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Bahrain: Streckenpläne für zweites F1-Rennen "überraschend, aber machbar"

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Bahrain: Streckenpläne für zweites F1-Rennen "überraschend, aber machbar"
Autor:
Co-Autor: Juliane Ziegengeist, Writer
16.06.2020, 11:57

Bahrains Streckenchef begrüßt die Idee von Ross Brawn, den "Oval"-Kurs in Sachir für ein zweites Formel-1-Rennen zu nutzen - Terminplanung als größtes Hindernis

Noch steht nicht fest, ob Bahrain in dieser Formel-1-Saison tatsächlich zwei Rennen ausrichten wird. Doch seit diese Möglichkeit im Raum steht, wird die Idee diskutiert, das potenzielle zweite Rennen auf einem alternativen Layout des Bahrain International Circuit auszutragen, nämlich der äußeren Strecke des Kurses.

Weil diese nur wenige Kurven aufweist, bezeichnete sie Formel-1-Sportchef Ross Brawn auch als "Fast-Oval". Er war es, der diese Alternative überhaupt erst ins Spiel brachte. "Auch wir waren von den Kommentaren von Ross überrascht", bestätigt Streckenchef Scheich Salman bin Isa Al Chalifa gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

"Vor einiger Zeit hieß es, sie wären bereit, mehr als ein Rennen zu fahren, wenn es Probleme gebe, Alternativen zu finden. Das ist das Einzige, was ich offiziell von der Formel 1 bekommen habe. Das war noch ziemlich früh, als sie versuchten, die europäischen Rennen zu fixieren. Also sagten wir, dass wir das prüfen könnten."

Äußere Strecke "noch nie für ein Rennen genutzt"

Die Idee, auf eine andere Kurskonfiguration zurückzugreifen, sei hingegen neu gewesen. "Vor allem mit den Details, auf die Ross einging", sagt Al Chalifa, "aber sie ist interessant und sie ist machbar." Seitens der Formel-1-Organisatoren wurde die Idee bereits eingehend analysiert, dabei half der Ex-Williams-Ingenieur Craig Wilson.

Er hat als "Head of Vehicle Performance" auch die Aufgabe, Rennstrecken zu studieren und Überholmöglichkeiten zu fördern. Unter anderem trug Wilson in dieser Funktion zu den Entwürfen für die Rennstrecken von Hanoi und Miami bei.

Was die äußere Strecke in Bahrain angeht, räumt Al Chalifa ein: "Wir haben sie noch nie für ein Rennen genutzt. Was wir in der Vergangenheit getan haben, ist, sie für Firmenveranstaltungen zu verwenden - insbesondere für Rolls-Royce-Veranstaltungen, bei denen man keine harten Bremsenzonen und Kurven wollte."

"Oval"-Kurs einst von Charlie Whiting abgenommen

Trotzdem wäre diese Streckenvariante offiziell bereit, auch in der Formel 1 gefahren zu werden, wie Betriebsleiter Fayez Ramzy weiß, der auch in der FIA-Kommission für Rennstrecken tätig ist. "Was die Homologation und die Sicherheit betrifft, so bin ich diese Rennstrecke mit Charlie Whiting abgelaufen", sagt Ramzy.

Der 2019 verstorbene Formel-1-Rennchef Whiting sei derjenige gewesen, der die Kursvariante damals homologiert habe. "Im Grunde genommen entspricht sie dem Langstreckenkurs abzüglich eines Teilstücks und mit einer zusätzlichen Querverbindung. Aus sportlicher und operativer Sicht ist sie einsatzbereit", versichert Ramzy.

In jedem Fall wäre es eine spektakulär schnelle Strecke für Formel-1-Autos. Mit 3,664 km ist sie zudem 1,748 km kürzer als der reguläre Grand-Prix-Kurs. Es wird sicherlich viel los sein, wenn die Fahrer versuchen, im Qualifying eine freie Runde zu finden.

Streckenchef erklärt die Highlights der Alternative

"Es ist eine Strecke mit geringem Abtrieb", erklärt Al Chalifa. "Ich werde sie nicht mit Monza vergleichen, aber es ist eine Strecke, auf der man die Autos mit minimalem Abtrieb fahren muss, es wird also Windschatten geben. Hoffentlich können wir drei DRS-Zonen haben." Doch nicht nur auf den Geraden erwartet er Überholvorgänge.

