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Analyse: Können Fans die Zukunft der Formel 1 wirklich mitbestimmen?

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Analyse: Können Fans die Zukunft der Formel 1 wirklich mitbestimmen?
Autor:
Übersetzung: Petra Wiesmayer
07.04.2017, 10:17

In einer Ära, die darauf abzielt, die Fans mehr einzubinden und ihnen besseren Zugang zur Formel 1 zu gewähren, werden sie nach ihrer Meinung über den Sport gefragt. Werden die Teams und Fahrer aber auf sie hören?

Fans von McLaren Honda
Ferrari-Fans
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, mit Fans
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, schreibt Autogramme
Fans verfolgen eine Bühnenshow mit den F1-Fahrern
Fans von Kimi Räikkönen
Lewis Hamilton, Mercedes AMG, schreibt Autogramme
Ferrari-Fans
Fans auf dem Dach der Boxen
Fans
Lance Stroll, Williams, gibt Autogramme
Nico Hülkenberg, Renault Sport F1 Team, gibt Autogramme
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, gibt Autogramme
Fans bekommen Mützen von Lewis Hamilton, Mercedes AMG
Esteban Ocon, Force India, schreibt Autogramme
Chinesische Fans mit brasilianischen Flaggen
Felipe Massa, Williams, winkt den Fans
Chase Carey, Vorstand Formula One Group, beim Interview
Eric Boullier, Racing Director, McLaren
Fernando Alonso, McLaren, grüßt die Fans auf der Tribüne

Eine der stärksten Botschaften, die die neuen Besitzer der Formel 1, Liberty Media, aussenden, ist die größere Einbindung der Fans.

Nachdem die alten Restriktionen bezüglich Filmen und Social Media im Fahrerlager bereits gelockert wurden, können Teams und Fahrer nun direkt mit den Fans kommunizieren, die unseren Sport überhaupt möglich machen.

Es gibt im Fahrerlager aber Meinungen, dass es gefährlich für den Sport wäre, den Input der Fans zu wörtlich zu nehmen. Jacques Villeneuve sagte bereits, dass die Formel 1 einen falschen Weg eingeschlagen habe, als sie begann, auf die Fans zu hören.

Um Villeneuves Bemerkungen in rechte Licht zu rücken – seine Kritik bezog sich auf die Einführung von DRS und nicht auf den Input von Fans im Allgemeinen.

"Die Formel 1 ist leider in die falsche Richtung gegangen, als sie angefangen hat, auf die Fans zu hören, denn die Fans beschwerten sich, dass es nicht genügend Überholmanöver gab", sagte Villeneuve auf der Autosport International im Januar.

"Indem sie darauf gehört hat, was hat die F1 getan? Sie hat DRS eingeführt. Denn so werden wir in einem Rennen 100 Überholmanöver haben. Nennt mir aber ein Überholmanöver, an das ihr euch seit DRS erinnert? Ich könnt es nicht, weil man den Fahrer nicht mehr arbeiten sieht."

Der Kanadier ist bekannt dafür, dass er seine Meinung viel unverblümter sagt als die aktuelle Fahrergeneration, trotzdem ist das Fahrerlager gespalten, wenn darum geht, immer wieder die Fans nach ihrer Meinung zu fragen. Pragmatismus ist der Schlüssel, wie Haas-Pilot Kevin Magnussen sagt.

"Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Fans zufrieden sind, wenn es aber darum geht, wie der Sport sein sollte, denke ich, dass es schwierig ist, die Fans zu fragen, denn jeder hat eine andere Meinung und sie werden sich nie einig sein", sagte er. "Man kann nie alle zufriedenstellen."

Natürlich ist kein Patentrezept, die Fans zu befragen, auch wenn es Übereinstimmungen gibt: Bei der letzten GPDA-Umfrage unter den Fans gab es weit geteilte Meinungen über Nachtanken während der Rennen, obwohl es heißt, dass das Nachtanken jahrelang etwas zum professionellen Rennsport beigetragen hat, aber auch wiederum nichts dazu beigetragen hat, die Kosten zu senken.

