Formel 1 2017

3D-Druck: Ferraris F1-Motor 2017 mit innovativen Kolben?

Um in der neuen Formel-1-Saison wieder ganz vorn mitzufahren, beschreitet Ferrari beim Motordesign neue Wege: Die Kolben werden in 3D gedruckt.

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat die Anweisung herausgegeben, wonach sich das Team mit dem Ausdruck seiner Hoffnungen für die Formel-1-Saison 2017 zurückhalten solle. Das heißt aber nicht, dass man sich in Maranello mit den Vorbereitungen zurückhält.

Was die Erwartungen im Vorfeld der Saison betrifft, geht Ferrari in diesem Jahr den umgekehrten Weg als vor einem Jahr. Im Frühjahr 2016 hatte man vollmundig erklärt, den Saisonauftakt gewinnen zu wollen. Doch selbst als die Saison zu Ende war, stand in der Spalte der Ferrari-Saisonsiege noch eine 0...

Mittlerweile ist die Entwicklung des 2017er-Ferrari weit vorangeschritten. Die öffentliche Präsentation des Autos, das intern auf den Codenamen 668 hört, ist für den 24. Februar in Fiorano geplant.

Was den Motor betrifft, so kann es allerdings sein, dass Ferrari bei den Wintertestfahrten noch nicht die endgültige Version einsetzen wird. Grund: Die beiden für die Motorentwicklung hauptverantwortlich zeichnenden Techniker Sassi Lorenzo und Enrico Gualteri hoffen, dank eines noch in Arbeit befindlichen innovativen Schritts einen großen Schritt nach vorn machen zu können.

Der größte Unterschied im Vergleich zum 2016er-Motor soll laut Andeutungen von Ferrari-Technikchef Mattia Binotto in der Verbrennungskammer liegen. Man hört, dass Elektronikpartner Magneti Marelli mittels eines neuen Mikrodüsen-Designs die Zündung perfektionieren und dabei gleichzeitig den Spritverbrauch senken will.

Weil mit der neuen Technik ein deutlich größerer Druck in der Verbrennungskammer – man spricht von bis zu 400 bar – erwartet wird, plant Ferrari ein innovatives Kolbendesign. Um dem höheren Druck standzuhalten, will man die Kolben mit einer speziellen Metalllegierung versehen: Stahl statt Aluminium.

Aluminiumlegieren sind zwar leichter als Stahllegierungen, aber die Widerstandsfähigkeit gegen Verformung und extrem hohe Temperaturen ist geringer. Die neuen Stahllegierungen will Ferrari mit 3D-Drucktechnik herstellen, weil man auf diese Weise deutlich komplexere Formen erzeugen kann als es mit konventioneller Produktionstechnik möglich ist. Weiterer Pluspunkt: Die Teile können wesentlich schneller produziert werden.

Zwar ist nicht davon auszugehen, dass Ferrari das einzige Team ist, dass diesen Weg beschreitet. Doch Technikchef Binotto hofft, damit so schnell wie möglich einen Performance-Sprung erzielen zu können. Läuft alles nach Plan, könnte es schon beim Saisonauftakt am 26. März in Melbourne soweit sein.

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