"Wir haben immer noch Kurve 1 und Kurve 4, und normalerweise verlieren die Leute, die in Kurve 1 Fehler machen, auf dem Weg zu Kurve 4 an Drive. Dort gibt es ein paar Überholmöglichkeiten. Aus den Kurven 4/5/6 heraus wird in einem Formel-1-Auto Vollgas gefahren. Dann folgt ein scharfes Anbremsen auf die Schikane."

In die letzte Kurve führt eine weitere lange Gerade. "Sie ist 200 oder 200 Meter länger als auf der Grand-Prix-Strecke. Fast so lang wie die Boxengasse", weiß der Streckenchef. Er sieht kein Problem darin, die gesamte Verkabelung für Fernsehen und Zeitmessung anzupassen, um in kurzer Zeit zwei verschiedene Layouts zu fahren.

Corona-Krise: Noch viele Fragen sind ungeklärt

Ob es allerdings überhaupt dazu kommt, bleibt fraglich, da die Pläne der Formel 1 für die zweite Jahreshälfte noch nicht offiziell sind. Vorläufig wurde Abu Dhabi auf den 13. Dezember verlegt, Bahrain ist für den 29. November und 6. Dezember vorgesehen.

"Wir warten immer noch darauf, dass bestimmte Dinge bekannt gegeben werden", sagt Al Chalifa. "Unser Rennen und das in Abu Dhabi befinden sich noch in der Schwebe. Das gilt auch für die Frage, ob es ein volles oder nur halbvolles Fahrerlager geben wird. Wir versuchen, diese Fragen auch der Regierung zu stellen."

Wie alle Austragungsorte muss sich auch Bahrain nach den örtlichen Maßnahmen richten und kann nur auf eine weitere Entspannung der globalen Corona-Krise hoffen. "Es gibt Reisebeschränkungen, es gibt lokale Beschränkungen. Es gibt bestimmte Länder mit einer 14-tägigen Quarantäne", zählt Al Chalifa die Unwägbarkeiten auf.

Drei Formel-1-Veranstaltungen innerhalb kurzer Zeit?

"So sehr wir uns schnelle Antworten wünschen, verstehen wir auch, dass es ein bisschen dumm ist zu glauben, dass wir diese jetzt finden werden." Die Rennstrecke kann jedoch nicht mehr allzu lange warten, bis final feststeht, ob und wann die Formel 1 in Bahrain gastieren wird, damit die Planung beginnen kann.

Zwar sei jetzt im Sommer nicht viel los, doch Al Chalifa prognostiziert: "Im September/Oktober werden wir sehr beschäftigt sein." Dabei wolle man sich auch auf Rennserien konzentrieren, die aus Asien kommen. Die Gefahr von Terminkollisionen wächst.

"Auch die WEC hat angekündigt, dass sie am 21. November hier sein wird. Das ist für mich ein Problem, da ich zwei internationale Wettkämpfe im Abstand von nur einer Woche veranstalte", gibt der Streckenchef zu bedenken. Hinzu kommt, dass Bahrain theoretisch im März 2021 den nächsten WM-Lauf ausrichten wird.

Öffnung für Zuschauer: "Vielleicht in begrenzter Zahl"

Die Planung und das Marketing dafür würden normalerweise im November anlaufen. Es würde auch bedeuten, dass der Veranstalter innerhalb von vier Monaten drei Formel-1-Events ausrichtet. "Das sind die Dinge, die mir durch den Kopf gehen", sagt Al Chalifa, der sich auch fragt, ab wann Zuschauer wieder erlaubt sein werden.

Sowohl Brawn als auch Formel-1-Chef Chase Carey mutmaßen, dass spätere Rennen für Zuschauer wieder offen sein könnten. Auch wenn Bahrain mit einem Rennen hinter verschlossenen Türen plant, räumt Al Chalifa ein: "Ich glaube nicht, dass es ein Entweder-oder sein wird. Vielleicht könnte es offen sein, aber begrenzt."

"Ich denke nicht gern nur in die eine oder andere Richtung. Ich versuche, unsere Optionen offen zu halten und es generell auf die richtige Art und Weise zu machen. Es wird interessant sein, die europäischen Rennen zu sehen und wie diese verlaufen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Autor Adam Cooper