Änderungen im Formel-1-Reglement zurückgenommen

Schon am Vormittag des Rennens zum Grand Prix von Australien ging es in Melbourne richtig rund. Zuvor beschlossene Änderungen im Reglement wurden wieder zurückgenommen oder zumindest verschoben.

Als erstes beschlossen die Teamchefs einstimmig – ja, das soll tatsächlich passiert sein! – in Bahrain wieder zum alten Qualifying-Modus zurückzukehren. Das war aber noch nicht alles. Erst gestern wurde bekannt, dass es den Fahrern ab sofort nicht mehr gestattet sein sollte, ihre Abreißvisiere während der Fahrt wegzuwerfen.

Beim Treffen der FIA mit den Teamchefs am Sonntagvormittag wurde dieses Thema ebenfalls besprochen und diese Neuerung soll nun erst mal bis zum Start der Europarennen in Barcelona auf Eis gelegt worden sein. Bis dahin können sich die Helmhersteller vielleicht eine andere Lösung einfallen lassen, die die Plastikstreifen überflüssig machen könnte.

In allerletzter Minute wurde dann auch noch das Funkverbot gelockert, das erst gestern sogar verschärft worden war.

Rennergebnis Grand Prix von Australien

Das Verbot, Rennstrategien zu diskutieren, hatte den Teams großes Kopfzerbrechen bereitet und FIA-Renndirektor Charlie Whiting hatte ein Einsehen.

In einer aktualisierten Liste, was besprochen werden darf, schrieb Whiting: „Sowohl die eigene Boxenstoppstrategie des Fahrers im Rennen als auch jene der Konkurrenten ist auf das Timing der Stopps und darauf, welche Reifen eingesetzt werden (oder wurden) beschränkt.“

„Um Missverständnisse zu vermeiden, darf keine Abstimmung des Autos oder Motors in diese Strategiediskussion mit eingeschlossen werden.“

Aktualisierte Liste der Funkeinschränkungen

A. Beschränkungen der Kommunikation zwischen Team und Fahrer

Die Beschränkungen schließen folgendes ein:

- Jegliche Kommunikation mit dem Fahrer, inklusive, aber nicht beschränkt auf Funk und Boxentafeln.

- Jeden Zeitpunkt, nachdem das Auto die Garage mit dem Fahrer an Bord verlassen hat (ausgenommen, das Auto ist am Tag des Rennens vor oder zwischen Einführungsrunden in der Boxengasse).

Im Folgenden, eine Liste mit erlaubten Nachrichten:

Jede andere Nachricht, inklusive der unten genannten, von der wir vermuten, dass sie eine verschlüsselte Nachricht zu einem anderen Zweck ist (inklusive eines Stichworts für einen Fahrer), könnte als Verletzung von Artikel 20.1. des Sportlichen Reglements gewertet werden und wird den Rennkommissaren umgehend mitgeteilt.

1. Bestätigung, dass der Fahrer die Nachricht gehört hat

2. Anzeichen eines Problems am Auto. Eine Nachricht darf nur gesendet werden, wenn ein Versagen eines Teils oder Systems unmittelbar bevorsteht und möglicherweise endgültig ist.

3. Informationen über einen Schaden am Auto.

4. Anleitungen, Standardeinstellungen des Fahrers zum alleinigen Zweck auszuwählen, den Verlust der Funktion eines Sensors, Steuerknopfes oder Reglers abzumildern, deren Verschleiß oder Versagen durch die On-Board-Software nicht erkannt und behandelt wurde. Gemäß Artikel 8.2.4, darf jede neue Einstellung, die auf diese Weise gemacht wurde, die Leistung des Autos nicht darüber hinaus verbessern, wie sie vor dem Verlust der Funktion war.

Bildergalerie aus Melbourne

5. Anweisung, an die Box zu kommen, um etwas am Auto zu reparieren oder es abzustellen.

6. Anzeichen eines Problems am Auto eines Konkurrenten.

7. Informationen der Rennleitung (rote Flagge, gelbe Flagge, Startabbruch oder ähnliche Anweisungen oder Informationen von der Rennleitung).

8. Nachrichten der Rennleitung (außer den Countdown bis zum Start der Einführungsrunde und Informationen an den Fahrer, dass das letzte Auto in der Startaufstellung seine Position bezogen hat).

9. Nasse Strecke, Öl oder Trümmerteile in bestimmten Kurven.

10. Wetterinformationen.

11. Runden- oder Sektorzeit des Fahrers.

12. Runden- oder Sektorzeit eines Konkurrenten.

13. Hilfe, damit der Fahrer nicht auf andere Autos aufläuft oder Informationen über Abstände während eines Trainings oder Rennens.

14. Anweisung, die Position mit einem anderen Fahrer zu tauschen.

15. Anzahl der verbleibenden Runden im Training oder Rennen.

16. Position im Training oder Rennen.

17. 'Volle Attacke', 'Greif jetzt an', 'Du fährst gegen XY', oder ähnliches (nicht vergessen, keine verschlüsselten Nachrichten in den Anfeuerungen an den Fahrer verstecken).

18. Zeitpunkt zum Boxenstopp (oder während der Installationsrunde, in die Startaufstellung zu fahren). Eine derartige Nachricht darf nur gesendet werden, wenn der Fahrer während dieser Runde an die Box kommen soll. Nachdem der Fahrer gesagt bekommen hat, wann er an die Box kommen soll, darf ihm auch gesagt werden, draußen zu bleiben, falls sich die Umstände geändert haben.

Während des Freien Trainings darf den Fahrern auch gesagt werden, was sie tun sollen, sobald sie in die Boxengasse gefahren sind. z.B. „fahr durch“, „stopp an an der Box“, „Boxenstopptraining“, „in die Garage“ oder ähnliches.

19. Sowohl die eigene Boxenstoppstrategie des Fahrers im Rennen als auch jene der Konkurrenten ist auf das Timing der Stopps und darauf, welche Reifen eingesetzt werden (oder wurden) beschränkt. Um Missverständnisse zu vermeiden, darf keine Abstimmung des Autos oder Motors in diese Strategiediskussion mit eingeschlossen werden.

20. Erinnerungen, bei der Ein- und Ausfahrt der Boxengasse auf den Tempobegrenzer, weiße Linien, Poller, Ampelzeichen zum Wiegen zu achten und die Reifeneinstellungen zu ändern, um sie an die neuen Reifen anzupassen.

Punktestand WM-Wertung

21. Regelverletzungen des Fahrers oder von Konkurrenten, z.B. Auslassen von Schikanen, Auto neben der Strecke, Zeitstrafen usw.

22. Benachrichtigung, dass DRS aktiviert oder deaktiviert ist

23. Umgang mit einem DRS-Systemausfall

24. Ölverlust

25. Testsequenzinformationen während der Trainings, z.B. Aero-Mapping

Mit Informationen von Jonathan Noble

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