Arrivabene wehrt sich nach Teamkritik: Keine Unordnung bei Ferrari!

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Arrivabene wehrt sich nach Teamkritik: Keine Unordnung bei Ferrari!
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Roberto Chinchero
19.10.2018, 19:05

Teamchef Maurizio Arrivabene sieht trotz schwächerer Form keine Unordnung bei Ferrari und glaubt, dass einige Leute gezielt auf eine Schwäche gewartet haben

Ferrari steht wohl vor den Scherben einer verlorenen Weltmeisterschaft, nachdem man in den vergangenen Wochen von einer Niederlage in die nächste schlitterte. Vor allem in Japan hagelte es große Kritik, nachdem das Team die Reifenentscheidung in Q3 vermasselt hatte. Trotzdem steht Teamchef Maurizio Arrivabene noch hinter seinem Rennstall und betont, dass keine Unordnung herrscht.

Der Auffassung waren aber einige, nachdem Arrivabene sein Team nach dem Fauxpas scharf kritisiert hatte. Doch der Teamchef wehrt sich: "Ich hatte den Eindruck, dass einige Leute nur auf so eine Situation gewartet haben, um uns zu kritisieren", meint der Italiener im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Seit ich Teamchef bei Ferrari bin, habe ich immer meinen Kopf hingehalten und werde das auch weiter tun."

Ihm war klar, dass früher oder später eine solche Situation wie in Suzuka passieren würde. "Und es hat denen Auftrieb gegeben, die darauf gewartet haben, aus nichts eine Kontroverse zu machen", sagt Arrivabene. Dabei seien interne Diskussionen normal bei einem Team, das wieder nach vorne kommen möchte - und das trifft auf Ferrari unzweifelhaft zu.

Der Ferrari-Teamchef gibt jedoch zu, dass man zuletzt eine fallende Formkurve hatte. "Das wissen wir", sagt er. "Aber wir haben die Situation analysiert und hoffen, die Probleme gelöst zu haben. Der Beweis folgt in Austin." Gleichzeitig sagt er aber auch, dass Rivale Mercedes zugelegt hat. "Und beides zusammen hat zu dem geführt, was wir in den vergangenen Rennen gesehen haben."

Lewis Hamilton hat die vergangenen vier Rennen alle gewonnen und Sebastian Vettel in eine fast aussichtlose WM-Situation gebracht. Der Deutsche braucht ein Wunder für den fünften Titel, denn theoretisch kann Mercedes Hamiltons fünften Titel bereits mit einem Doppelsieg in Austin perfekt machen.

Dass der Abstand so groß ist, lag aber auch an eigenen Fehlern von Vettel. In Monza und Suzuka kollidierte er mit Konkurrenten und drehte sich, in Hockenheim schmiss er seinen Ferrari in Führung liegend in den Kies. Trotzdem hat Arrivabene den Glauben an seinen Schützling nicht verloren: "Ich erinnere mich an die Comebacks, die Sebastian in einigen Weltmeisterschaften mit Red Bull hatte", sagt er.

"Zweimal hatte er sechs Rennen vor Schluss einen deutlichen Rückstand und konnte diesen dank seines Talents und eines sehr konkurrenzfähigen Autos noch einholen", erinnert er. Doch Arrivabene weiß auch, dass man für den Titel ein exzellentes Auto braucht, das auch einmal Fehler verzeihen kann - wie es Ferrari etwa 2002 und 2004 mit Michael Schumacher hatte. Das ist 2018 nicht der Fall.

"Ich sage immer: Man gewinnt zusammen und man verliert zusammen", so der Teamchef weiter. "Wenn du auf Rang zwei fällst, ist es normal, dass man weniger lächelt. Vielleicht sollten wir lernen, mehr zu lächeln, wenn das hilft, unhaltbare Gerüchte zu stoppen." Denn: "Wir sind ein Team, das gegen einen großartigen Rivalen wie Mercedes kämpft. Und das kann man nicht mit einem Team erreichen, bei dem Unordnung herrscht." 

 
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