Alpine: Bis drei Runden vor Schluss nicht an Ocons Sieg geglaubt

Alpine-Exekutivdirektor Marcin Budkowski gibt zu, dass das Team selbst lange nicht an den Sieg für Esteban Ocon beim Formel-1-Rennen in Ungarn geglaubt habe

Alpine: Bis drei Runden vor Schluss nicht an Ocons Sieg geglaubt

Alpines Exekutivdirektor Marcin Budkowski hat zugegeben, bis drei Runden vor Schluss nicht an Esteban Ocons Sieg beim Ungarn-Grand-Prix geglaubt zu haben. Bis dahin hätten alle Simulationen Lewis Hamilton als Sieger ausgespuckt.

Ocon hatte die Führung in Budapest übernommen, nachdem Hamilton seinen Wechsel auf Trockenreifen nicht bereits nach der Einführungsrunde vor dem Restart vorgenommen hatte, sondern erst in der Runde danach. Bereits zuvor hatte Ocon gleich von mehreren Unfällen nach dem Start in Runde eins profitiert, die ihn nach vorne spülten.

"Wenn man in Budapest Zweiter ist, dann hat man mit Sicherheit eine Chance auf das Podium und vielleicht sogar auf den Sieg, weil Lewis noch an die Box musste", erklärt Budkowski in der Show "This Week with Will Buxton" bei 'Motorsport.tv' die Gefühlslage des Teams nach dem Restart.

Alle Simulationen sahen Hamilton vorne

Jedoch seien in Hamilton und Max Verstappen deutlich schnellere Autos hinter ihnen gewesen, die für Unsicherheit gesorgt hätten. "Wir wussten nichts von Max' Schaden oder besser gesagt, wir wussten nicht, wie groß er ist", erklärt Budkowski. Verstappen kämpfte nach seinem unverschuldeten Startcrash mit stumpfen Waffen.

Anders hingegen Hamilton, der durch das Feld pflügte. Vor allem nach seinem letzten Boxenstopp, als er auf frischen Reifen zunächst mehr als drei Sekunden pro Runde schneller war als der Rest.

"All unsere Strategietools zeigten uns, dass Lewis uns vor Rennende überholt und das Rennen gewinnt", stellt Budkowski klar. "Aber all diese Strategietools sind nur Mathematik. Es sind Statistiken. Sie gehen davon aus, dass Lewis die langsameren Autos überholt, was er auch getan hat", so der Pole.

Alonso ließ Pendel zugunsten Ocons unmschlagen

Dann aber traf Hamilton auf Ocons Teamkollegen Fernando Alonso, der eine beinahe historische Verteidigungsleistung zeigte. Hamilton fand einfach keinen Weg vorbei, was sich auch auf die Simulationen auswirkte. "Jede Runde, die er hinter Fernando lag, ließ den Moment, in dem Lewis auf Esteban aufschließt und ihn überholt, nach hinten rücken", erklärt Budkowski.

"Drei Runde vor dem Ende überschnitten sich die Kurven nicht mehr. Und da dachten wir: 'Wow, wir können das gewinnen!' Das war unglaublich", schildert er die Momente, in denen der Sieg die entscheidende Form annahm.

Während Alonso viel Lob für seine Verteidigungsfahrt erhielt, will Budkowski auch Ocons Leistung gewürdigt wissen. "Er hat überhaupt nichts falsch, sondern alles richtig gemacht", lobt er den Franzosen.

Budkowski: Vielleicht hätte Ocon Alonso gar nicht gebraucht

"Es gab Momente nach dem Boxenstopp und als er andere Autos überrundet hat, in denen er sich ein bisschen angreifbar fühlte und er die Position hätte verlieren können. Aber ansonsten hat er alles im Griff gehabt und seine Pace gut gemanagt. Wir haben ihn das gesamte Rennen aufgefordert, Sprit zu sparen. Er musste Sprit sparen, während er Sebastian [Vettel] hinter sich halten musste. Er hat das absolut perfekt gemacht", so Budkowski.

Nach Meinung des Polen hätte Ocon Alonso vielleicht auch gar nicht gebraucht, um den Sieg einzufahren. "Laut Statistik dachten wir, dass Lewis erst Fernando, dann Seb und dann Esteban überholt. Aber wer weiß, vielleicht hätte Esteban Lewis auch hinter sich gehalten? Vielleicht hätte er Fernando gar nicht gebraucht?", meint Budkowski.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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