Andreas Seidl: 2020 war P3 für McLaren leichter zu holen

McLaren muss sich im Kampf um Rang drei in der Konstrukteurs-WM gegen Ferrari wehren - Teamchef Andreas Seidl verbucht die Saison aber so oder so als Erfolg

Andreas Seidl: 2020 war P3 für McLaren leichter zu holen

Mit den beiden Top-Teams Mercedes und Red Bull können Ferrari und McLaren auf eine ganze Saison gesehen momentan zwar nicht mithalten, doch die Mini-WM um Rang drei in der Konstrukteursmeisterschaft vermittelt beiden Traditionsteams wieder das Gefühl, wie es ist, ein Ziel vor Augen zu haben und darum zu kämpfen.

In der Historie der Formel 1 haben sowohl die Italiener als auch die Briten nicht nur ihre Spuren hinterlassen, beide prägten ganze Epochen. Die größten Fahrer der Geschichte saßen im Laufe ihrer Karriere für eines oder gar für beide Teams im Cockpit. Das Streben, irgendwann - am besten bereits 2022 - wieder in Richtung WM-Krone greifen zu können, ist groß.

"Wenn wir morgens aufwachen, wollen wir unsere Konkurrenten schlagen. Und wir wollen diesen Kampf mit Ferrari so lange wie möglich führen", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl. Der Bayer hat seit seiner Ankunft bei McLaren gemeinsam mit Geschäftsführer Zak Brown viel in Gang gesetzt. Junge, frische Fahrer, ein modernes Auftreten und sportlicher Aufschwung sind seither die Kennzeichen.

Seidl: Saison bietet einfach viel Positives

Nicht umsonst wurde McLaren in der großen Fanumfrage, die das Motorsport Network gemeinsam mit der Formel 1 und in Partnerschaft mit Nielsen Sports durchführte, zum beliebtesten Team gewählt. Seidl sieht den Rennstall auf dem richtigen Weg und führt die aktuelle Saison als Gradmesser heran.

"Wir hatten bislang eine tolle Saison und haben einiges erreicht", sagt Seidl. "Wir konnten bei der Performance des Autos einen weiteren Schritt vorwärts machen. Wenn man sich den durchschnittlichen Unterschied in der Rundenzeit im Vergleich zu Red Bull und Mercedes ansieht, dann ist er im Vergleich zum vergangenen Jahr geschrumpft", merkt er an.

Aber auch die Zusammenarbeit innerhalb des Teams sei besser geworden, was sich insgesamt dann auch auf der Strecke zeige. "Wir konnten nach so langer Zeit wieder eine Poleposition und einen Sieg einfahren. Es gibt einfach viel Positives", lobt Seidl das Gesamtbild.

Ferrari-Comeback für Seidl keine Überraschung

Und doch könnte in der WM ein Rückschritt erfolgen. Bereits im vergangenen Jahr wurde McLaren WM-Dritter, spürte damals aber nicht den heißen Atem der Ferraris im Nacken. Die Scuderia meldete sich nach einer historisch schlechten Saison 2020 zurück und ist drauf und dran, McLaren diesen dritten Platz streitig zu machen.

"Trotz all unserer Fortschritte müssen wir einfach akzeptieren, dass es keine Überraschung ist, wenn ein Team wie Ferrari wieder dorthin zurückkommt, wo es hingehört", sagt Seidl. Dies habe zur Folge, dass "wir in diesem Jahr einen intensiven Kampf um Platz drei haben, während es im Vorjahr einfacher war, diesen dritten Platz zu holen", schildert er.

Doch McLaren ist bereit für diesen Kampf, auch wenn es dafür am Ende keine riesigen Pokale geben wird. "Bis zur letzten Runde in Abu Dhabi" werde man alles geben, stellt Seidl klar.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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