Schuss ins Knie? Arrivabene verteidigt Räikkönen-Kündigung in Monza

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Schuss ins Knie? Arrivabene verteidigt Räikkönen-Kündigung in Monza
Autor: Sven Haidinger
Co-Autor: Roberto Chinchero
20.10.2018, 13:14

Maurizio Arrivabene wehrt sich gegen den Vorwurf, Ferrari habe sich ins eigene Knie geschossen, als man Kimi Räikkönen in Monza über sein Aus informierte teilen

Hat sich Ferrari in Monza mit der Entscheidung, Kimi Räikkönen im Vorfeld des Rennens über sein Aus in Maranello zu informieren, ins eigene Knie geschossen? Nicht, wenn es nach Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene geht. "Diese Einschätzungen über das Timing der Angelegenheit find ich respektlos gegenüber unseren Fahrern", wehrt sich der Italiener gegenüber 'Motorsport.com' gegen die zahlreichen Vorwürfe.

"Sowohl Kimi als auch Sebastian sind Vollprofis, die bereits viele Jahren an Erfahrung auf dem Buckel haben - und keine Kart-Fahrer, die gerade anfangen, ihre Zeit an der Rennstrecke zu verbringen", deutet er an, dass der Zeitpunkt der Mitteilung an den 39-Jährigen gar keinen Unterschied gemacht hätte.

Dennoch war es auffällig, wie hart sich Räikkönen bei seinem voraussichtlich letzten Ferrari-Rennen in Monza nach dem Start gegen seinen Teamkollegen Vettel wehrte, obwohl dieser sich mitten im Titelkampf gegen Lewis Hamilton befand. Die harte Gangart hatte Folgen, denn Vettel sah sich dadurch in der Variante della Roggia zu einem Zweikampf gegen Hamilton gezwungen, der zu einem Dreher des Ferrari-Piloten führte.

Der Brite nutzte die Gelegenheit und siegte, was im Nachhinein von vielen neben Vettels Ausrutscher in Hockenheim als Schlüsselereignis im WM-Kampf gesehen wird. "Wenn Kimi jedes Mal die Pole holt, wenn er solche Nachrichten erhält, dann sollten wir das jedes Wochenende tun", zieht Arrivabene, der auch kritisiert wurde, weil Vettel im Monza-Qualifying Räikkönen Windschatten geben musste, die Theorie ins Lächerliche.

Aber warum hat er wirklich das Monza-Wochenende als optimalen Zeitpunkt ausgewählt, um Räikkönen mitzuteilen, dass er nach fast acht Jahren bei Ferrari nicht mehr gebraucht wird? "Hier muss man zwei Dinge klarstellen", holt er aus. "Kimi hat sich in Spa und in Monza immer gut geschlagen, und er wollte von uns eine Antwort haben, was seine Zukunft angeht."

Seiner Meinung nach ist es "angemessener, so eine Entscheidung im Vorfeld eines Rennwochenendes auf einer Strecke zu kommunizieren, die dem Fahrer liegt, als an einem angespannteren Wochenende", argumentiert Arrivabene. "Ideal wäre es natürlich in der Sommerpause gewesen, aber da waren wir noch nicht so weit. Und wenn wir es nach Monza gemacht, dann wäre es im Vorfeld des Wochenendes in Singapur gewesen."

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