Abstände zwischen den Formel-1-Teams 2017 noch größer?

Aufgrund der neuen Regeln in der Formel-1-Saison 2017 gehen Insider davon aus, dass der Leistungsabstand zwischen den Teams noch größer sein wird als in den vergangenen Jahren.

Abstände zwischen den Formel-1-Teams 2017 noch größer?
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid, führt nach dem Start
Start zum Rennen
Start: Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1 VJM09 beim Start zum Rennen und Max Verstappen, Red Bull Raci
Jolyon Palmer, Renault Sport F1 Team RS16 beim Start zum Rennen
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid führt beim Start zum Rennen
Paul Hembery, Pirelli, Motorsportchef
Patrick Head, Williams, Teamgründer
Felipe Massa, Williams, FW38
Felipe Massa, Williams, FW38
Valtteri Bottas, Williams, FW38
Felipe Massa, Williams FW38
Felipe Massa, Williams FW38

Das neue Reglement mit den breiteren Reifen und größeren Flügeln wurde eingeführt, damit die Formel-1-Autos spektakulärer aussehen und die Rekordgeschwindigkeiten aus der Vergangenheit wieder erreichen.

Eine der Konsequenzen einer so umfangreichen Änderung ist aber, dass die reichen Teams besser in der Lage sein werden, das Beste aus diesem Rennen bei der Entwicklung zu machen – was bedeuten könnte, dass sich der Abstand zwischen der Spitze und dem Ende des Feldes noch vergrößern könnte.

Der ehemalige Technische Direktor von Williams, Patrick Head, sagte gegenüber dem Guardian: "Wenn jemand mit diesen neuen Regeln die Absicht hatte, das Feld enger zusammenzubringen, dann haben sie Stroh im Kopf."

"Jedes Mal, wenn es signifikante Änderungen gibt, haben immer die großen Teams einen Vorteil", sagte er weiter. "Die haben nämlich mehr Ressourcen, mehr Möglichkeiten, ihre existierenden und die neuen Autos parallel zu entwickeln und an ihnen zu arbeiten."

"Wenn man 750 Angestellte oder mehr hat im Gegensatz zu beispielsweise den 300 von Force India, kann das große Team natürlich mehr tun. Die Vorstellung, das Feld näher zusammenzubringen, ist Unsinn."

Teams in Gruppen

"Wir haben einige Schätzungen der Daten und ich denke, wir werden alles in Melbourne sehen", sagte Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery, der von den Teams Daten bekommen hat, um die Reifenspezifikationen vorzubereiten, gegenüber Motorsport.com. "Es gibt Gruppen, die ziemlich nahe beieinander sind, aber es gibt eine Bandbreite."

"Für die Teams ist das eine harte Aufgabe. Sogar aus Motorensicht hat man mehr Luftwiderstand und einige machen sich Sorgen um den Benzinverbrauch bei einigen Rennen. Daher haben sie daran gearbeitet. Wenn du mehr Luftwiderstand hast, brauchst du einen starken Motor, um die Auswirkung zu minimieren."

"Der Motor wird immer noch eine große Rolle spielen – die Änderungen bei der Aerodynamik sind so dramatisch, das man sich vorstellen kann, dass es ein paar Überraschungen geben wird. Jemand könnte mit einem Konzept wie dem Doppeldiffusor von Brawn ankommen – oder etwas anderem, das keiner in den Regeln gesehen hat."

"Das weiß man einfach nicht bis zum 1. Rennen. Die Top 10 werden sehr bevölkert sein. Wird jemand einen Schritt nach vorne machen? Man könnte sagen ja, das war immer der Fall, wenn es eine große Änderung im Reglement gab. Man kann sich also vorstellen, dass das wieder so sein wird."

Motorleistung

Head gibt zu, dass die Motorleistung in diesem Jahr noch wichtiger sein werde, auch wenn der Fokus der Reglemementsänderung auf der Aerodynamik lag.

"Es gibt keinen Zweifel, dass der Luftwiderstand höher sein wird", sagte er.

"Was den Motor aber noch etwas wichtiger macht, ist der höhere Luftwiderstand, den die Autos zweifellos haben werden, der Anteil der Vollgaspassagen – der Anteil einer Runde, in dem man eher von der Leistung als von den Reifen eingeschränkt wird – wird größer sein. Wenn man also etwas mehr Leistung hat, hat man einen kleinen Vorteil."

Head ist aber skeptisch, ob der Rennsport durch die neuen Regeln besser wird.

"Wenn sie eine Formel 1 wollten, in der ohne den Einsatz künstlicher Hilfen wie DRS mehr überholt wird, dann hätten sie den Abtrieb verringern müssen, sie sind aber in die entgegengesetzte Richtung gegangen."

"Wir müssen einfach abwarten. Wenn sie keinen Erfolg haben, dann probieren sie es wahrscheinlich noch einmal."

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