"Ich denke, es ist definitiv wichtig, auf das zu hören, was [die Fans] zu sagen haben und wie sie den Sport von außen sehen. Ich denke, dass es ganz sicher gut ist, das zu haben", sagte Renault-Pilot Nico Hülkenberg.

"Ich glaube, dass nicht alles, was die Fans wollen, realistisch und machbar ist, ich finde, es ist wichtig, dabei die richtige Balance zu finden. Wir alle wollen harte Rennen fahren, wir wollen, dass es eine gute Show und unterhaltsam ist. Ich denke also, dass die Balance stimmen muss."

In den Augen von Australien-Sieger Sebastian Vettel könnte die ständige Suche der Formel 1 nach Verbesserungen dazu führen, dass man das Kind mit dem Bad ausschüttet.

"Vielleicht bin ich in vielen Dingen altmodisch und denke, dass wir einige Dinge nicht ändern sollten", sagte der Ferrari-Pilot. "So, wie die Leute es jetzt nach einem Rennen und nach ein paar Rennen sehen, hätten sie gerne Änderungen. Ich denke aber, es wäre falsch, zu viel zu ändern. Ich denke, es ist sehr wichtig, ein gewisses Rahmenwerk beizubehalten."

"Ich glaube, dass es hin und wieder wichtig ist, auf die Leute zu hören, finde aber, durch Umfragen ist es immer sehr schwer, ein klares Bild zu bekommen", sagte Vettel weiter.

"Ich denke, auch zu viel Veränderungen sind falsch. Nur ein Beispiel, als es um das Rennformat ging. Ich denke, es wäre falsch, das eine Rennen, den einen Grand Prix abzuschaffen. Ich denke, es würde das Highlight des Wochenendes schmälern, wenn es beispielsweise 2 Rennen gäbe oder das Rennen kürzer wäre, weil sie sagen, es ist zu langweilig und dauert zu lange."

"Ich finde, das ist der Grand Prix und so war es schon immer. In der Vergangenheit, wenn man weit zurückgeht, war er sogar länger und er sollte eine Herausforderung bleiben."

Alles in Allem war der Konsens im Fahrerlager in Shanghai der, dass man auf die Fans hören sollte, man aber abwägen muss, wie man den Input und das Feedback einbindet.

"Wir müssen [die Fans] fragen, wir können sie nicht ignorieren", sagte Daniil Kvyat. "Manchmal wissen die Leute aber nicht, was sie wollen. Also muss man aufpassen, worauf man sich verlässt und die Daten genau studieren. Die Leute wollten schnellere Autos, jetzt haben sie sie und jetzt gehen wir das nächste Thema an."

"Überholen ist die nächste große Frage. Im Großen und Ganzen denke ich aber, dass wir in die richtige Richtung gehen, es ist okay. Vielleicht wäre mehr Sound gut. Den V8-Motor zurück zu haben oder dergleichen. Ich denke, der Sound war besser und, dass es den Leuten mit dem Sound viel besser gefallen würde."

Max Verstappen stimmte dem zu.

"Ganz ehrlich, ich denke, es ist immer gut, andere Meinungen zu hören", sagte er. "Es ist natürlich gut, auch auf die Fans zu hören. Was ich aber etwas vermisse, ist der Motorenlärm. Ich denke, wenn du ein kleines Kind warst und an der Strecken gestanden hast, dann war das etwas besonderes..."

"Als sie noch keine 350 km/h gefahren sind, sondern 310 oder 320, war es auch etwas besonderes, wenn ein Formel-1-Auto vorbeigefahren ist."

"Jetzt sind sie wirklich schnell, auf den Geraden sieht es mitunter aber nicht so schnell aus wie vor ein paar Jahren, als wir noch den Motorenlärm hatten", sagte der Red-Bull-Fahrer weiter.

"Das macht auch einen großen Eindruck auf die Fans und ich glaube auch, dass es etwas mehr Action mit Überholmanövern geben muss."

"Sobald man das zurückbekommt, Rad-an Rad, ist es egal, wie schnell die Autos auf einer Runde sind. Motorenlärm ist viel wichtiger als ein Auto zu haben, das gegenüber letztem Jahr ein paar Sekunden schneller ist."

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Rennserie Formel 1
Autor Kate Walker