch kein neuer Vorschlag. Schon nach dem Unfall von Valtteri Bottas in Imola und nach dem Crash von Max Verstappen in Silverstone kam die Frage auf, wie stark das Budget durch die Vorfälle belastet wird. Laut Red Bull soll der Unfall in Silverstone 1,8 Millionen US-Dollar (rund 1,5 Millionen Euro) gekostet haben - Geld, das dem Team am Ende im WM-Kampf fehlt.

2,5 Millionen Euro Schaden

Ferrari hat nach eigenen Angaben bereits 2,5 Millionen Euro durch Unfälle in diesem Jahr verloren. "Der Schaden kann erheblich sein", sagt Binotto. "Sollten wir also in diesen Fällen eine andere Art der Regulierung in Betracht ziehen?", fragt er und antwortet gleich selbst: "Ich denke, dass es dafür durchaus Gründe gibt."

Doch auch hier gibt es bereits Gegenwind. Vor allem kleinere Rennställe wie Haas argumentieren, dass ihnen bei jedem Unfall Geld verloren geht, da sie nicht an der Budgetgrenze operieren und nicht einfach Geld nachschieben können. Das zu kalkulieren, sei Teil des Rennsports, meint Teamchef Günther Steiner.

"Sicherlich gibt es da keine offensichtliche Lösung", sagt Binotto, "aber das ist etwas, das wir zweifellos in den kommenden Wochen mit der FIA, der Formel 1 und den Teams diskutieren werden. Wir werden sehen, ob es eine Lösung für die Zukunft gibt."

Motor straffrei ersetzen?

Eine ähnliche Debatte würde Binotto auch gerne über die Motoren eröffnen. Denn auch hier droht Ferrari durch den unverschuldeten Unfall in Ungarn ein Nachteil. Das Team muss den Motor von Leclerc abschreiben und wird so von einer Strafversetzung im weiteren Saisonverlauf bedroht.

Auch hier könnte sich Binotto eine Ausnahme vorstellen, doch auch hier weiß er, dass es da keine einfache Lösung geben wird. Denn: Ein 1:1-Ersatz ist im Grunde unmöglich. Der Motor von Leclerc wäre zwar noch für ein paar Rennen einsatzfähig gewesen, aber er war eben nicht neu.

Charles Leclerc

Der Motor von Charles Leclerc muss abgeschrieben werden

Foto: Motorsport Images

"Wenn man ihn ersetzt, baut man etwas Neues ein, also nicht etwas mit gleicher Laufleistung und gleicher Lebensdauer. Es ist also kompliziert", weiß Binotto und blickt mit etwas Sorge in Richtung Zukunft.

"Es ist die Rede von einer weiteren Reduzierung im Jahr 2025, von drei Motoren auf zwei [pro Saison], und es ist klar, dass das Thema umso wichtiger wird, je weniger Motoren es gibt", sagt er.

"Wir werden mit allen anderen Teams und mit der FIA diskutieren, denn dies ist sicherlich ein aktuelles Thema, das von verschiedenen Seiten angesprochen wurde, und es daher verdient, untersucht zu werden. Aber ich glaube nicht, dass es eine einfache Lösung gibt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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