Bottas verteidigt sich: Einbremsen von Verstappen war nicht illegal

Valtteri Bottas ließ zu Beginn der Safety-Car-Phase in Saudi-Arabien extrem viel Abstand zu Lewis Hamilton - Bremste er Max Verstappen damit unerlaubt ein?

Bottas verteidigt sich: Einbremsen von Verstappen war nicht illegal

Erst der Unfall von Mick Schumacher legte beim Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien den Grundstein für all die Ereignisse, die das Rennen danach zu einem Spektakel machten. Ein Moment, der am Ende dieses Chaosrennens beinahe unterging, war das Verhalten von Valtteri Bottas zu Beginn der Safety-Car-Phase nach Schumachers Unfall.

Denn Mercedes entschied sich für einen Doppelstopp seiner beiden Fahrer, die zu diesem Zeitpunkt auf den Plätzen eins (Hamilton) und zwei (Bottas) lagen. Bottas ließ in der Runde hin zum Reifenwechsel extrem viel Abstand auf Hamilton. Damit verschaffte er zwar der Mercedes-Crew die Zeit für die beiden Boxenstopps, bremste aber auch Max Verstappen hinter ihm extrem ein.

Verstappen beschwerte sich direkt am Funk, denn die Lücke zu Hamilton wurde dadurch riesig. Red Bull seinerseits entschied sich schlussendlich, gar nicht an die Box zu fahren, was aufgrund der wenige Minuten später erfolgten Rennunterbrechung die goldrichtige Entscheidung war - zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Eine Strafe gegen Bottas für den zu groß gelassenen Abstand gab es nicht. Und der Finne erklärt, dass es dafür auch gar keinen Grund gab. "Das Zeitdelta ist entscheidend. Das Delta darf nicht negativ sein, sondern muss positiv sein", erklärt der Finne.

Safety-Car-Phase: Das sagt das Regelwerk

Was sich etwas seltsam anhört, ist im Sportlichen Reglement der Formel 1 festgehalten. In Artikel 48.5 heißt es recht unpräzise, dass ein Fahrer nicht "unnötig oder unberechenbar langsam" fahren darf oder auf eine "Art und Weise, die für die anderen Fahrer oder andere Personen als gefährlich erachtet werden kann".

Doch wie genau kann das definiert werden? In Artikel 48.7 ist das geforderte Verhalten hinter dem Safety-Car noch einmal genauer aufgeführt. Dort heißt es zunächst: "Alle teilnehmenden Autos müssen ihre Geschwindigkeit reduzieren und sich hinter dem Safety-Car aufreihen, dürfen dabei aber nicht mehr als zehn Autolängen voneinander getrennt sein."

Im Falle von Bottas' Abstand auf Hamilton ist entscheidend, dass die Fahrzeuge den Anschluss an das Safety-Car noch nicht hergestellt hatten. Die zehn Längen Abstand kamen also noch nicht zur Anwendung. Ausgerufen war die Safety-Car-Phase aber natürlich trotzdem. Und hier bekommt der zweite Teil von Artikel 48.7 Bedeutung.

Deltazeit ab Ausrufen des Safety-Cars entscheidend

Dort heißt es, dass sobald die Fahrer die Nachricht "Safety-Car deployed" auf ihr Display bekommen, eine vorgeschriebene Zeit einhalten müssen. Konkret liefert die elektronische Kontrolleinheit, ein Einheitsbauteil für alle Teams, die Zeit auf das Display des Fahrers.

Im Reglement heißt es, um sicherzustellen, dass die Fahrer genügend verlangsamen, muss die vorgegebene Zeit in jedem Marshall-Sektor mindestens einmal überboten werden. Als Marshall-Sektor gilt der Streckenabschnitt zwischen zwei Lichtsignalen. Es ist aber nicht verboten, noch häufiger über der Zeit zu liegen und damit langsamer zu fahren - wenn dies nicht gegen Artikel 48.5 verstößt.

So sagt es auch Bottas. "Es spielt keine Rolle, wie langsam du fährst, man muss einfach in dem positiven Bereich sein. Und ich war am Ende ein paar Sekunden drüber, was okay ist. Das ist erlaubt", sagt Bottas.

Regeln zusammengefasst

Zusammenfassend kann man sagen: Schließt das Feld zum Safety-Car auf, gibt das Safety-Car das Tempo vor und die Fahrzeuge reihen sich dahinter mit einem Maximalabstand von jeweils zehn Wagenlängen auf.

Ist das Safety-Car ausgerufen, das Feld hat aber noch freie Bahn, weil es sich in einem anderen Streckenabschnitt befindet, wird durch die vorgegebenen Deltazeiten sichergestellt, dass die Fahrer genug verlangsamen. Sofern keine anderen Teilnehmer gefährdet werden, darf auch noch langsamer gefahren werden.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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