Alain Prost widerspricht Helmut Marko: Buemi hätte F1 Austin fahren dürfen

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Alain Prost widerspricht Helmut Marko: Buemi hätte F1 Austin fahren dürfen
Mario Fritzsche
Autor: Mario Fritzsche , Redakteur
Co-Autor: Adam Cooper
21.10.2017, 17:56

Sebastien Buemis Formel-E-Teamchef Alain Prost widerspricht der Darstellung von Helmut Marko, wonach ein Formel-1-Einsatz in Austin nicht möglich gewesen wäre.

Sébastien Buemi, Renault e.Dams mit Alain Prost
Alain Prost
Dr Helmut Marko, Red Bull Motorsport Consultant
Renault e.Dams mit Nicolas Prost, Sébastien Buemi und Alain Prost
Sébastien Buemi, Renault e.Dams
Jean-Paul Driot with Nicolas Prost, Renault e.Dams; Sebastien Buemi, Renault e.Dams and Alain Prost
Brendon Hartley, Scuderia Toro Rosso STR12
Brendon Hartley, Scuderia Toro Rosso STR12

Sebastien Buemi hatte sich Chancen ausgerechnet, im Zuge des aktuellen Fahrer-Hickhacks bei Toro Rosso zum Zug zu kommen und beim Grand Prix der USA in Austin an diesem Wochenende sein Formel-1-Comeback geben zu können. Doch neben Rückkehrer Daniil Kwjat hat man sich im B-Team von Red Bull für Brendon Hartley entschieden.

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko begründete die Wahl gegen Buemi damit, dass der Schweizer von seinem WEC-Arbeitgeber Toyota zwar "eventuell" freigestellt worden wäre, nicht aber von seinem Formel-E-Arbeitgeber Renault e.Dams. Dieser Sichtweise widerspricht nun aber Alain Prost, neben Jean-Paul Driot einer der beiden Drahtzieher bei Renault e.Dams.

"Wir wurden nie offiziell angefragt, aber Sebastien hat mich angerufen und gesagt: 'Ich habe ein Angebot. Kann ich das Rennen in Austin fahren?'", so Prost gegenüber 'Motorsport.com'. Daraufhin antwortete der Franzose dem Schweizer eigener Aussage zufolge: "Ich habe damit kein Problem. Für nächstes Jahr geht das aber nicht, denn wir haben einen Vertrag und können einen Fahrer nicht einen Monat vor Saisonbeginn entlassen. Die Formel E ist ein starkes Programm mit einem Hersteller."

Rennen für Rennen: Die Formel-E-Karriere von Sebastien Buemi

Eine Freistellung Buemis für die komplette Formel-1-Saison 2018 sei demnach nicht möglich gewesen, eine einmalige für das Austin-Wochenende aber schon, wie Prost betont. Der viermalige Formel-1-Weltmeister unterstreicht in seiner Rolle als Formel-E-Teamchef Buemis aber nochmals: "Wir wurden nicht angefragt."

Unabhängig davon ist Prost überzeugt, dass sich Buemi im Fall der Fälle im Formel-1-Auto gut geschlagen hätte beziehungsweise gut schlagen würde. "Ich bin mir sicher, dass er einen guten Job machen würde. Die Formel E befindet aber im Aufwind. Da brauchen wir einen Fahrer wie ihn einfach. Hätten wir diese Diskussion vor sechs oder acht Monaten gehabt, wäre es etwas anderes", so Prost.

Statt Buemi, der neben der Formel E für Renault e.Dams die WEC für Toyota fährt, ist es am laufenden Formel-1-Wochenende in Austin nun Brendon Hartley, der für Toro Rosso fährt. Der Neuseeländer bekam von seinem WEC-Arbeitgeber Porsche die Freigabe und darf sich Chancen ausrechnen, sogar über das USA-Wochenende hinaus für Toro Rosso zu fahren.

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