Charlie Whiting besucht Ferrari-Box: Sind Rückspiegel legal?

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Charlie Whiting besucht Ferrari-Box: Sind Rückspiegel legal?
Autor: Sven Haidinger
Co-Autor: Franco Nugnes
11.05.2018, 18:41

Die am Cockpitschutz Halo befestigten Ferrari-Rückspiegel sorgen für heftige Diskussionen: FIA-Rennleiter Charlie Whiting zu Untersuchungen in der Ferrari-Box

Charlie Whiting, Ferrari SF71H with mirrors on halo
Sebastian Vettel, Ferrari
Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
Sebastian Vettel, Ferrari and Charlie Whiting, FIA Delegate
Sebastian Vettel, Ferrari SF71H with mirror on halo
Ferrari SF71H with mirrors on halo
Ferrari SF71H mirror detail
Ferrari SF71H with mirrors on halo
Ferrari SF71H halo and mirrors
Ferrari SF-Ferrari SF71H with mirrors on halo

Am ersten Trainingstag in Barcelona blieb Ferrari etwas hinter den Erwartungen, dennoch war die Scuderia das Gesprächsthema Nummer 1 im Fahrerlager. Der Grund: die am Cockpitschutz Halo befestigten Rückspiegel, die das Team von Sebastian Vettel präsentierte. Es dauerte nicht lange, ehe FIA-Rennleiter Charlie Whiting und sein Technikverantwortlicher Nikolas Tombazis der Ferrari-Box einen Besuch abstatteten und sich das umstrittene Design von Chefingenieur Jock Clear erklären ließen, nachdem sie ein paar Fotos gemacht hatten.

Das Reizthema sind nicht die Spiegel selbst, sondern die zwei darüber angebrachten Flügel, die den Luftstrom nach hinten leiten und nicht von allen als legale Lösung gesehen werden. "Wir haben uns das auch angeschaut und waren der Ansicht, dass das illegal ist, aber es scheint, als hätte Ferrari da eine andere Interpretation, die legal aussieht", bestätigt Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber 'Sky Sports F1', dass es sich um einen Graubereich handelt. "Ich bin sicher, dass es darüber noch einige intensive Diskussionen geben wird."

Der Grund: Ferrari argumentiert, dass die zusätzlichen Flügel, die mit einer Strebe mit den Rückspiegeln verbunden sind, Vibrationen verhindern sollen. Ein Argument, das nur schwer zu entkräften ist, auch wenn der vorrangige Zweck eine verbesserte Aerodynamik ist. Und eine bessere Sicht trotz Halo war auch der ursprüngliche Grund, warum die FIA es den Teams Ende April mittels technischer Direktive erlaubt hatte, die Spiegel dort zu befestigen.

Ferrari: Sicht hat sich für Piloten verbessert

Die FIA sei "offensichtlich" mit der Ferrari-Lösung "glücklich", meint Horner. "Somit wird es in Zukunft viel Entwicklung in diesem Bereich geben." Bei Ferrari verteidigt man die hauseigene Entwicklung, die wieder einmal unter Beweis stellt, wie clever die Scuderia auf Reglement-Schlupflöcher reagiert, seit Mattia Binotto in der Technikabteilung das Zepter schwingt.

Laut Vettel könne man nun "ein bisschen mehr sehen". Und auch Technikchef Binotto selbst erkärt, dass man die Rückspiegel auch deswegen so positioniert habe, dass der Fahrer eine bessere Sicht habe: "Er muss ja auch nach vorne schauen und die Vorderreifen im Blick haben." Offensichtlich war die frühere Positionierung der Spiegel nicht optimal.

Technikchef gibt aerodynamischen Hintergrund zu

Immerhin gibt Binotto aber zu, dass die Aerodynamik beim neuen Design keine unwesentliche Rolle spielte: "Bei der Entwicklung der Aerodynamik untersucht man alle Möglichkeiten, die durch das Reglement erlaubt sind." Wie bei den Flügeln, bei den Bargeboards und den Leitblechen handle es sich dabei "um simple Entwicklung, die auf die Kreativität der Ingenieure zurückgeht".

Und dass Ferrari die Rückspiegel als spannenden Bereich für aerodynamische Fortschritte entdeckt hat, ist nicht ganz neu: Bereits seit der Präsentation des SF71H nutzt man die Rückspiegel auch, um den Luftstrom hinunter zum Kühlereinlass in den Seitenkästen zu leiten und sorgt so für eine effizientere Kühlung.

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