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Analyse: Was Red Bull für 2017 zur Mercedes-Gefahr werden lässt

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Analyse: Was Red Bull für 2017 zur Mercedes-Gefahr werden lässt
Jonathan Noble
Autor: Jonathan Noble
Übersetzung: Mario Fritzsche
20.10.2016, 08:16

Ein detaillierter Blick auf die 5 Rennen seit der Formel-1-Sommerpause offenbart Interessantes und könnte ein Vorgeschmack auf die kommende Saison sein.

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB12; Max Verstappen, Red Bull Racing RB12
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, W07 Hybrid, hat einen Motorschaden und wird überholt von Daniel Ric
Sieger Daniel Ricciardo, Red Bull Racing
Podium: Sieger Daniel Ricciardo, Red Bull Racing; 2. Max Verstappen, Red Bull Racing
Max Verstappen, Red Bull Racing RB12
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB12
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB12
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB12
1. Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid, feiert nach dem Rennen, während Max Verstappen, Red Bul
Verbremser: Max Verstappen, Red Bull Racing RB12
Funken: Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB12

Den Formel-1-Titel 2016 machen die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton unter sich aus, doch auch Daniel Ricciardo und Red Bull Racing dürfen sich 4 Rennen vor Schluss der Saison als Gewinner fühlen.

Was vielen Leuten entgangen sein dürfte, ist die Tatsache, dass es bei den 5 Rennen seit der Sommerpause nicht Lewis Hamilton, sondern Ricciardo war, der nach Rosberg die meisten WM-Punkte eingefahren hat. Betrachtet man die Grands Prix von Belgien, Italien, Singapur, Malaysia und Japan im Detail, so ergibt sich in der Fahrer-WM folgende Punktewertung:

Nico Rosberg 115
Daniel Ricciardo 79
Lewis Hamilton 63
Max Verstappen 50
Kimi Räikkönen 48
Sebastian Vettel 45

In der Konstrukteurs-WM sieht es für diese 5 Rennen wie folgt aus:

Mercedes 178
Red Bull 129
Ferrari 93
Force India 53
Williams 28

Natürlich hat der Motorschaden am Silberpfeil von Hamilton beim Grand Prix von Malaysia einen großen Anteil daran, dass nicht der Titelverteidiger, sondern Ricciardo auf Platz 2 der Punkteliste seit Belgien geführt ist. Ungeachtet dessen ist aber deutlich geworden, dass Mercedes unter Druck gerät – Druck, der von Red Bull kommt.

Red Bulls Motorenpartner Renault sind im Saisonverlauf beträchtliche Fortschritte gelungen und das Chassis vom Typ RB12 ist ganz klar auf der Höhe des Geschehens. So hat es das ehemalige Weltmeisterteam aus Milton Keynes geschafft, Ferrari in der Rolle des Mercedes-Jägers Nummer 1 abzulösen.

Kurz vor seinem 1. Saisonsieg beim Grand Prix von Malaysia machte Ricciardo deutlich, dass er seit seinem Wechsel ins Red-Bull-Lager noch nie eine so intensive und erfolgreiche Weiterentwicklung des Autos erlebt hat wie es in der laufenden Saison der Fall ist.

"Auf dem Level, auf dem wir derzeit operieren, bringen wir das Team ganz sicher voran", sagte Ricciardo. "Alle Updates, die wir bekommen haben, gingen in die richtige Richtung. Unser Feedback war in diesem Zusammenhang sicherlich auch hilfreich", sprach der Australier für sich und Teamkollege Max Verstappen und unterstrich: "In dieser Hinsicht ist es das beste Jahr seitdem ich für Red Bull fahre."

Die aktuelle Red-Bull-Form könnte für 2017 ein vorentscheidender Fingerzeig sein. Mit den modifizierten 2015er-Autos ist es bislang keinem der Topteams gelungen, die Abtriebswerte für 2017 realistisch zu simulieren. Es könnte aber gut sein, dass dasjenige Team, welches sich am frühesten diesem Thema gewidmet hat, mit einem Vorsprung in die neue Saison gehen wird.

Zwar lässt sich keines der Teams genau in die Karten blicken, wann der Fokus in Sachen technischer Entwicklung komplett auf 2017 gelegt wurde, doch im Fahrerlager gibt es zahlreiche Stimmen, wonach es Red Bull war, die diesen Schritt am frühesten getätigt haben.

Angesichts der Tatsache, dass sowohl Ricciardo als auch Verstappen seit geraumer Zeit solide punkten und damit zur größten Mercedes-Gefahr geworden sind, und dank der vielversprechenden Aussichten auf 2017, wird die Vorfreude auf die neue Saison in Milton Keynes besonders groß sein. Einen verlässlichen Anhaltspunkt werden aber erst die Wintertestfahrten mit den neuen Autos liefern.

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