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Aerodynamische Effizienz: Ferraris Stärke ein Nachteil in Mexiko?

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Aerodynamische Effizienz: Ferraris Stärke ein Nachteil in Mexiko?
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24.10.2019, 19:27

Sebastian Vettel spielt die Favoritenrolle Ferraris in Mexiko hinunter: Die lange Gerade sei trügerisch und in der Höhe weiß niemand, wie groß der Vorteil ist

Mit einem Boxtraining bei Legende Julio Cesar Chavez hat sich Lewis Hamilton auf den Großen Preis von Mexiko 2019 vorbereitet. Vielleicht wird er Ellbogen und Fäuste auch im Autodromo Hermanos Rodriguez benötigen, wenn er hier gewinnen will. Von der Papierform her ist nämlich Ferrari Favorit.

Zwar hat die Scuderia seit 1990 in Mexiko-Stadt noch nicht gewinnen können (die Siege seit der Rückkehr der Formel 1 im Jahre 2015 teilten sich Mercedes und Red Bull). Doch die Chancen waren zumindest von der Papierform her nie besser. Eine lange Gerade und zwei kürzere sind zumindest von der Papierform her dem Ferrari SF90 auf den Leib geschneidert.

Doch ganz so einfach ist die Situation nicht, wie der viermalige Weltmeister darlegt: "Natürlich, wenn die Leute sich diese Strecke ansehen, dann sehen sie die lange Gerade. Aber es gibt auch ein paar Kurven. Und manche der Kurven hier sind bisher unsere Schwäche gewesen. Wir werden sehen."

Noch stärker könnte die Unberechenbarkeit der großen Höhe von 2.285 Metern über Normalnull zuschlagen. Schon in den vergangenen Jahren wurde das Kräfteverhältnis in Mexiko-Stadt immer wieder außer Kraft gesetzt. Schwächere Motoren waren plötzlich gleich stark. Und Ferrari verfügt vor allem im Qualifying derzeit über den stärksten Motor im Feld.

Wie viel zählt ein windschnittiges Auto in dünner Luft?

Hinzu kommt der geringe Luftwiderstand in der dünnen Luft. "Die [aerodynamische] Effizienz zählt hier nicht so sehr und wir haben ein recht effizientes Auto. Wir können das also nicht zu unserem Vorteil nutzen", sagt Vettel, der seine Siegchancen daher auch nur "so lala" einstuft.

 

Der Ferrari SF90 ist aufgrund seiner Low-Downforce-Philosophie bisher das Maß der Dinge auf den Geraden, hat dadurch aber wenig Abtrieb. Ob die geringere Luftdichte hier als Gleichmacher fungiert oder das Problem noch verschärft, wird sich zeigen müssen.

"Aber ich bin zuversichtlich", verspricht Vettel. "Das Wetter könnte an diesem Wochenende eine Rolle spielen, also werden wir sehen." Wobei Regen bislang in der Regel Lewis Hamilton in die Karten gespielt hat.

Für diesen ist der WM-Titel nur noch Formsache. Viel interessanter ist die Tatsache, dass der bisherige Qualifying-Weltmeister seit Hockenheim keine Pole-Position mehr geholt hat. Sechs Rennen wartet er nun schon - eine ungewöhnlich lange Zeit.

Er glaubt nicht, dass die große Höhe etwas ändern wird - zumindest am Samstag: "Ich denke, es hat sich nicht viel verändert. Wir haben gesehen, dass Ferrari auf den Geraden stark ist. Und Geraden machen einiges von dieser Strecke aus. Ich weiß nicht, wann wir eine weitere Pole holen werden."

Allerdings will er sich ohnehin mehr auf das Rennen konzentrieren. Mercedes hat nach den zwei Niederlagen seit Einführung der breiteren Autos im Jahr 2017 hart daran gearbeitet, die Mexiko-Schwäche auszubügeln. "Vielleicht haben wir damit eine Chance. Wir geben weiterhin alles."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Heiko Stritzke