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Charles Leclerc: Vom schüchternen Bubi zum angehenden WM-Kandidaten

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Charles Leclerc: Vom schüchternen Bubi zum angehenden WM-Kandidaten
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
07.01.2019, 15:31

Abgeklärter im Umgang mit den Ingenieuren und nicht mehr gelangweilt von langen Formel-1-Rennen: Wie Charles Leclerc in der abgelaufenen Saison gereift ist

Die Entwicklung des Charles Leclerc in der Formel-1-Saison 2018 war atemberaubend. Aus einem mit Vorschusslorbeeren dekorierten Jüngling wurde binnen weniger Monate ein mit gefühlten Jahrzehnten Erfahrung ausgestatteter Pilot, der nach seinem Wechsel von Sauber zu Ferrari vielleicht um den WM-Titel fahren wird. Er kann selbst nur staunen: "All das hat mich ein wenig verändert."

Der 21-Jährige lernte besonders in den ersten Rennen nach seinem Aufstieg aus der Formel 2 dazu. Bis zum Europa-Auftakt hatte er seine Schwächen verstanden und sich daran gewöhnt, dass die Läufe in der Königsklasse verglichen mit Nachwuchsserien lang sind. Parallel entwickelte Sauber das Auto so, dass es meist schnell genug für WM-Punkte war. Folge: Zwischen April und Juli landete er bei sechs Grands Prix fünfmal unter den Top 10. "Fortan waren wir stark", meint Leclerc.

Er begreift es als Schlüssel zum Erfolg, dass er zunehmend besser mit dem enormen Personalstab in der Box klarkam. "Anfangs war es einschüchternd, mit so vielen Menschen reden zu müssen", sagt Lerclerc, der in der Formel 2 meist mit nur zwei Technikern zusammengearbeitet hatte. "Weil alles, was einem über die Lippen kommt, analysiert wird. Nicht nur von einem Ingenieur, sondern von vielen anderen Leuten. Aber daran gewöhnt man sich irgendwann." Er schaffte es mit Bravour.

Leclerc, der fließend Englisch und Italienisch spricht, verbesserte sein Feedback und baute eine innige Beziehung zu Teamchef Frederic Vasseur auf. "Wir waren zueinander stets offen und ehrlich", meint er. Genauso würde er mit den Medien umgehen. Es scheint ihm geholfen zu haben – besonders während der Phase der Saison, in der über seinen Wechsel zu Ferrari spekuliert wurde.

"Zu einem bestimmten Zeitpunkt wollte ich unbedingt wissen, wo mich mein Weg hinführt. Zur Mitte der Saison, als nichts dingfest war. Aber ich habe mich davon nicht ablenken lassen", sagt er.

Nicht zuletzt beflügelte Leclerc der Erfolg mit Sauber. Als er nicht mehr chancenlos auf dem 19. Platz einsam seine Kreise zog, sondern in Zweikämpfen mit anderen Piloten als seinem Teamkollegen steckte, kamen ihm die Renndistanzen kürzer vor. "Sonst wäre es mental schwierig geworden", weiß Leclerc. "Es hat mich richtig motiviert." Was soll da passieren, wenn es mit Ferrari um Siege geht?

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