Zu wenig Vorbereitung? Alonso zeigt sich selbstkritisch

Fernando Alonso konnte in Imola kaum mit Esteban Ocon mithalten - Der Spanier kritisiert die geringe Vorbereitungszeit, zeigt sich aber auch selbstkritisch

Zu wenig Vorbereitung? Alonso zeigt sich selbstkritisch

Der Große Preis der Emilia-Romagna in Imola war für Fernando Alonso das 313. Rennen seiner Formel-1-Karriere. Doch bei aller statistischen Erfahrung durchlebt der Spanier derzeit Momente, die an einen Rookie erinnern. Nach zwei Jahren Pause und kaum Testtagen vor der Saison ist Alonso aktuell in einem Lernprozess, bei dem jeder Kilometer große Bedeutung hat.

Die am Rennsonntag schwierigen Bedingungen auf zunächst nasser, dann feuchter und zuletzt trockener Fahrbahn halfen dem Alpine-Piloten dabei besonders weiter. "Ich nehme aus allem etwas mit: die Schwierigkeiten am Start, die Schwierigkeiten bei der Interpretation der Streckenbedingungen. Es gab kein Training", sagt der zweimalige Weltmeister und schlägt die Brücke zu anderen Sportarten.

"Die Leute müssen verstehen, wenn du ein Tennismatch spielst, in Roland Garros oder Wimbledon, dann hast du vorher ein bisschen Training auf dem Untergrund. Du passt dich also an die Bedingungen an", erklärt der 39-Jährige.

Alonso: Wie Olympia ohne Training

Die Voraussetzungen, mit denen Neuzugänge wie Alonso in diese Saison gegangen sind, seien ganz andere gewesen. "Wir hatten drei Testtage in Bahrain, anderthalb pro Fahrer. Und dann packen sie dich in eine Weltmeisterschaft. Es ist so, als würdest du ohne Training zu den Olympischen Spielen fahren", so Alonso kritisch.

Nicht nur der Spanier hatte in Imola zu kämpfen. Alle Fahrer, die ihr Team gewechselt haben, hatten auf dem selektiven und anspruchsvollen Kurs ihre Probleme. Red-Bull-Neuzugang Sergio Perez beschrieb das Rennen als "brutal" und ergänzte: "Um ehrlich zu sein, ist es einer der schlimmsten Kurse, den du mit einem neuen Auto fahren kannst."

Ein enges Asphaltband, wenig Auslaufzonen und damit kaum Raum für Fehler, dazu eine Strecke, auf der eben keine Testfahrten stattfanden: Fahrer, die ihr Auto und Team bereits aus dem Vorjahr kennen, hatten in Imola einen klaren Vorteil - Regeländerung am Unterboden hin oder her.

Alonso: Dreifache Erfahrung in Imola

Bei Alpine war das besonders ersichtlich. Noch in Bahrain hatte Alonso seinen Teamkollegen Esteban Ocon im Griff und lag bis zu seinem Ausfall auf Punktekurs. In Imola hingegen wurde er in den Trainings und vor allem im Qualifying förmlich deklassiert. Das Rennen am Sonntag erhöhte dabei den Schwierigkeitsgrad noch einmal, sorgte gleichzeitig aber auch für einen größeren Lerneffekt.

Alonso beschrieb den Sonntag als "Tag, an dem man dreifache Erfahrung sammelt. Von der ersten Runde bis zum Ende hatten wir wechselnde Bedingungen, wechselnde Gripverhältnisse während des gesamten Rennens, wir hatten Rote Flaggen, stehende Starts und rollende Starts", erklärt er. Im Vergleich zum Start habe er sich im Ziel "300 Prozent" wohler gefühlt im Auto, sagt Alonso.

Eine Erklärung sei dies zwar für seine Leistung, eine Entschuldigung aber nicht. "Es kann nicht entschuldigen, dass wir keine gute Leistung gezeigt haben, dass ich keine gute Leistung gezeigt habe. Ich muss mich besser vorbereiten und nächstes Mal mehr bereit sein. Da spielt es keine Rolle, ob du wenig oder keine Zeit im Auto hattest", zeigt er sich selbstkritisch.

Beim kommenden Rennen in Portimao (30. April bis 2. Mai) erwartet er aber nicht, dass plötzlich alles von selbst läuft. "Ich bin da, wo ich es erwartet habe, aber man will immer besser sein und Vertrauen ins Auto haben. Aber ich hatte in Bahrain kein richtiges Vertrauen, ich hatte es nicht hier und ich werde es nicht in Portimao haben. Das ist kein Gefühl, das über Nacht kommt. Es braucht Zeit", sagt Alonso.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Event Imola
Autor Chris Lugert