Binotto: Unterschiede zwischen den Motoren 2022 zu vernachlässigen

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto glaubt, dass die Motoren nach dem "Engine-Freeze" im kommenden Jahr nahezu gleich stark sein werden

Binotto: Unterschiede zwischen den Motoren 2022 zu vernachlässigen

Etwas mehr als ein halbes Jahr dürfen die vier Motorenhersteller in der Formel 1 - Ferrari, Mercedes, Renault und Honda - ihre Power-Units noch weiterentwickeln, dann werden die Antriebseinheiten für fast drei Jahre eingefroren. Wenngleich die Unterschiede zwischen den Herstellern im Vergleich zum Beginn der Hybridära 2014 deutlich kleiner geworden sind, gibt es noch geringe Unterschiede.

Vor allem Ferrari hinkt noch etwas hinterher. Das Defizit der Scuderia beim Verbrennungsmotor liegt Experten zufolge bei rund 15 bis 20 PS, während der Elektromotor hingegen bereits der stärkste im Feld sein soll. Mit Blick auf das kommende Jahr erwartet Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, dass alle vier Hersteller ziemlich auf einem Level liegen werden.

"Der Grund, warum ich dem Einfrieren ab 2022 zugestimmt habe, ist der, dass ich glaube, dass wir in knapp einem Jahr bei der Leistungsfähigkeit der Power-Units eine Angleichung zwischen den Herstellern erreicht haben", sagt Binotto zu 'RaceFans'.

Binotto: Wettbewerb nur noch zwischen den Chassis

Das heiße aber nicht, dass es zwischen den Herstellern gar keinen Unterschied mehr gebe. "Angleichung bedeutet, dass wir ein Delta zwischen den Power-Units haben werden, das allerdings so zu vernachlässigen ist, dass sich der Wettbewerb nur zwischen den Chassis abspielt", erklärt Binotto.

Das Einfrieren des Motorenreglements wurde beschlossen, nachdem Honda seinen Ausstieg mit Ende der Saison 2021 verkündet hatte. Besonders die Honda-Teams Red Bull und AlphaTauri wurden von der Entscheidung getroffen, ein Wechsel zu einem anderen Hersteller ließ sich aufgrund unterschiedlicher Interessen nicht realisieren.

Ein Ausstieg auch der beiden Teams war eine reale Bedrohung, ehe ein Kompromiss zwischen allen Teams gefunden wurde. Noch bis Saisonbeginn 2022 werden die Power-Units weiterentwickelt, dann sind bis Ende 2024 keinerlei Entwicklungen mehr gestattet. Im Gegenzug wird das neue Motorenreglement, das eigentlich erst 2026 eingeführt werden sollte, um ein Jahr auf 2025 vorgezogen.

Reglement für 2025 noch unklar

Binotto hofft darauf, dass durch dieses Einfrieren der finanzielle Aspekt mehr auf die nächste Motorengeneration gelegt wird. "Es geht darum, zu vermeiden, dass exzessiv Geld ausgegeben wird in einer Phase, in der wir über neue Power-Units nachdenken müssen", sagt er.

Wie genau das neue Motorenreglement aussehen wird, ist noch unklar. Die Details sollen in den kommenden Monaten festgelegt werden. Formel-1-CEO Stefano Domenicali kündigte zuletzt an, bis Sommer sollen Entscheidungen fallen.

"Der neue Motor muss wesentlich kostengünstiger sein. Es muss ein Hybridantrieb sein. Er muss mit nachhaltigem Kraftstoff betrieben werden. Er sollte das Gewicht der Autos nicht noch mehr erhöhen. Insgesamt soll der Antrieb den Herstellern ermöglichen, ihr Portfolio an Zukunftstechnologien neben dem reinen Elektroantrieb zu erweitern", sagte er im Interview mit 'auto motor und sport'.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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