Auf Hypersoft verzichtet: Darum war Mercedes so langsam

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Auf Hypersoft verzichtet: Darum war Mercedes so langsam
Autor: Norman Fischer
08.06.2018, 21:49

Mercedes musste sich am Freitag der Konkurrenz geschlagen geben, doch das hatte einen einfachen Grund: Man verzichtete komplett auf den Hypersoft

Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09
Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1 W09
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 in the Press Conference
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09 and Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1 W09

Den ersten Schlagabtausch mit Sebastian Vettel gewonnen, aber der Konkurrenz doch noch um einiges hinterher gewesen - so war der Arbeitstag des Mercedes-Teams am Freitag in Kanada auf den ersten Blick. Beim Freien Training der Formel 1 in Melbourne belegten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nur die Plätze vier und sechs und haben somit vor dem morgigen Qualifying noch ein paar Hausaufgaben vor sich.

Fast sechs Zehntelsekunden fehlten Hamilton heute auf die Bestzeit von Max Verstappen (Red Bull), dennoch macht sich im Lager der Silberpfeile noch keine Unruhe breit. Denn die Zeiten geben nur die halbe Wahrheit wieder. Mercedes verzichtete nämlich als einziges Topteam auf den Hypersoft-Reifen und fuhr seine Zeiten mit einem härteren - also eigentlich langsameren - Pneu.

"Wir haben nicht so viele Hypersofts wie die anderen", lautet die einfache Erklärung Lewis Hamiltons. Erst morgen will man dann die schnellste Mischung aufziehen, und man hofft, dass man schnell ein gutes Gefühl mit ihnen bekommt. Eine Antwort auf die Probleme in Monaco ist das dabei übrigens nicht, weil die Nominierungen schon weit im Voraus getroffen werden mussten.

Doch bei Mercedes ist man ohnehin zuversichtlich, die Schwierigkeiten aus dem letzten Rennen gelöst zu haben: "Wir haben aus Monaco gelernt. Wenn wir noch einmal dort fahren würden, würden wir mehr herausholen können", ist Bottas überzeugt. "Auf eine Runde sollte es kein Problem sein, sie zum Arbeiten zu bekommen, aber das werden wir herausfinden."

Dafür waren die Longruns heute ein Faktor, der für Mercedes spricht. Sowohl auf Supersoft wie auch auf Ultrasoft war Mercedes nicht zu knacken - auch wenn man die Zeiten generell mit Vorsicht behandeln muss, weil es kaum Vergleichswerte gibt.

Auf Ultrasoft war man leicht schneller als Kimi Räikkönen (Ferrari), auf Supersoft bot nur Max Verstappen eine ernsthafte Referenz - und der war deutlich langsamer. Zumindest war man auf Dauer sogar schneller als die Hypersoft-Piloten, sodass im Rennen wohl die härteren Mischungen bevorzugt werden könnten.

Und wegen eines Umstandes sollte die Konkurrenz gewarnt sein: Mercedes hatte heute keine Anlaufschwierigkeiten und startete von Beginn an mit einer guten Balance. "Die Balance war am Anfang schon wirklich gut. Wir mussten nur Feintuning machen. Das Auto hat sich sofort gut angefühlt", freut sich Bottas, und auch Hamilton ergänzt: "Es fühlt sich großartig an, ich hatte wirklich Spaß. Wir hatten keine Probleme."

Jetzt muss sich am Samstag nur zeigen, ob Mercedes mit den Hypersoft-Reifen deutlich zulegen kann, um das Qualifying für sich zu entscheiden. Doch Bottas glaubt an die Stärke des Teams: "Wir sind bei der Musik", kündigt er an. Und auch Andrew Shovlin, der Leitende Renningenieur, macht Hoffnung: "Wenn wir einen Vergleich auf den gleichen Reifen ziehen, sehen wir besser aus als zuletzt in Monaco."

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event GP Kanada
Subevent 2. Training, Freitag
Fahrer Lewis Hamilton, Valtteri Bottas
Teams Mercedes
Autor Norman Fischer
Artikelsorte Reaktion